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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-09 · Heft 95 (9.11.1837) · p. Seite 378

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 95 (9.11.1837)
Date
1837-11-09
Page
Seite 378 (sequence 2)
Language
German
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378 lobet mindestens nicht heilsam berührt wurden. Es steht deshalb zu wünschen, daß derjenige, welchem daS Amt des Verstorbenen anvertraut werden möchte, eine würdige Vermittelung und Annäherung der in ihren Rekigionsbcküefnissett so - sehr geschiedenen Gemeindeglieder zu Stande zu bringen fähig wäre. Gern würde man alsdann darauf verzichten, in ihm jene ausgebreitete und allseits anerkannte talmudische und .jüdischliterarische Gelehrsamkeit zu bewundern, in welcher der Verstorbene gewiß für lange Zeit unerreichbar bleiben wird, statt deren aber einen entsprechenden Ersatz in einer zeitgemäßen Bildung und Wissenschaftlichkeit und solchen energischen Geistesmitteln finden, welche den verschiedenartigen Wünschen der Gemeindeglieder in Bezug auf innere Organisation und Synagogenwesen zu einem gemeinsamen befriedigenden Anziehungspunkte machen könnten. Schließlich will ich noch bemerken, daß nach dem Hinscheiden des seUEger die hiesige Repräsentanten-Versammlrmg im Vereine mit dem Gemeindevorstande dm Beschluß gefaßt, die Rabbinatsstelle .sofort wieder zu besetzen, weshalb es wünschmswerth ist, Männer, welche zur Annahme dieses Amtes in obigem.Sinne befähigt sind, alsogleich in Vorschlag zu bringen. Noch folgte hier eine Abschrift von einer der hiesigen Zeitung beigegebmm Todesanzeige und refp. Auszuge aus dem Testammte des Verewigten, welches letztere^ allein schon die Charakteristik des Tesiammtes giebt — Todes - Anzeige. Daß unser gute und ftomme Vater, der Oberrabbiner Herr Jacob Moses Eger, nach dem gerechtm Willen des Allgütigen, den 12ten d. M. ('"ran 'rr) von dem irdischen zu einem bessern Lebm abberufen wordm, machm wir hierdurch seinm Freunden und Verehrem, insbesondere seinm b'N'Qpn (Schülern) und Ö*nan (Collegen) unter Mittheilung eines Auszuges aus seiner letztwMigm Verordnung also lautmd: Von meinem Ablebm soll meinen und ö'^an durch die öffentlichen Blätter Nachricht gegebm werdm, mit Hinzufügung der Bitte, die ich an dieselben richte, daß sie na* matb im ersten Jahre alltäglich, und am Sterbetage alljährlich Ein nrawa p"iD studirm möchtm und mich außer miap tnpaa nirgmd a'Doa zu sein — schuldigst bekannt. Posen, dm 17. Oct. 1837. Die hiuterlassmm Kinder und Schwiegersöhne. Ueber die Grundsätze der Redaction. (Schluß.) Wir habm nun noch eimn sthr wichtig« Attikel zu besprechm, über dm wir uns mit dem Publikum verständigm müssm, es find dies: ^die Correfpondenzen, Auszüge, Repliken« — hier, wo am österstm individuelle und selbst persönliche Verhältnisse zur Sprache kommm, ist es auch am leichtesten, daß unsere Zeitung und die Redaction mißverstanden und demnächst verdächtigt werdm kann. Ueber den Zweck und die Bedeutsamkeit dieser Correfpondenzen habm sich in jüngster Zeit einige unserer Correspondenten selbst ausgesprochm, daß wir füglich darauf verweism können (No. 85 und 87). Sie sollm die gegenwärtige Wirklichkeit Israels ganz nahe bringen, sie sollen Trbleaux der bestehenden äußeren und inneren Verhältnisse Israels aufstellen, sie besonders sollm der Kanal, das Verbindungsmittel zwischm den zersirmtm Gemeindm Israels sein, hieraus soll man die jeweiligen Bedürfnisse, Besirebungm, Wünsche, Hoffnungen und Vollbringungen Israels erkennen. Zur Erreichung dieses bedeutfamen Zweckes darf weder Lobhudelei, noch Tadelsucht vorherrschen und dm Griffel fuhren: die eine schmeichelt dem Wahne der Jndiffermtistm und Gleichgiltigm, legt dem Scheine Wetth und Verdienst bei, und untergräbt so jeglichm Fortschritt, — die andere sieht durch ttübe Brillen, hemmt und kühtt dm edelstm Eifer ab, nimmt dem Verdimste sein Bewußtsein und seine Anerkennung. Von wem gehm aber Cvrrespondmzm aus?, Von Individuen. Wie oft kann es da kommm, daß individuell, einseitig, persönlich gmttheilt wird? Wie oft kann der beste Wille da irren, wie oft schlechter Wille sich lautbar machm? So wichtig, so bedeutsam, so durchaus nochwendig, so wirkungsreich daher auch solche Correspondenzen sind, so sehr wir deshalb immer wiederholt Autorm und Publikum darauf aufmerksam machm — so läßt sich doch hier immer eine objective Anschauung und Darstellung nicht vrrbürgm. Drei Mittel aber sind, hierfür zu schützm, und dm sichem Weg im Allgemeinen zu gehen. Das erste liegt in dm Referaten selbst. Denn allerdings werdm sich dem Publikum Artikel, die in leidenschaftloser, ruhiger Haltung geschrieben sind, und solche, die aus irgmd einer persönlichen Bewegung hervorgegangm, bald von selbst kund thun. Das zweite ist, daß wir jeder Zeit Entgegnungen und Berichtigungen aufzunehmen gewillig sind, die also Angriffe zurückweism, oder wmigstms dm Gegmstand von einer andem Seite darstellm können. Wir machm allerdings hier die Bemerkung, daß wir grobe, verletzmde, und zu fchalm, nichtsbezweckmdm Zänkereim und Persönlichkeitm führmde Artikel stets zurückweism »et&m, und daß wir überhaupt wünschm, daß dergleichm Stteitigkeitm nie höchstens über den.dritten Artikel hinaus gehm mögen. Das dritte Mittel mdlich wird darin liegm, daß sich die vorzüglicheren Männer der einzelnm Gemeinden bestimmm, selbst dergleichm Referate zu liefem, und so Rechmschaft von ihrem und ihrer . nächsten Umgebung, Thun und Sttebm zu geben. Nicht : als ob Jedweder sein eigener Lobredner werdm solle — aber i man bckenke dabei, wie auftegmd es ist, wenn Icker, der

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