Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 86 (19.10.1837)
- Date
- 1837-10-19
- Page
- Seite 343 (sequence 3)
- Language
- German
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343 dest Keinm, der den Weisen ehrt, — geschweige Einen, der ihn nährt. — Und, wie du weißt, sind solche Werke nur für Männer, — die selber sind Kenner, — oder lohnende Gönner, — und nicht für Thoren, die darüber lachen, — und sich lustig machen. — Denn die Dichtung ist in drei Bedingnissen gegründet: — sie bedarf des Freigebigen oder des Kenners oder des Hohen, der'sie empfindet; —-Solchen verkauft sie sich als Magd, ohne das ihr Licht darum schwindet; — aber geht leer aus, wenn sie keinen von diesen findet. — Und darum in dieser Zeit — liegen die heiligen Steine entweiht — und ist verdorben das edle Gcschmeid. — Und sind auch die schönstm Lieder als Knechte und Mägde des Verkaufs gewärtig — cs ist kein Käufer gegenwärtig; — der Reichen Freigebigkeit ist ein Stab von Rohr, — mit ihrer Zunge heucheln sie Erhöcung vor, — doch ihr Herz ist ein verschlossenes Thor. — Und an jedem LagerSct — ruf ich: Ist hie ein Hort? — doch aus bleibt die Antwort — und nur Heerden lagern dort. — In den Städten reißt sich Keiner los — aus dem Schlaf in der Thorheit Schooß, — und siehe keinen Mann noch eines Menschen Stimme Hab' ich ftmdcn, — sondern Roff und Esel angebunden, — hingegrben — an der Begierde Sclavenleben. — Wie sollte da das Herz sich fassen, — wie die Seele sich begeistern lassen, — an seines Volkes Söhne sich zu richten — mit Reden und Gedichten? — Das hieße Juwelen schütten auf einen Haufen Steine, — und Perlen streuen vor das Vieh, das. gemeine! — Es sprach der Mann: Siehe, du hast vollkommen Recht, — es ist Keiner unter diesem Geschlecht, — der. die Mauerlücken aussirllt, — und ihr Bester ist des Dornstrauchs Ebenbild. — Aber wende dich ab von den Deinen und all ihrem schlechten Vorhabm, — die da ihre Hände stets verschlossen haben, — und kehre dich nicht an ihre Gaben! — Soll ob des Bösen das Gute untergehen? — Soll ob der Dornen und Disteln der Garten verödet stehen? — Den», wenn du ein Buch zu schreiben weißt, — voll Witz und Geist, — das alle Leser mit sich fortreißt, — in der Sprache schönstem Schmuck — und würzevollem Ausdruck, — und weißt Lieder voll Kraft und Leben — ihm einzuweben; — so wirst du das heilige Geschlecht rechtfertigen, — uns den Völkern der heiligen. Sprache Gewalt vergegenwärtigen. — Und nun geh', ich bin deines Mundes Beistand — und bleibe bei deinem Werke dir stets zur Hand. — Und suchest du einen Herrn, mit seiriem Preis dein Buch zu schmücken, — daß auch der Völker Augm seine Macht und Pracht erblicken: — Siehe ich habe mir erschen Zsai's Sohn, — ihm bringen die Könige reichen Lohn, — und sein ist der Herrschaft Thron; — denn mit ihm Hab' ich einen Bund erhöht, — der ewig besteht. — Als er geboren ward, — rief Gott in feines Volkes Gegenwatt: — Siehe ein Sohn ist geboren dem Hause Davids, der den Ramm Josia ttägt, — auf dessen Schultern Obmacht ist gelegt, — deß Geist, wenn 'er über des Ruhmes Leiche sich regt, — Gebein zu Gebein bewegt; — das Bild der Herrschaft wohnt in seinen. Blicke», — Gott ist mit ihm und Alles muß ihm glücken — und der Schlüssel des Hauses Davids ist auf seinem Rücken. — - Er gab Macht ihm, um zu helfen. Grub der Herrschaft Bild ihm ein; Haucht er auf des Ruhmes Leiche, Fügt Gebein sich zum Gebein. Und zwei Zeugen bezeugen seinen Fürstenstand: — David, seines Hauptes Krone, und Salomo, der Ring an seiner Hand. — Und derMann, der Solches nennt sein eigen, — hebt seinen Fuß über der Sterne Reigen; — er schwingt sein Panier empor, — und vor ihm her ruft des Volkes Chor: — Beuget euch! er ist der Fürst seiner Zeit! ■— so geschiehst dem Mann, den zu ehren der König gebeut. — Denn ohn' Aufhörcn besteht — die Glorie ftincr Majestät; — in seinem Herzen ein endlos Meer der Gesetze, — auf seiner Zunge die allrrköstlichsten Schätze, — ein Quell des Wissens in seinem Mund, — und der Siegerfchmuck in seiner Rechten 'macht dm Helden kund; — ein Cherub in seiner Schwingen Pracht — gesalbt mit dem Öle der Herrschermacht, — sein Antlitz, wie die Lampm des Tempels glänzen, feine Gedanken eine Leuchte der Herrschaft ohne Gränzea; — vom Vater auf die. Söhne vererbt sich sein Fürstenname, — ein edles Geschlecht, ein reiner Same. — Gott hat sein Erb' in lieblicher Gegend ihm zuerkannt, — des Herrschers Panier erhebt er in feinem Land, — und auf seinm Thron hebt Keiner Fuß noch Hand. — Nun siehe, diesem Fürsten finde — das Werk deines Geistes und deiner Hände, — der über Davids Thron und Reich Heil bringt ohn' Ende. — Auf des Allmächt'gen Macht Ruht seine Fürstenpracht Zum Stab ist er gemacht. Der nimmermehr verdortt. ° Josia, Gottesheld, Den Gott der Herr bestellt. Der unsere Nacht erhellt Als Licht, gesandt vom Hort. Er führt den 'Herrn zu euch. Der Fürst an Friede reich. Und mehtt das Glück, sein Reich Zu mehren fott und sott. Wie geschriebm steht? Sein Reich zu mehrm sott und fort. Josia, gottgcsandt. Daß seine Retterhand ' Erhalte Volk und Land, Der jeden Riß verklebt; Des Bundesvolkes Hora Die Lilie unterm Dorn Dem Volk des Glückes Born, Das in Verbannung lebt. Der Könige streckt dahin, Bor dem sie schweigend knie'n. Wenn sie ihn sehen zieh'n. Und er sich siegend hebt. Wie geschriebm steht: Und er sich siegmd hebt. Er herrschte lange Zeit, Der Fürst der Heiligkeit, Dem Gott als Goldgeschmeid Berlieh'n die Königskron',