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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-11-02 · Heft 92 (2.11.1837) · p. Seite 367

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 92 (2.11.1837)
Date
1837-11-02
Page
Seite 367 (sequence 3)
Language
German
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367 Unsere zweite Rubrik wird von der Theologie ausgefüllt. Hier muß eine doppelte Richtung berücksichtigt werdm. Denn sowohl die wissenschaftliche Bearbeitung unserer Theologie, als auch die Belehrung und religiöse Erhebung des Publikums will befördert werdm. Es ist natürlich, daß bei diesem unendlichen, hier vorliegmden Stoffe nicht alle Anforderungen bislang erfüllt werdm konntm. So ist für dm homiletischen Theil der Theologie noch fast gar nichts geschehen — da wir selbst die Mittheilung der rPredigtmtwürfe,« die wir Anfangs gegeben, unterbrochm habm — indem wir aber hierfür, mit dem nächsten Zahre einige besondere Veränderungen t in unserer Zeitung zu machen gedenken, könnm wir einstweilen hierüber schweigm. — Wie wir es schon früher ausgesprochen, und wie sich wohl schon jetzt thatsächlich herausgestellt hat, ist es uns durchaus nicht darum zu thun, eine der besonderen hmtigen Ansichtm innerhalb unserer Theologie allein zu verfolgen. Es ist aber auch nicht unsere Jntmtion, durch offenbarm Kampf und Bruch die Spaltung zu mehren und zu weitem, sondem in der ruhigm Besprechung aller verschiedener Ansichtm nebmeinander kann allein eine- Alle und Alles durchdringende Entwickelung und Weiterbildung hervorgebracht werden. Wir wollm nicht durch gegmseitig aufgestellte »Thesen,« derm beiderseitiger Erweis nur in dem Glauben beruhen kann, eine nichtsbezweckmde, geräuschvolle Discussion bewirken, sondem indem uns der Wunsch beseelt, ganz Israel, ohne Trmnung und Zwietracht, vorwartszufuhrm, glaubm wir sowohl der Wahrheit, als der Zukunft aufrichtig zu dienen. — Man hat uns schon einige Male privatim die Vorstellung gemacht, daß wir bislang zu wmig auf Verbefferung des Gottesdimstes drangen. Daß dieselbe uns wahrhaft am Herzm liegt, brauchen wir wohl kaum auszusprechen. Allein einen Theils hegen wir dieÄnsicht, daß hierin am meisten durch praktische Beispiele gewirkt wird, wie diese durch die Correfpondenzen vorgefuhrt werdm, und daß es andern Thells zuvor Noch chut, den gesunkenen Sinn zuvor im Allgemeinm erst immer mehr zu wecken. Im nächsten Verlaufe btt Zeitung werdm wir auch eine Reihe praktischer V orsch läg e hierüber heranbringm: so wie überhaupt, da jetzt beim Schluffe der meistm Kammem eine kleine Windstille im Politischm eintreten wird, wir uns vielmehr nach innm wenden, und mit Gemeinde-Verfassung uns beschäftigen werdm. Wir habm nun die Rubrik Lkte.ratur vor uns. Hier sind wir allerdings in der argm Verlegmheit, daß die Präponderanz dm beiden vorigm Rubrikm gebührt, weil sie unmittelbar aus'dem Lebm kommen, und auf das Lebm influirm, je dmnoch die neuestm Erscheinungm der Literatur herangebracht und besprochm sein wollm. Wir könnm «nS hierin einm gleichmäßigen Gang nur dadurch verschaffm, daß wir in dm literarischm Notizm alsbald von dm nmen Erscheinungm Kunde gebm, mit der ausführlichen Besprechung aber langsam nachkommm. Ein Jeder aber wird uns Dank dafür wiffm, daß wir durch den vom Herrn Dr. Fürst, diesem ausgezeichneten Kenner der jüdischm Literatur, eröffnetm »literarischen Salons eine Menge lehrreicher Be« merkungm aus alter, nmerer und ausländischer Literatur heranbringm, von dmen Niemand ohne Bereicherung und Unterhaltung scheiden wird. Die »Belletristik« ist ein Zweig unserer Zeitung, dessm Zweck wir hier mit einigm Wortm besprechen müffm, damit nicht der eitle Vorwurf, als ob es blos auf Unterhaltung mit ihm abgesehm sei, aufkomme. Das Judmthum ist bei Judm und Nichtjudm dadurch besonders in eine gewisse Verachtung gesunkm, daß es stets in einem unästhetischen, neuerer Bildung nicht conformm Ge- .wande in die Oeffmtlichkeit trat. Man kann es überall bei dem großm Haufm bemerken, daß bei dmm, die Kem von Schale nicht zu unterscheidm verstehm, darum eine lange Zeit Alles, was an's Zudmthum grenzt, schon im Voraus ein gewisses Lächeln hervoclockt. Hiermit muß es anders werdm! — und ist schon, Gott sei. Dank! vielfach anders geworden« Und wenn die neueren jüdischen Prediger kein anderes Verdimst hättm, als daß sie durch eine gebildete, angemessme Form und Sprache in der jüngerm Gmeration wieder Achtung und Erhebung geweckt im und vor dem Judaismus, so wäre dies Verdimst schon unermeßlich. Das ist Erfahrungssatz, den Schreiber Dieses nicht aus individueller Stellung, sondem nach dm eigmm Wortm alter Rabbinm hinstellm darf. — Nach ebm demselben Ziele strebt die »Belletristik« dieser Zeitung, und verdimt deshalb doppelte Berücksichtigung. Dadurch, daß die Lehren, die Geschehnisse, und der ganze Geist des Judmthums sich in poetischer Gestalt, in ästhetischem Ueberzuge darstellt, steigt die Geltung desselbm ungemein, und gewinnt die verlormm Seelm wieder. Abgesehm hiervon bedmke man, wie hier gerade die Begeisterung, der Enthusiasmus, der höhere Guß des ecregtm Gemüthes über das Judenthum sich am angemessensten verbreitm kann, ohne als Separatismus verworfm zu werdm. So viel, um diesm Aussatz' nicht zu weit auszudehnm. (Schluß folgt.) Correfpondenzen, Auszüge, Repliken. (Aus München. Fortsetzung.) ' Diesem innern Drange des Dankes und dem Bewußtsein der Schuld sowohl, in der man sich gegm

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