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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-12-12 · Heft 109 (12.12.1837) · p. Seite 434

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 109 (12.12.1837)
Date
1837-12-12
Page
Seite 434 (sequence 2)
Language
German
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434 dessen Last ct gebückt durchs Leben keuchte und seufzte, gesehen, und dieses Bild ist ihnen unverwüstlich geblieben, sie hgben es mit hinübergenommen in das Alter; sie haben nie in Verbindung gestanden mit Juden, so daß ihnen höchstens einmal ein alter Trödler aufstieß, der sich wohl auch einen Verstoß an der Rechtlichkeit gegen sie zu Schulden kommen ließ; die Herren lesen auch die deutschen Blatter, die nie versäumen, wenn etwas Nachtheiliges von einem Juden zu berichten ist, es von einem Ende bis zum andern ertönen zu , lasten: wie sollen sich da die Ansichten der Herren ändern? Nun tritt ihnen zwar in Literatur und Oeffentlichkeit manche bedeutsame jüdische Erscheinung mtgegen, man vernimmt, wie Jener geschrieben. Dieser gesprochen, ein Dritter gehandelt habe — das stört nicht, das sind dann »wenige Erleuchtete« — die Masse der Juden bleibt ihnen nach dem Bilde ihrer Jugend. Ihr kennet aber, meine Lieben, den Menschen schlecht, an welchem ihr doch herumtheoretisirtet euer Leben lang. Tausend Dank sage ich Dir, mein Schöpfer, täglich, daß Du mich an eine Stelle gesetzt, die ganz besonders geeignet ist, Dein Werk im Menschen zu beobachten. Und da bin ich denn, nicht ohne Opfer, nicht ohne Hingebung jener Ideale, die in des . Jünglings Brust sich bilden, zu der Erkenntuiß gekommen, daß tief und überall im Menschen der himmlische Funke der Göttlichkeit ruhet, daß aber fteilich! die Menschen und besonders die Gelehtten — nur nach der äußern Darstellung uttheilen, und gerade diese äußere Darstellung war von jeher mangelhaft beim Juden, diese äußere Darstellung fehlte dem Juden, und mußte dem Judm fehlen, erstens weil ihm unter dem Drucke nicht gestattet war, sie kmnen zu lernen und sich anzueignm, zweitms weil man es nicht duldete, daß er sie geltend mache. Offenheit ist die Sprache des Mannes, und gerade einem Manne, wie der Verfasser, gegenüber, die einzig entscheidende Sprache. Darum sage ich Ihnen, daß ich eher die »wenigen Erleuchteten« preisgebe, als die Masse meiner Glaubensgenossen. Gerade unter jenen findet man auch Heuchelei, Egoismus und Leerheit des Herzms, nur habe« sie äußere Darstellung; in der Masse der Judm aber war stets viel Heldmmuth, viel Hochherzigkeit, viel Fähigkeit sich zu opfern, am Krankmbett wie auf dem Scheiterhaufm, viel Liebe, und in der Masse, wie sie jetzt ist, und wie sie namentlich jetzt sich zu bilden sucht, viel Rechtlichkeitssinn und Geradheit. Gehet hm, und übeyeuget euch. Und wollet ihr es dmnoch nicht glaubm — rum so weiß es Gott, und dem sei's geklagt. Ueberhaupt habt ihr so wmig Zutrauen zum Menschen und zu dem mächtigen Gange des Lebens, daß ihr glaubm kömtt, daß trotzdem der Jude jetzt so innigen Ancheil am allgemeinen Lebm nimmt, dies dennoch nicht im Stande wäre, ihn auf seinen gewaltigm Schwingm davonzutragen? — Wenn aber also die Grundansicht des Vers, ganz falsch ist, als ob nämlich die Zugeständnisse der neuem Zeit dm Judm immer noch in seiner Mittelalterlichkeit gelassm, so können die daraus folgenden Schlüsse des Verf. nicht richtig fein. Ehe wir aber diese verfolgm, müssen wir noch auf eine andere Grundansicht des Verf. eingehm, die er zu dem zweitm Flügel seines Gebäudes benutzt. Er meint nämlich, es wäre durchaus eine falsche Ansicht, daß Moses eine Religion hätte stiften wollm, sondcm nur einen Staat ztt bildm, wäre die Absicht Mosis gewesm, und alle Jnstitutionm dcsselbm wärm lediglich dieser Tmdmz. — Daß demnächst bei dem Verf. vom Offmbamngsglaubm keine Spur sek, versteht sich von selbst. Daß er aber in Consequmz dessen auch das Christenthum über dm Haufm stürzt, wird er uns zu bemerkm erlaubm. Den« ohne Offmbamng in Moses und dm Prophetm kann er auch keine Offmbamng im Christmthume -annehmen, und wmn der Mosaismus ihm nur einm Staat zu beabsichtigm scheint, so kann ihm höchstms im Christmthume eine Sammlung vonMoralsentenzen erscheinm, die nur noch eines Professors bedurfte, um systematisch zu werdm — Beides kann man dem Staatsgelehrtm und dem Professor erlaubm, wmn er nur seine Absicht nicht bmutzm will, um nach ihr das Geschick von Millionm abzusprechen. Wir können uns hier mit dem Verf. in keine theologisch« Controverse einlassen. Nur in der Kürze wollm wir Folgmdes bemerkm, Moses wollte allerdings einm Staat bildm, abernur—um ihn als Träger der Religion, als Träger der Erkenntniß des einigen Gottes zu benutzen, der israel. Staat sollte ihm ein Confervatoriunr der Gotteslehre sein. Geht der Verfasser mit dieser Ansicht die heil. Schrift noch einmal durch, so wird er findm, daß Moses überall feinm Staat als vergänglich, vorübergehend bettachtet, er sieht das Ende dieses Staates so gewiß, wie Etwas, voraus — nur die Erkenntniß des einigm und wahrm Gottes würde ewig in Jstael bleiben, und müßte ewig inihm bleibm — und sie ist in-ihm gebliebm bis auf dm heutigm Tag. Wie kann also Moses, wmn er.dies selbst gesteht, dies selbst als nahe voraussagt, diefm Staat als wahre Absicht und alleinigm Endzweck gchabt haben? — Ein Mehreres sei jetzt hierüber nicht ge- , sagt, sapienti sat. I Nun, sagt der Vers., lebm die Judm noch heute in dem mosaffchm staatsbürgerlichen. Vereine, der dem Staat«

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