Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 68 (7.6.1838)
- Date
- 1838-06-07
- Page
- Seite 274 (sequence 2)
- Language
- German
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274 Geschichte. I c p 1) u s, fein Leben, fein Charakter und feine Zeit von D r. U r i. (Fortsetzu ng.) 2. Weit verbreitet war die Secte der Pharisäer * *)♦ Unter Herodes schon belief sich ihre Anzahl auf 6000 (Alterth. 17, 2. 4). Ihre Lebensart war jm Allgemeinen einfach, *) ^wiia die Abgesonderten, nach Elias im Thisbi: o**i2iiai, Dn'nn 1239 ntn O^ivi *»21123. Beschränkter faßt der. Aruch ldie Bedeutung 'auf: *?923 i2:x2 121*012 *on 1211a .\oN2:a p-1,-923 13-N12 yi**i 121 N23I3 S2N23 pi 1N2312 Und ganz ssalsch von wia erklären der Joseph ben Gerion: «»a^iiaN 11V23 112N 11111 123123 d**1231n r»n o*i2iiai ,nSnpS inni rrn 1121a 112N ö*»öann ^a bv nwna» 13-1^2 obgleich freilich die Pharisäer zuerst auch außer dem schriftlichen Gesetze die ^mündliche jUeberliefcrung s.i^ap) als religiöses Gesetz anerkannten: routuu no)lu wa naotöoGav rw tftj/uo) oi qiGkToi ly TTciTf-Qwv ihaXoyrjg, lento ovx uvaytyoamui Iv toTg McjvGtwg ro/iAoig. Jos. Ant. XIII. 10, 6. Viele ihrer Satzungen gingen nun zwar ins talmudische und rabbinische Judenthum über, allein dieses ist nicht blos Entwickelung des Pharisäismus, sondern stellt sich als allgemeinere Entwickelung des Judaismus, des religiösen Volkslebens dar, aus welchem jene Seelen nur emanirten. Ja der Talmud bietet scharfe Kritik über Pharisäer genug "dar und interessant ist in dieser Beziehung die satyrische Classification derselben, Sota 22, 2: 1211a 4 *>ap3 1211a * *»jddm2 1211a :tin v»i2iia 12:112 ' 12119 V * .1312 NI main .123 1211a * ***01123 1211a ' *»Nt*»p * INI'23 12119 ' 131N23 1) Der *»239'i2 1211a d. i. 0S12 112223 11212.1 (vergl. Genes. 34) der Scheinheilige, der nur äußerliche Religiosität fingirt, während die innere Gesinnung oft lasterhaft ist, vgl. Jos. Alterth. 12, 9, 1 u. a. O. DrvnViro nS c3i'Niidi2. — 2) der •*ap3 1211a d. i. t»^i riN t)p323i, die Schleicher, die bloS äußere Zwecke verfolgen. — 3) ^p tyiia d. i. di v»p»h D'SroS, die Selbstpeiniger, die ihre Geißelwunden zur Schau tragen, von denen dic Mischnah Sol. 3, 4: „der bis zur Narrheit Fromme, der listige Bösewicht, eine pharisäische Frau und die Geißelung der Pharisäer verderben die Welt." — 4) Der u/iia N*oii23 d. i. NOTiD yS^ÜD*"! die Bücklinge, die dem Gesetze die ängstlichste Exegese geben. — 5) *»nain 123 'a die Werkheiligen, die das Gesetz noch zu übertreffen sich einbilden. -7- 6) u?via 131N23 d. i. 1912 121N23, aus Begierde nach Gotteslohn.— 7) ini**23 'a d. t. p 12*312 aus Furcht vor der Strafe. Wol gab es aber auch edeldenkende, wahrhaft religiöse Pharisäer und man würde sehr irren, wenn man alle für sittenlose und verderbte Menschen halten wollte. Berach. 