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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-12-14 · Heft 110 (14.12.1837) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 110 (14.12.1837)
Date
1837-12-14
Page
Seite 438 (sequence 2)
Language
German
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438 wünschen, daß die früher avch unter den Israeliten häufige I Sitte, Legate zu ftommen Stifmngen zu hinterlassen, in neuerer Zeit wieder berücksichtigt würde. Wie würde dies die Lasten der einzelnen Gemrindemitglieder erleichtern, wmn Synagogen- und Schulfonds einen Theil der Kosten trügen; noch mehr würde dadurch die veredelte Form der Jnstitutionm leichter bewirkt werden können. Theologie. Eingesandte Entgegnungen wider das in No. 75. d. Zeit, abgcd ruckte »Schreiben eines jüdischen Familienvaters an die Herren Reformatoren.« 2. Aus der Altmark. (Mitther'lung aus dem Lagebuche eines jüdischen Familienvaters in der Altmark.) Den 28. September 1837. Ich habe heute die Allgemeine Zeitung des Iudcnthums No. 75 erhalten, und mit großem Interesse das »Schreiben eines jüdischen Familienvaters an die Herren Reformatoren« gelesen. Dieser Aufsatz wird unstreitig viel Aussehen machen und Entgegnungen Hervorrufen, die des Verfassers Behauptungen auch in vieler Hinsicht verdienen. Meine Gedanken hierüber sind folgende. Die Meinungen des Briefstellers sind: 1) Israel in feiner ganzen Geschichte und Existenz hat zur Aufgabe, als strenger, unerbittlicher Verfechter des unverfälschten Glaubens undJehovah-Monotheismus dazustehen, cs erkennt die Gottheit in direkter Beziehung und Einwirkung auf das Universum und auf die Menschheit. Dissec Glaube spricht sich am reinsten aus unter den Proph eten, jenen Hochwachtern israelitischer Gottesideen; der eigentliche Feind der jüdischen Religion ist der Aberglaube, dm wir in Ur-Kasdim in Aegyptm schon zu bekämpfm berufen waren. 2) Aber (schon von Babylon her) sind in die die Kirche Israels Superstitionen, Schlackm ausgebrannter Religionm eingeschleppt, und selbst die modernen Iudm habm sich nicht frei davon gemacht, sie vielmehr mit dem Abhub anderweitigen Aberglaubms vermehrt. 3) Die Reformatoren der, neuern Zeit (feit 50 Jahrm) habm ihre Kräfte keinesweges auf bisse Häupssachen gerichtet, vielmehr habm sie nur auf Nebmdinge, Verschönerung des Gottesdimstes gssehm und sind nur darauf aus, sich eine unabhängige, ehrmvolle Existmz zu blldm und eine neue Hierarchie zu schaffm. Deswegen haben ihre persönlichen Einwirkungen so wenig Einfluß auf die Nation gehabt. 4) Deswegen wünschen die Einzelnm (Jechidim) in dissm Angelegenheiten mitzuredm und sehen nicht ab, wie ihre Kinder mit Resignation bei einem Systeme ausharren sollm, das so wenig rein ist, wie irgend ein anderes, und wollen die Reformatoren die Kinder beim Iudenthume erhalten, so müssen sie jcnm alten Wust angreifen und bekämpfen.. Der Verfasser hat, hochherzig genug, den innersten Lebenskern des Mosaismus erfaßt: unverfälschter Glauben, reiner I ehovah-Monotheismus. Er hat somit zu erkmnen gegebm, daß er denjenigen neuern jüdischen Theologen sich anschließt, welche als Hauptaufgabe der Weltgeschichte Israels: Bewahrung dieses Monotheismus durch alle Zeiten und alle Jahrhunderte bettachten. Aber Bewahrung als Religion, nicht .als Philosophem, denn israelitischer Glaube muß auf israelitischer Offenbarung ftrßen, die reinen israelitischen Gottcsidem der Propheten sind die Grundideen isracl. Religion. Diese Auffassung israel. Religion und iscael. Geschichte — sie ist der erhabenste, ttöstmdste Leitstern für ein entbehrungsvolles Leben, sie beleuchtet die ganze jüdische Theologie. Nur dem geweihten Dmker ist es erlaubt, noch einen Schritt weiter zu gehen, die Offenbarung selbst zum Gegenstand der Philosophie zu machm, über das Wesen der Offenbarung selbst zu denkm und zu forschen und in die geheimnißvolle Gedankenwelt jener Seher mit der Lichtfackel der Wahrheit zu dringen. Die Offenbarung ist das einzige Glaubensgeheimniß des.Iudcnthums, von da an ist es licht und muß licht sein. So wenig wie daher das Judenthum das Denkm ' über Offmbarung verbietet, so setzt cs doch die religiöse Offenbarung des Monotheismus als Grundstein auf. Es ist der Grundstein, der nicht verrückt werden darf, dmn er ist auch Grenzstein zwischen Glauben und Aber-Uebcr- und Unglauben. Sind auch ein-ige Denker des Alterthums zur Erkmnwiß eines einzigm und 'einigen Gottes gekommen, Keinem ist cs, wie Moses, gelungm, sie zur Basis einer Volksrcligion zu machm, vor ihm fand sich aber auch nicht einmal ein Dmker, der zur Höhe der GottescrkennMiß gelangt wäre. So ist der Monotheismus der jüdischen Nation angeborm und angeerbt. Die erste Hülle dieses von dm Vätern ererbtm Kleinodes erhabmer Gottesidem ist das Wort der hciligm Schrift. Disse ist die erste Entw icklung des Lebmskeims, gestaltet zu einem ftuchtreichm Bäum, dessen Wuseln sich über die ganze Erde schlugH, unsterblich und unvergänglich, wie jmer

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