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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-04 · Heft 93 (4.11.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 93 (4.11.1837)
Date
1837-11-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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i. s-hrg-ng. ÄkLZeMeiVe No. ss. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mt König!. Sächsischer allergnädigsirr Covcrssiov.) Leipzig, den 4. November 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Wien, 6. Oct. <Privatmitth.) Am 13. vorigen Mon. wurde der israelitisch-deutschen Schule zu Ofen die ehrenvolle, auszeichnende Huld zu Theil, von Ihrer K. K. Hoheit, der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Maria Dorothea, Gemahlin des allgeliebten Palatin von Ungarn, in Begleitung Höchstihrer Oberhofmeisterin, der hochgcbocnen Gräfin von Thurn Exc., mit einem allerhöchsten Besuche beehrt zu werden. Höchstdiesrlben gerührten daselbst, einer Privatprüfung sowohl mit den Zöglingen der Bcwahranstalt, als auch mit denen der Normalklassen in den vorzüglichsten Gegenständen Höchstihre Gegenwart zu schenken, und in dm huldreichstm Worten Höchstihre völlige Zufriedenheit sowohl mit der Organisation des Ganzen, als mit dem Fleiße der Zöglinge zu erkmnm zu geben. Sebastopol, 11. Oct. *) Am 25. Sept. begabm sich Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland und Ihre Kaiser!. Hoheit die Großfürstin zu Pferde nach T sch u fut- Kale, wo sie von den dort wohnmdm karaitischm Juden mir freudigem Hurrahgeschrei empfangen wurdm. Nachdem sie die karaitische Synagoge besucht und dem Gottesdimste beigewohnt hatten, beehtten sie eines von dm karaitischm Häusem mit Ihrem Besuche, und kehttm nach eingmommmem Frühstücke nach Baktschisarai zu Pferde zurück. Turin, 2. Oct. Ein merkwürdiges Actmstück unserer Zeit, ein wichtiger Beitrag zum Erweis, wie schwer cs Europa wird, dm Kampf der Intoleranz mir der Duldung und Liebe, die Mmschmwohl und Menschenrecht verlangm, zu Ende zu kämpfen, ist folgmder Bericht der Allg.Zeit, über die Unterdrückung der Protestanten in Sardinien: »Wer die redlich« Bemühungm unsers jetzig« Königs um Austichtung des Landes durch industrielle und Kunstanstalten, Handelserweiterungen, öffmtliche Bautm, Kunststraßm u. s. w.,. wer sein menschenfteundkiches und un- «schrockmes Bemühen in Gmua zur Zeit der Cholera be^ trachtet, der begreift nicht, wie neuerdings von feiner Regierung eiu Circulair ausgehmkonnte, das allm Notarien verbietet, Acte zu Gunsten von Protestanten auftusetzm, selbst Käufe und Verkäufe, an dmm Protestantm Theil *) Vor Lesung dieses Artikels erinnern wir an die Rotizm in No. 9. und 84. über das Zudendorf Tschufutkals in der Krimm. D. Redact. haben. Noch mehr:'Protestanten dürfen künftig im Königreich Sardinim nicht mehr als Zeugen gebraucht werden. Dieser Geist der Intoleranz, der das Volk zum Anfang des siebenzehnten Jahrhunders zurückführen möchte, wo unser Staat bekanntlich einer der dunkelsten war, steht in genauem Einklänge mit dem so eben erschimenen Projekt eines Civilgesetzbuches, an dem seit siebm Jahren die erstm Rechtsgelehttm des Landes und der Universität arbeiteten, und von dem man sich viel versprach, zumal da unsere bürgerliche Legislation bisher so zurück war, und an lang vergangene Zeiten erinnert. In diesem Projekt werden die Protestanten bei bürgerlichen Verträgen schlimmer als die Juden behandelt. Auf keinm Fall ist dieß ein Mittel, den Piemontesem und Savoyern die Erinnerungm an dm Code Napoleon aus dem Sinne zu bringm«< — O ihr Rechtsgelehrten, was müsset ihr vom Rechte verstehm! Wie? wird man aus diesem Standpunkte der Protestantm auch schließm dürfen, daß die sardinischm Protestanten demoralisirt, dem Staate schädlich rc. rc. sind? Wir glauben es nicht. Wir glauben sicher, daß sie eben so moralisch, ebm so ttme, rechtliche Bürger sind, wie in allm anderm Staatm! Aber der Anwendung auf uns könnm wir uns chemisch nicht mthaltm!- Aus der Schweiz, 10. Oct. Weitere Nachrichtm über die Veranlassung der Stteitigkeitm zwischm Frankreich und der Schweiz sind folgende". Einem ftanzösischm Judm aus der Gegmd von Straßburg, Namens Nathan S chuster, der sich in der aargauischm Gemeinde Lengnau als Schlachter niederlassm wollte, wurde von der Regierung die Bewilligung verweigett; Herr von Montebello hat hiergegen eine derb abgefaßte Note erlassen. — Der Nouvelliste vadois erzählt dies folgmder Maßm: Ein Israelit Sttaßburgs war von seinm Glaubmsgmossm in Lmgnau im Aargau berufm worden, um bei ihnm einige mit ihrer Religion verbundene Functionm zu übernehmen. — Die aargauische Regierung verweigette ihm die Erlaubniß dazu zu geben. Hierüber hat der Gesandte Frankreichs Re- . clamationm eingereicht. Die Regierung antwottete hierauf, indem sie bewies, daß zur, Zeit der gegmseitigm Verhandlungm im Jahre 1827 über Niederlassung in Frankreich oder der Schweiz, der Canton Aargau auf den Grund, daß er in feinem Reiche ganze Gemeindm von Judm schon habe, sich die oberste Aufsicht über diese Anhäufung von gedulderm Personen vorbehielt, so wie das Recht zu bewilligm oder ] abzuschlagm, wer von ihnm von auswärts um das Recht

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