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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-04 · Heft 93 (4.11.1837) · p. Seite 370

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 93 (4.11.1837)
Date
1837-11-04
Page
Seite 370 (sequence 2)
Language
German
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370 des Niederlassms ^infame. Diese Ausnahme zu Gunsten Aargau's, deren Richtigkeit zur Zeit durch Herm von Rayneval anerkannt wurde, war auch als feststehend betrachtet zur Zeit der Wah lschenStreitigkeit. Der Gegenstand wird noch erörtert. St. Petersburg, 7. October. Sr. Mai. der Kaiser haben bei Hochstihrem Aufenthalte in Odessa auch die israelitischen Knaben- und Mädchenschulen, sowie die israelitischen Armen- und Krankenhäuser mit einem Besuche bechrt, und ihre.Allechöchste Zufriedenheit wiederholt ausgesprochen. Paris, 16. Oct. Die Akademie der schönm Künste hat Herrn Leon Halevy eine Medaille zuerkannt als Beweis der Zufriedenheit mit dem Texte des lyrischen Stückes, welches bcrfetbc für die Preisbewerbung der musikalischen Composition verfaßthat. Es ist das erstemal, daß die Akademie eine solche Auszeichnung dem Verfasser der für den großen Preis componirten Cantate bewilligt hat. Th« o Io g i e. Ueber die Würde der Frauen in Israel. Bon V. Caro. (Schluß.) Was die Chaliza betrifft, so Pflichten wir der Ansicht des Vers, bei, bis auf den Punkt, daß sie »weit häufiger« als die Ehescheidung vorkomme, — und fehlt es uns an einem so ausgezeichneten Gelehrten, frommen und kräftigen Mann, wie Rabbi Gerfchom, an der Spitze einer Synode, wie die zu Worms war, um diese und ähnliche Gebräuche, die unserem Zeitgeist« nicht mehr zusagen, abzuschaffen; 12) auf eigene Hand aber darf kein Rabbiner sich dieses erlauben. — 1Ä) Ueber die allerwichtigsten, nicht mehr angemessenen Gebräuche (s. nvsr rp*i2 2ter Th.), wozu hauptsächlich noch ein sehr großer Theil der Trauergesetze Nlb28 mabn zu rechnen wäre, welche weit häufiger und gewöhnlicher als die Ehescheidung und Chaliza zugleich Vorkommen, und auf uns als eine schwere Last liegen, obgleich sie in der Thora'nicht anbefohlen und nur den morgenländrschcn Sitten angehören, — versteht sich mit Schonung der uns heiligen Familienbande und Andenken an dieselben. Hier ergreife ich die Gelegenheit, mich öffentlich als Verfasser dieser pseudonymen Schrift zu nennen. Ihr ganzer Titel ist: ,rwrr •nonw rnn rra» nbbi2 ri’*nn : v«2 tripn rinrrn ,mpbrna -«mab nrii 2) >21 d'nvr 1) mrma rrabab?|2röm ,nibvrin maxa tarznn imn >rri27» rö ,brr n-2 öj?3 3);a-n2!2«n2i panas ^^22 ttb m -i2'prr nssr Jninstt r,'^2 anpn rrawr Jipbnam — >21 rnmsa ^p^i ifina’» sta ,(örj:n?i nai2n 1«) Am ungerechtesten und härtesten aber drückt sich der Derf. über die religiöse Blldung des Weibes in Israel aus. »Es ist, sägt derselbe, gesetzlich mit Schranken umgeben, die nicht die Natur ihm gesteckt hat. — Was ist die Ursache der Erscheinung, daß während in allen Religionen die für das Zarte empfindlichen Frauen so regen und lebendigen Antheil an allen religiösen Gestaltungen nehmen, nur bei den Juden eine so geringe Theilnahme für das religiöse Leben bei dem weiblichen Geschlechts sich zeigt? Wohl nichts Anderes, als daß das bestehende Judenthum das Weib gewaltsam zurückstößt, und in ihm seinen empfänglichen Sinn für Religiosität erstickt. Dom öffentlichen Gottesdienst, der gedeihlichsten Nahrung religiöser Innigkeit, werden die Frauen fteigesprochm u. s. w.« — Welche Unwahrheit und welche Verläumdung! — Zwar widerlegt sich diese — eines Judenfeindes würdige — Tirade von selbst aus obiger Skizze, aber^wir wollen uns nochmals die Mühe nehmen, wmn auch nur der Leichtgläubigen wegen, dem Verf. Schritt für Schritt zu folgen. .Derselbe meint, die jüdischen Frauen zeigen-wenigen Antheil an religiösen Gestaltungen z haben keinen Sinn für Religiosität. — Besuchten denn aber wirklich unsere Mütter, und noch jetzt großentheils unsere Frauen, die Betschulen am Sabbathe und an Feiettagm nicht? — Werden sie etwa von den Pforten derselben durch Büttel »gewaltsam zurückgestoßen«? — Oder sind sie es nicht vielmchr, die mit zatter Hand Allmosen spenden. Kranke ihres Geschlechts besuchen und pflegen, und ihre Kinder in Gottesfurcht erziehen und ihre Männer im Unglücke trösten und ihre Schmerzen lindern? — Saget, Ihr Prediger Jeschuruns, sind unsere Frauen nicht Euere Zuhörerirmm? — oder beschämt nicht vielmehr manche fromme Tochter Zions sogar ihren Ehemann; die, wahrend er am Sabbach seinem Geschäfte, wie am Werktage nachgehet, sie zum Gotteshaus eilt, um aus Euerem Munde Gotteswort zu vernehmen? — Und warm es «icht unsere Mütter, die in dm barbarischm Jahrhunderten, der äußerm Lockungm ungeachtet, sich freiwillig der Verbannung, dem Tode Preis gabm, und von unserer heiligm Religion naa cnbnab nsi-im ,cai^orn vribsv ,bat‘ro’' '22 sprj («>1221) TO^aa^boip — >21. Einen kurzen Extract des 2ten und wichtigsten Theils lieferte Dr. Jost in seiner »Allg. Geschichte des israel. Volks« S. 542—44., und Dr. Auvz citirt es mehrfach in seinem berühmten Werke: »Die gottesdienstlichen Borträge der Juden« (Vorrede VIII. u. S. 476. 478. 479. 480.). Ein Nachdruck des 2ten Th. mit Anm. (die nicht überall meine» Beifall haben) veranstaltete der verstorbene I. M y s e s aus Lemberg, in Wien unter dm Pseudonymm frvpbJtBrr rrNvwa» JrniK 1823. Hiernächst wäre auch Peter Beers Meinung im Dikure It»m («Lpt1), daß der Herausgeber selbst der Verfasser sei, zu berichtige».

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