Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 92 (2.11.1837)
- Date
- 1837-11-02
- Page
- Seite 366 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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die Emancipatkon der Juden, die in manchen Staaten vorbereitet wird, nothwendig mit sich bringt, verflochtm zu werden.« *) Das Vorhandensein dieser Note können wir dem anonym« Abfasser des Berichtes dennoch nicht so auf's Wort glauben, da sie denn doch den Behörden nicht unbekannt bleiben würdm, am wenigsten dm höchsten, die mit dem französischm Gesandtm (Hm. v. Monteb ello) zu umerhandeln habm. — Ferner kommt die Frage herein, ob ein Gesandter durch eine Note einm von den Regiemngm selbst ratifizirtm Vertrag interpretirm kann, oder ob die Interpretation nicht allein wieder von dm Regiemngm selbst ausgehm muß; — wie aber der Vertrag von der französischen Regierung (obgleich zwischm 1827 und 1837 auch da ein UMerschied ist) verstanden wird, gebm die Worte des jetzig« Gesandtm und die Worte des Königs der Französin hinreichmd zu verstehen. Vor diesin Argummtm verschwinden die Bemerkungen des Berichterstatters in Nichts. Freilich habm die Schweizer Recht, wenn sie nicht in »Uebel« verflochten sein wollm, — denn sie habm der Uebel leider! schon zu viele zu Hause. Ueber die Grundsätze der Redaction. (Fortsetzung.) Wir habm in No. 41. 47. 53. 65. 73. die Ansichtm hingestellt, welche wrr in Bezug auf die allgemeinen Richmngm des gegenwärtigen Judmthums hegm, und welche uns in unserer Behandlungsweise und Beurtheilung der Geschehnisse und Bestrebungm innerhalb desselbm leiten. Der freundliche Leser, wird uns nun-auch zu einer Ueb erficht der praktisihm Ausführung folgm, zu der Bettachtung der Verwirklichung, des Details. Hier vor Allem möchten wir dem Lesir in die Erinnerung rufen, daß jegliches Mmschmwerk begründet wttdm und wachsen muß, und daß die Früchte nicht vor der Blüche kommm, nicht vor der Reife verzehrt w«dm können. Erst dann kann gesiagt w«dm, ttfüllt es dm Endzweck seines Daseins, erfüllt es seine Verfprechungm, erfüllt es das, wodurch wir uns verlockm ließen, ihm zu «ahm? — Die Redaction hat nicht Ursache, sich zu beklagm, denn eS ist hitt von vielm und mtferntestm Seitm die Hand gebotm wordm. Sie hat abtt auch keine verschmäht, in dtt nm etwas Werthvolles gelegen, und ihr Bemühm ist unablässig, die Dttbindungm immtt weittr, ausgedchut«, bestimmttt zu machen. Freilich giebt es Viele, die eine jede nme Erscheinung mit Fmtt auffassm, und sich ihr rasch zu nahm suchm — abtt eben so schnell vttlischt es wiedtt, und die Hand sinkt schlaff zurück. And«e aber, und das sind *) Hierzu macht die Allgemeine Zeit, die Anmerkung: »Die Freunde der Humanität werden mit diesen Gründen woh.l schwerlich zufrieden sein.« die Sichttm, die Umsichtig«, schäum zwar dem Wttdmdm zuvor bettachtmd zu: abtt habm sie dm Lauf und die Entwicklung ttkannt, so schließm sie sich mg und ttm dtt Phalanx an, und eine feste Ausdautt laßt sie nicht weichm, so lange es besteht. — Beidm haben wir begegnet. Unsire ttste Rubrik war die Politik. Diese trennt« sich in dieAeitungsnachrichten und in die politisch« Controle. W« die Zeitungsnachrichten dtt vorliegmdm zwei Quattale dmchmustert, wird bald ersehm, daß d« größtte Theil, besonderst dem Raume nach, »Privattnittheilung« ist, d. h. unsirtt Zeitung eigmthümliche, aus eigmtt' Correspondenz geschöpfte, nicht aus andttm Blattem mtlehnte Artikel; und daß die anderen aus einem großm Kreise von Zeitblättem gesammelt sind, so daß nichts von Bedmtung unsirtt Beachtung mtgangm ist. Unsir Grundsatz hierin ist, Alles aufzunehmm, was sowohl das Zudenthum selbst, als auch hervorragmde jüdische Persönlichkeit« betrifft. Allttdings ist ein solchtt Kreis unbestimmt abgesteckt, und ein« systematische-Gmauigkeit kann nicht gefordert wttdm. Denn wie stets die Gegmwart ein wogmdtt Zustand ist, aus dem sich das Bedmtmdtte ttst mit d« Zeit ab löset, und als Solches darstellt, so könnm auch Zeitungsnachricht« nur erst einm ttübm Spiegel abgeben, und es ist rmr die Pflicht, Alles'sogleich zu gebm, um das spat« sich Entwickelnde aus seinm erstm Urfprünglichkeitm h«aus verfolg« zu können. Am wmigstm abtt wird, bei vollständig« Ue» berschauung, etwa eine aristokratische Färbung, besonders Aristokratie des Geldes, zu erschauen seim, und protestirm wir feittlichst hiermit gegm jede solche Muthmaßung und Verdächtigung. Die ganze Geschichte Israels zeugt geg« eine solche, und w« dm Charakter d« heutigm Juden gmau und wahrhaft kamt, dtt weiß, wie sehr inntthalb d« Gemeindm nivellirmde Gesinnung vorherrscht, und ein Jude sich jedem andem Judm gleich dünkt, gleich stellt, und gleich« Att auf feine Weise honoritt sein will. Die politische Controle hat den doppelt« Endzweck, die Tagesbegebmheitm zu belmchtm, so wie über bedeutsame Verhandlungen ausführlich zu referirm, und die Idem üb« unsire Emancipation beiderseits (für Judm und Nichtjudm) klar und erweislich zumachen. Unsire Zeitung begann gerade in ein« Epoche, wo mehreren dmtschm Kammem Gesetzesvorfchlage zur Vttbesserung dtt jüdischm Vtthälmisse Vorlagen. Dahtt kam es, daß anfänglich der größte Raum d« Zeitung von der politifchm Conttole eingmommm wurde. Daß diese ab« nur eine Seitt unsir« Bestrebungm ist und sein soll, lmchttt aus dem weitem Bttlauf dies« Zeitung hervor, so wie es sich, dm Zeitverhältnissen gemäß, immtt mehr Herausstellen wird.