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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-12-19 · Heft 112 (19.12.1837) · p. Seite 446

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 112 (19.12.1837)
Date
1837-12-19
Page
Seite 446 (sequence 2)
Language
German
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446 bürgerliche Freistellung, zu erhalten und zu genießen, sondern auch die innere, geistige Bewegung des Lebens!«« »Eine theologische jüdische Facultät, aus welcher die Lehrer der Gemeinde hervorgehen, könnte wesentlich dazu beitragen, die jüdische Satzung zu einer reinen Gotteslehre, zu einer Religion der Humanität, auszubildcn.« Bell ett istik. Di« Erbbibel. 0) Aus dem Französischen der Eugenik F o a. (Fortsetzung.) 4. Nach dem Tode der Mad. Mazod schien Jakson gänzlich gebessert; er beschäftigtesich eiftig in seinem Bureau, entfernte sich aus dem Hause nur, um an. die Börse zu gehm, und verbrachte die Abende bei seinen Schwestern, unter Gesprächen von ihrem Vater, ihrer Mutter, wo dann die Unterhaltung säst immer mit Thränen endigte. — Elizhama freute sich dieser Veränderung; sie verdoppelte ihre Liebe und Hingebung skr ihren Bruder; bald sprach sie mit ihm als Freundin, wie sie ihre Mutter mit ihm sprechen gesehen, am öftersten wandte sie sich an ihn als an das Oberhaupt der Familie, indem sie ihm noch mehr Wichtigkeit beilegte, als er in der That hatte, besonders um ihm durch dieses Betragen die Verantwortlichkeit auszulegen, welche der Tod des Vaters und der Mutter verursachte. Aber leider stand Jakson nicht lange an, sich von Neuem in die Gesellschaft verdorbener junger Leute zu werfen, welche fein Vermögm anzog, und fiel bald in seine Verschwendungssucht zurück. Er war von Natur weder boshaft noch lasterhaft, aber schwach. Bald verhinderte ihn eine falsche Scham, einen leichten Fehler zu bekennen, dem man leicht hätte abhelfen können, und um diesen Fehler zu verdeckm, beging er einen weit größern; dadurch entstand eine Verwirrung inseinen Angelegenheiten, welche dem wachsamm Auge Elizhama's nicht entgehen konnte. Als sie diese bemerkte, überkam sie eine Empfindung von Grauftn, die unmöglich beschrieben werden kann; was sollte sie thun, sie, fast noch Kind, um zu gleicher Zeit über ihre jünger» Geschwister zu wachen, und dem Sturze ihres ältern Bruders zuvorzukommen? Sie bat Gott um Stärke, denn sie sah ein, daß sie gegen ihrm Bruder kämpfen mußte. Anfangs, um die dringendsten Schulden decken zu können, fühtte sie eine Sparsamkeit in dem Haushalte ein, an die der Reichthum der Mad. Mazod ihre Kinder nicht gewöhnt hatte; Jakson war der Erste, der sich darüber beklagte. Ohne auf feine Vorwürfe durch andere zu antworten, stand Elizhama auf, öffnete ihrm Sekretär, und hielt schweigend und kalt ihrem Bruder ein Bündel protesiirter und bezahlter Wechsel hin. Die Schamröthe stieg auf die Stim des jungm Mannes herauf: anstatt das edle Bettagm seiner Schwester zu faffm, sah er in dieser Handlung nur einen fiillm, aber für ihn demüthigmderm Vorwurf, als alle Jnjurim. »Du bist sehr stolz auf dein Uebergewicht,« sagte er zu ihr; »aber wmn ich im Spiele so viel Glück gehabt, als ich Unglück hatte, so würden diese Wechsel nicht in deine Hände gefallen sein.«: »Ach, mein Bruder!« — das war Alles, was das junge Mädchen sagen konnte, und sie brach in Thränm aus. Jakfon schim gerührt. »Verzeih', Elizhama!« sagte er, und streckte ihr die Hand mtgegm. Elizhama warfsich in seine Arme. »Ich bitte dich, mein Bruder,« antwortete sie, »bei der Ehre des Namens, welchen mein Vater dir rein und unbefleckt hinterlassen, spiele nicht mehr .. . Bist du nicht das Haupt der Familie, und bist du nicht als solches ein gutes Beispiel deinem Bruder schuldig? . .. Verzeih! du bist älter, vernünftiger als ich, cs kommt mir wmig zu, dir Vorwürfe zu machm, ich weiß es; aber spiele nicht mehr, im Namm unserer armen Mutter, spiele nicht mehr! .. .« »Wahrlich, meine Schwester, du predigst allerliebst,« erwiederte Jakson, und verbarg unter einer Mime von Ironie die Gewissmsbisse, welche in seinem Herzen auftvachtm; »und ich begreife nicht, warum du unter dem Vorwände, daß du zu jung wärest, deine Hrirath aufgeschobm; dmndu wirst deinen Kindem hübsch vormoralisiren könnm, und deinem Manne, wmn es noth thut. Glaube mir, ruft Selem zurück, er erwartet deinen gutm Willm, der arme Junge, mit einer wahrhaft heroischen Beständigkeit.« »Ich habe meiner Mutter versprochen, vor meinem ein ,und zwanzigstm Jahre nicht zu ehelichm,« erwiederte Elizhama. »Wie du willst!« sagte Jakson, und entfernte sich. Aber, dieses Gespräch änderte in Nichts sein Bettagm, nur verbarg er es noch mehr, und das Ucbel vergrößerte sich nur. Elizhama sah weder Wechsel noch Proteste mehr ankommm, und glaubte an die Heilung ihres Bruders — schon freute sie sich, daß ihre Bittm dieses Wunder bewirkt hätten. 5. Elizhama wurde ein und zwanzig Jahre; sie hatte zum Wiedtteintritt Selem's in das Haus den Tag vor dem Wockenfeste bestimmt. Ihr Gelübde war erfüllt, und die ftomme Tochter glaubte, daß die Seele ihrer Mutter im Himmel sich ftmm werde des Glückes, das ihr Kind auf Erdm genießen sollte. Am Tage vor diesem Feste breiteten ihre Schwestem, zum erstm Male nach dem Tode ihrer MultsU.

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