13, 2. ursprünglich entfernt!von Weichlichkeit und Ueppigkeit, sie zeichneten sich durch Hartnäckigkeit und Consequenz aus in allen Dingen, welche sie durchzusetzen trachteten. Sie schrieben Alles, was geschieht, der Bestimmung zu/ dennoch wäre dem Menschen Freiheit des Willens gegeben, die seine Handlungen leite und ihn zum Guten oder Bösen führe*). Sie glaubten die Unsterblichkeit der Seele, daß die Seele in einer andern Welt gerichtet und nach Tugend oder Laster belohnt oder bestraft werde, daß die Seelen der Bösen auf ewig in jener andern Welt zur Bestrafung eingeschlossen bleiben, die der Frommen aber in's Leben zurückkehren *°). Durch diese Glaubenslehre, durch die Sorgfalt, mit welcher sie sich der Erklärung^und Deutung der Gesetze widmeten, durch den Schein der Frömmigkeit, den sie um sich zu verbreiten verstanden, durch dieAufmerksamkeit, welche sie allen politischen Bewegungen schenkten, wußten sie sich dermaßen in die Gunst des Volkes zu setzen, daß sie den größten Einfluß auf das bürgerliche und öffentliche Leben gewannen und in der Geschichte des jüdischen Volkes bedeutend hervortraten ***). Die Sadducäer -jf) hingegen, die andere Sccte, heben die göttliche Einwirkung auf das Gemüth des Menschen auf und schließen die Gottheit, soivol von jeder Bewerksteltigung des Bösen, als jeder Aufsicht über dasselbe aus. Sie behaupten, Gutes und Böses liege in des Menschen freier °) Diese göttliche Einwirkung nennt Joseph, dftaoud't], ITQuaataxhu tiuuo/Litvt] tu tiuvt-a agtovi'Ttg ovJt zov avtont lov to ßovXotttt'ov Tfjg in cdnotg ooittjg utfutoovima * doxij- (Skv t(o ilt(o yoärfiv ytvtalha y.ut T(o txtu'rjg ßovXtVTrjoifo y.td Tüiv «i'OoornojV toj %)tlr}(luvzi noogytooth' ntf untzijg Ij y.ay.iag. Ant. 18, 1, 3. So auch jüd. Kr. II. 8, 14: „Sic schreiben alle Handlungen des Menschen theils der göttlichen Einwirkung cnif das Gemüth des Menschen, theils der Gottheit zu; rechtschaffen zu handeln oder nicht, liege sagen sie, größtenteils > in der Menschen Macht, doch sei die göttliche Einwirkung auf das I Gemüth des Menschen, zu Allem beförderlich." (tJuccyutvij ts y.al i ö-sq) noogdniovfn ndvia xul to fitv noctTztiV tu di'ycau y.vX jirj xutcc to nXtiCTQV Inl to Tg uvnoouroig xttal)-cay ßorjOdy <)'£ dg ty.uvnov y.a\ trjv dluctoiiiiyrjy. Wie die spätere jüd. Theologie dieses Verhältniß zwischen der göttlichen Vorausbestimmung und der Freiheit deö menschlichen Willens zu erklären suchte, s. unter Andern Mairnonides in Schomono Perakim, u. Jsr. Pred.- und Schulmagaz. I. S. 239. Alt. 18, 1. 3. ctduvciTOV fäyvv ttug lI;uyu7g ntcfTtg uvxoig dvai y.tti vnb yOovog äur/.aidyotig xctl Tituccg> oig uQtTrjg rj y.ay.iag tniTrjtStvatg Iv T(o ßi'ot ytyovt xrtl zeug /utv ef()yla6p cttdiov nQOöTCBtafrai, rccTg ckk (mcfTOjptjy zov dvaßtovi', eco) Alt. 13, 10. 5: TOdccvrrjg eyovcfi tt]v tayvv naod rw nXTjtHt, wg y.cd xktu ßaailtaog zi Xtyovztg xal y.uzu ctoyitoi(og) tvöüg möTtueGöcu. ch) Der Name wird von Zadok, Schüler desAntigmus von Socho ,hergeleitet <s. Maimonides, Bartenor, Nathan zu kirke abotb. e. 5) andere (z. B. Epiphanias baeres. 14) leiten es von pis Gerechtigkeit («7ro <$ixccioGvvr}$) Im Talmud wird der > D^piiL öfters erwähnt, natürlich mit. Abscheu und Tadel. Berach. 12, 1