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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-21 · Heft 100 (21.11.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 100 (21.11.1837)
Date
1837-11-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. s-hrg-mg. AkLZeMerne No. lOO. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concessron.) Leipzig, den 21. November 1837. BeuachrrchLrgrrng. Wir können ein theilnchmendes Publikum benachrichtigen, daß die Angelegenheit einer jüdischen Fakultät im besten Gange ist. Es werden sich bedeutende Gemeinden an die Spitze der Sammlung stellen. Dies muß um so mehr die Freunde Israels aufmuntern, nicht zu feiern. Alle Colleüen bitten wir uns mit genauer Namens- und Standesangabe zu übersenden, weil jeder einzelne Geber mit seiner Gabe veröffentlicht werden soll; doch werden die Veranstalter der Sammlungen ganz besonders an der Spitze ihrer Saurmlung genannt. Die Redaktion. Politik. Zeitungsnachrichten. Aus Polen, 2. Nov. Den Juden in Polen wird von der russischen Regierung die bisherige Fleischsieuer erlassen, und dagegen zur Pflicht gemacht, aus den Staatsmagazinen eine unbestimmte Quantität inländischen Tuches zu nehmen, wodurch der Ausfall in den Staatseinnahmen gedeckt, die Juden zu einer wärmern und reinlichem Kleidung veranlaßt, und im Aeußem den Christen ähnlicher gemacht werden sollen. Auch spricht man von der Errichtung von Gewerbschulen für israelitische Kinder. Dresden, 26. Oct. Die Hannov. Zeitung macht die Bemerkung: »Die End - Ergebnisse der langen und kostspieligen Bcrathungen in den sächsischen Kammem über die Juden- Emanciparion sind folgende: 1) Unter großen Beschränkungen und nach Überwindung großer Hindemisse dürfen 20 bis 25 Juden in zünftigen Innungen Muster werden; 2) Sie dürfen einige unzünftige Gewerbe, zu deren Betreibung das Bürgerrecht als erforderlich angesehen wird, als das Lackirm, das Petschaststechen, den Buchhandel, die Steindruckerei u. s. w. betreiben.' 3) Es fallen weg: die Sporteln wegen Errichtung eines selbstständigen Haushalts; die wegen Verehelichung mit einer inländischm Jüdin; die 10 Thaler, welche bei jedem in Dresden, ausgebrochenen Feuer gezahlt wurden. *) 4) Beim Aufenthalte eines Juden in Freiberg darf ihn nicht mehr ein Polizeidiener begleiten. 5) In Leipzig und Dresden dürfen sie sich Synagogen bauen. 6) QcfyaUen sie ei» angekaustcs.Haus in Lehn gereicht, dürfe» dies jedoch binnen 10 Jahren nicht verkaufen. 7) Bedürfen die, welche in den Vorstädten von Leipzig und Dresden wohnen wollen, keines ärztlichen Zeugnisses mehr. —' Vergleicht man diese Dortheile mit dm Nachtheilm. des nmen Gesetzes, so möchte wohl beides gegm einander aufgehm, und die Lage der Juden sich weder verbessert, noch verschlimmert haben.« Diese Bemerkungm klingm sehr sonderbar, da sie aus einem Lande kommm, wo eben so langwierige und noch kostspieligere Debattm über die Juden-Emancipation gehalrm, der Freiheiten auch nicht mehre gegeben wurden,. und am Ende diese Debatten — zu Nichts führten, weil sie die königliche Sanction, durch das Ableben Wilhelms IV., nicht erhielten.'! Uebrigens hat der Abfasser vergessm, daß 8) die Juden in Sachsen zur Advocatur zugelassen werden, 9) daß aus der königl. Chatulle ein Bedeutendes jährlich zur Bestreitung des jüdische» Cultus fließt. Endlich wenn gefragt wird, ob die Lage der Juden verbessert wordm, so kann nur der Befangene mit Nein antworten, -— dmn unwiderruflich beweist jede Discussion und jedes neue Zugeständniß, daß die Emanciparion die Sache, der Gerechtigkeit ist, und daß dieser Beweis nun auch in Sachsen geführt ist, ist Vortheils gmug. Hamburg, 3. Nov. (Privatmitth.) Der hiesige Kaufmann Herr Lazarus Gumpel, ein naher Verwandter des Herrn Geh. Commcrzienraths Herrsch auf Gleißen, von welchem diese Blätter (No. 82.) neulich so Rühmliches zu berichten hattm, hat die Anzahl der wohlthätkgen jüdifchm Stiftungen hierfelbst um eine sehr segensreiche und zweckmäßige vermehrt, indem er ein weitläufiges Grundstück angekaust und dasselbe zu einer Anstalt bestimmt hat, in welcher 51 arme Familien freie Wohnung, ohne allen Mielhzins und Abgabm, erhalten werden. Sobald über die innere Einrichtung, Statuten u. s. w. dieser Anstalt Näheres bekannt werden wird, werden wir es unfern thMnehmenden Leser», mittheilen. *) Die Juden stellen nun ebenfalls Lösch - und Wachmänner.

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