Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 112 (19.12.1837)
- Date
- 1837-12-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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X. Z-h-g-vg. ALsGeMsiKL No. IIS Zeitung des Zudenthums. Ein unparthensches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Köoigl. Sächsischer allergnädigstrr Concession.) Leipzig, den 19. December 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. ' Magdeburg, 6. Dcc. (Privatmitth.) Wir machen! unsere Leser auf einen Aufsatz im »Eremiten« No. 143 j und 144 vorläufig aufmerksam, -den wir in den nächsten i Nummern geben werden. Er führt die Aufschrift: »Noch einmal einige Worte über die Frage wegen Emancipation der Juden«, und wie derselbe sich über diese mit der edelsten Freisinnigkeit ausspricht, so daß er auch unfern Glaubensgenossen Vieles zu bedenken giebt, also drückt er sich auch für unsere projektirte Facultät aus, worüber wir die Schlußworte hier beifügen wollen: »Mit der Unterzeichnung von 100 Thalern beginnt hierauf vr. Philippson, Beispiel gebend, den Reigen derer, auf deren Unterstützung ec bei einem Unternehmen hofft, dessen j glück liche Ausführung Jeder, und natürlich auch j wir Christen von Herzen wünschen müssen; Je- > der/ in dessen Brust noch ein Gefühl für Ver-! edlung und Besserung der Menschen und Dinge hienieden lebt, und dessen Herz und Sinn noch > nicht unter den Einflüssen oder Berechnungen! der materiellen Interessen vertrocknete, deren! Wahrung uns jetzt so vielfach als das Höchste! im Leben anempfohlen wird.«! — 9. Dec. Es wird gewiß die innigste Bewegung bei unfern Lesem erwecken, wenn wir nicht anstehen, folgendes I Schreiben des verehrt. Vorsteher-Collegiums der j deutsch-israelitischen Gemeinde zu Hamburg in! Bezug auf die jüdisch - theologische Facultät mitzutheilen: »Die Vorsteher der deutschen israelitischen Gemeinde Hierselbst beehren sich auf Ew. Wohlgeboren gefälliges Schreiben vom 1. Nov. zu erwirdem, daß das Unternehmen, welches No. 88 der Allg. Zeit, des Jud. ankündigt, bei dem Vorstande der hiesigen Gemeinde feine volle Würdigung gefunden hat. Auch bei einem großen Theile der hiesigen Gemeinde hat die Sache lebhafte Theilnahme gefunden, und hat sich bereits ein Verein aus sehr achtbaren Männern zur eifrigen Beförderung derselben gebildet, dem auch die von dm Gemeinde-Vorstehern erbetme Unterstützung vollkommen zugesichert ist.« »Möge das Gelingen, welches die Vorsteher diesem, die Thatkraft Israels in unserm Zeitalter bezeichnendm, Unternehmm wünschm, nicht fern liegen, und der schöne und heilige Zweck baldigst in Erfüllung gehm.« u. s. w. — 10. Dec. Um unfern Lesern ferner eine genaue Einsicht in die Aufnahme unserer Aufforderung zur Gründung einer jüdisch-theologischm Facultät zu schaffm, theilm wir hier ein Schreibendes evangelischen Predigers Herrn vr. Robert Haas zu Dotzheim bei Wiesbaden, der sich durch sein »Staatsbürgerrhum der Juden« eben so verdimt, wie rühmlichst bekannt gemacht hat, mit: »Ihr Auftuf zur Subscription für Errichtung einer israelitischen Facultät und eines Seminars mußte auf mich einm ganz eigmrhümlichm Eindruck machen, da mich nicht allein diese wichtigste und gründlichste Grundlage jedweden Heiles für Israel schon seit vorigem Jahre, sondern auch der Wunsch, etwas zur Ermittelung eines betreffenden Studienfonds beizutragen, nammtlich seit Anfang October d. I. lebhaft beschäftigte. Wie schön nun, daß Sie auf jüdischer Seite den Muth hattm, zuerst an's Werk zu gehen. Sobald die gehörigen Vorbereitungen gettoffm sind, werde auch ich von christlicher Seite, — und der Cbristen «Schuldigkeit ist es ja zunächst, für das Unternehmen beizutragen, — eine thätige Mitwirkung nicht unterlassen, und dafür meine sämmtlichen Verbindungen in Deutschland benutzen.« Bedarf rs wohl zu solchem herrlichen Zeugniß und Strebm noch unserer Anmerkung? Schließlich kommt der geehrte Mann auf den Angriff i im Frankfurter Journal, dm er als perfid und niederträchtig bezeichnet. I — 11. Dec. Die Zeitung für die elegante Welt > No. 234. giebt ebenfalls einm Artikel über die Gründung! einer jüdisch-theologischen Facultät. 'Nachdem sie den wesenl-! lichen Inhalt unserer Aufforderung gegeben, fügt sie hinzu:! »Ich zweifle nicht, daß die Summe zusammen kommt. Es ist die Zeit der Associationm — und die Juden gehen uns hier im Geiste der Eintracht wieder voran. Durch Eintracht wachsm kleine Dinge, durch Zwietracht vcrdcrbm selbst die größten! Dies alte Sprichwort ist sehr wahr, und so könnte es eher geschehm, daß die große Christenheit zerbröckelt und verdirbt, als daß das Judmrhum sich auflöset und vernichtet.« »Sehr merkwürdigist folgende Aeußerung in der Aufforderung, welche die Judmzeitung erläßt: »»Beweiset es Allm durch eine That, durch eine glänzmde That, daß es Euch darum zu rhun ist, nicht blos die äußem, materiellm Vortheile der neuern Zeit, die