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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-21 · Heft 100 (21.11.1837) · p. Seite 398

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 100 (21.11.1837)
Date
1837-11-21
Page
Seite 398 (sequence 2)
Language
German
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Belletristik. j Die Erbbibel. CI) > Aus t>era Französischen der Eug enie Foa. (Fortsetzung.) Als Jakson sah, daß seine Mutter sich anklagte, anstatt ihm Vorwürfe zu machen, so kam endlich ein Gefühl der Scham in seine Seele. »Hadern Sie mit mir,« sagte er mit einer Mime, welche seine Reue bezeugte, »sirafm Sie mich wie den Ammiel, dmn ich habe gehandelt wie ein Kind, nur rufm Sie nicht meine Fehler über Ihr Haupt, arme Mutter, sie sind zu groß und zu zahlreich.« Dieser unterwürfige und rmige Ton rief in das Herz der Mad. Mazod die mütterliche Liebe zurück, welche sich wohl bisweilm verstellt, die aber Nichts zu andern noch zu erstickm vermag. »Armes 'Kind,« sagte fie zu ihm, »gestche Alles deiner Mutter; eine Mutter,, siehst du, ist kein Richter.« Jakson ergriff ihre Hände, und sah sie fest an: »Wohlan, rettm Sie mich, meine Mutter, rettm Sie mich!« »Was soll ich thun?« sprach sie mit zurückgehaltmem Achem. »Sie müssen ... aber Sie werdm es niemals wollm,« unterbrach er sich, an die Stim schlagmd. »Mein Sohn, zweifelst du an meiner Liebe?« »Nein, aber an ihrm Mitteln, Mutter.« »Es ist also mehr als ich vermag?« »Horm Sie ... werdm Sie es nicht früher oder spater dennoch erfahren?« »Du ängstigst mich zu Tode! sprich doch.« »Ich habe an der Börse verlorm, dieftn Monat, unermeßliche Summm, morgm ist Verfallzeit, ich muß zweimalhunderttausend Franks haben.« Mad. Mazod blieb wie angedonnert. Jakson fuhr mit Fmer fott: »Sie können mir die Ehre und das Lebm rettm; sprechm Sie, meine Mutter, wollm Sie cs?« Die arme Mutter verdoppelte ihre Anstrengung, und machte ein Zeichen der Bejahung, denn sie hatte nicht mehr die Kraft zu sprechen. »Der Dmtsche Rutspa giebt mir sie, und andere hundert tausend Franks mit der Bedingung.... mir der Bedingung, daß sie ihm die Bibel meines Vaters ausliefern.« Mad. Mazod sprang entsetzt in die Höhe auf ihrem Stuhle. »Und das konntest du hoffm?...« »Dann habe ich nur einm Entschluß zu fassen,« sprach Jakson aufstehend^ »Wohin <w|plu? ..« schrie ihm die Mutter zu, und hielt ihn am Anne fest. »Gott weiß es!« sagte er sich losmachend und zur Thüre schreitend. ' »Unsinniger! du sprichst dm Ramm Gottes aus, indem du einen Kirchmraub im Sinne fuhrest!« »Weil Sie Ihrem Sohne ein Stück Pergament verziehen, mit köstlichm Edelsteium besetzt...« »Höre, Mensch,« sagte Mad. Mazod mit einer Energie, welche ihrem erschöpftm Körper das Leben wiederzugebm schim, »seit einem Jahrhundett ist dieses Buch des Gesetzes in der Familie der Mazod; sterbmd ließ jeder Mazod feine Kinder schwärm, diesen heiligm Familimschatz zu ehren, es weder für Geld noch Silber wegzugebm; du hast diesm Schwur deinem Vater auf seinem Sterbebette geleistet, sprich, erinnerst du dich dessm? Hast du vergessen, daß der Herr dm Meineidigen bestraft?« »Aber ich bin verlorm! ich bin entehrt! mein Vater würde -selbst mich des Schwures mrledigen, wmn er aus dem Grabe steigm könnte?« »Verlorm, mtehrt!« wiederholte Mad..Mazod; »mein Gott, mein Gott, was ist zu thun?.... Doch, ich habe Perlen, ich habe Diamanten, ich kmne ihrm Wetth nicht: o mein Sohn, wenn sie dich rettm könnm, ich gebe sie mit Freuden hin.« Dann Uef sie in ihr Zimmer, und kam bald mit einem Kästchm zurück. »Nimm,« sagte sie, »nimm schnell, bevor ich Gewissensbisse empfinde, dir allein gegebm zu habm, was ich unter Euch Alle hätte theilm sollm....« Eine Empfindung von Scham ließ Jakson zögern; er verschlang mit dm Augm das Kästchm, und wagte nicht die Hand daran zu legen; aber bald erstickte er das Muvüreln seines Gewissms, er ergriff die Edelgesteine seiner Mutter, und eilte hinaus, ohne ein Wott, selbst des Dankes, zu sagm. Mad. Mazod sank vemichtet auf dm Stuhl zurück. 2. Um dm mit Blumm bedecktm Tisch standm die drei ältestm Töchter des Hauses, und schwatzten und lachtm nach der Weise der Jugmd. Elizhama wand Rosmkronm, welche sie um die goldne Lampe mit siebm Armm ordnete; Isabel schmückte prächtige Kandelaber von massivem Silber damit; Gedida steckte Blummsträuße in schöne Vasm, die auf dm verschiedmm Möbel» prangen solltm; auf dem Teppiche saßm zwei Kinder und pflücktm Rofenttätter in einen Korb; Sella, das altere von diesm, unterwies dm klemm Ammiel, wie er dabei verfahrmsollte. »Das ist doch ein schönes Fest, das Schwuothfest!« sagte Isabel.

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