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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-10-19 · Heft 86 (19.10.1837) · p. Seite 342

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 86 (19.10.1837)
Date
1837-10-19
Page
Seite 342 (sequence 2)
Language
German
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842 Belletristik. Proben AlcharizL'S tzeüräischem Viban, genannt Lachkemoni. - (Fortsetzung.) Der Dichter spricht: Als seine Worte vernommen mein Ohr, — wallte mein ganzes Herz empor, ~ daß ich fast die Besinnung verlor. — Doch sucht' ich mich zu fassen, —' und sprach zu ihm gelassen: — Deine Worte sind offenbar — ganz wahr! — Die arabische Sprache ist der Ausbund Hierauf antwortete der Herzog durch folgendes, aus dem Palaste von Kensington vom 23. Septbr. datirtes Schreiben: Meine Herren! Ich habe Ihnen den Empfang einer Einladungs-Karte von den für London und Middlesex gewählten Schcriffs zu deren Inaugurarions - Diner anzuzeigen. Mit ungeheucheltem Bedauern sehe ich mich genöthigt, ein so ehrenvolles Jeugniß Ihrer Achtung, welches Sie mir zugcdacht, ablehnen za müssen. Die unglückliche Krankheit, an welcher mein Gesicht setzt leidet, macht es mir durchaus unmöglich, irgend einer öffentlichen Feierlichkeit beizuwohnen. Die gewählten ScherUs werden daher gewiß glauben, daß mich nur der Zustand meiner Gesundheit daran hindern konnte, von dieser durch Ihre Güte mir dargebotenen Gelegenheit Gebrauch zu machen, um Ihnen persönlich die beifälligen Empfindungen auszudrücken, womit ich Ihren herrlichen Brief gelesen habe. Es wurde kein geringes Vergnügen für mich gewesen sein, hätte ich an der Feier eines Ereignisses Theil nehmen können, welches durch ihre inwohnende Tendenz, die Anhänglichkeit eines jeden Individuums gegen unser gemeinsames Vaterland-zu stärken und zu vermehren, so sehr dazu geeignet ist, die besten Interessen des Staates zu fördern. Meine Ansichten in Bezug auf diese großen Fragen, die in den letzten dreißig Jahren, zu verschiedenen Zeiten, die Aufmerksamkeit der Legislatur beschäftigten, sind allgemein bekannt; sie sind nicht plötzlich in mir entstanden, sondern waren das Resultat reiflichen Nachdenkens. Meine Herren! In weiser Absicht, wie sie ohne Zweifel sich einbildcten (und unter den außerordentlichen Verhältnissen jener Zeit konnte, was sie thaten, wohl gerechtfertigt werden), brachten die Staatsmänner des 17. Jahrhunderts mehrere Strafgesetze in Kraft, und legten der Gewissensfreiheit in diesem Lande harte Beschränkungen auf. Hätte man aber wohl glauben sollen, daß ein Disqualifications- Statut in Kraft bleiben würde, wenn die Nothwendigkeit, die seine Erlassung verursachte, nicht mehr vorhanden wäre? Leider aber war dies der Fall, und es fanden sich Männer — mich schmerzt es, daß ich es sagen muß — die, dem' immer mehr sich verbreitenden hochherzigen Geiste freisinniger und besserer Denkungsart zum Trotz, hinreichende Macht hatten, jene engherzige^Ansicht aufrecht zu erhalten und die alten Borurtheile längst verschwundener und vergessener Zeiten fortdauern zu lassen. Zum Glücke für uns, meine Herren, haben wir so lange gelebt, um die meisten dieser antisocialen, und ich kann mit Recht hinzufügen, unchristlichen Begriffe vertilgt zu sehen. Ich kann meinen Brief nicht schließen, ohne Sie zu bitten, dem Herrn Scherijs Salomon insbesondere meine wärmsten Glückwünsche zu der Erlangung stner hohen bürgerlichen Würde, welche ein Ziel seines gerechten Ehrgeizes war, abzustatten: daß er die Pflichten dieses Amtes ehrenvoll und gewissenhaft erfüllen wird, zweifle ich keinen Augenblick. Daß sein Scheriffsjahr zur Freude und Genugthuuug für ihn vorübergehe»- möge, ist mein herzlicher und aufrichtiger Wunsch, und somit verbleibe ich, indem ich noch einmal darüber mein Bedauern wiederhole, daß ich mich verhindett sehe, bei dieser höchst interessanten Gelegenheit zugegen und von diesem neuen Triumphe der bürgerlichen und religiösen Freiheit Zeuge zu sein. Meine Herren, mit Verbindlichkeit Ihr F. Augustus. an Trefflichkeit — aller Sprachen der alten und nmm Zeit, — und sie alle sind gegen sie rauh, — ihre Gesetze ungenau, — und barbarisch ihrer Worte Bau; — die heilige Sprache ausgenommen, — in der die Propheten Gottes Offenbarung vernommen, — in der er geheiligt seine Frommen,-in der sein Gesetz gekommen! — Und fern — sei es dem Herrn, — so der Schöpfer aller Sprachen gewesen, — daß er eine knappe und arme Sprache erlesen, —zu offenbaren sein heiliges Wesen. — Und bekanntlich war auch die heilige Sprache uranfänglich — reich und überschwänglich, — für jeden Gedanken empfänglich. — Aber seit wir verbannt — aus unsrrm Land, — und wir geworden mit allerhand — andern Sprachen bekannt, — und seit wir unsre eigne Sprache verlassen, — und ungenützt gelassen, — da verlor sie ihre erste Fülle und Reinheit — und ihre Feinheit, — und wurde nach und nach — dürftig und schwach. —- Und seit der Zeit, — daß wir weit und breit — unter die Völker verstreut, — und unser Herz von dem Sohn der Hebräerin Sara zu lassen anfing, — und dem Sohn der Aegypterin Hagar anhing, — ist unsrer Sprache schönster Theil erstorben, — und nur ein kleiner Theil blirb unverdorben, — den das Hagelwetter bis jetzt — ließ unverletzt. — Und doch auch mit diesem Geringen — können wir Wunder vollbringen, — und köstlichere Kronen daraus bereiten, — als die Pracht von goldenen Geschmeiden: — Gedichte, — besetzt mit der Schönheit goldnem Lichte, —und briefliche Berichte; — und können Lieder darin singen, — und Freundeswünsche darbringen, — die in die weiteste Ferne dringen, — allerhand Abhandlungen, — und Verhandlungen, — darin jedes Wort ein Edelstein, — das Leben flößet der Seele ein, — und das, mit Siegelstich in das Herz geprägt, — mit Gold eingelegt, —/einen Ruhm über die Erde ttägt. — ,Unb das sei dir ein Zeichen: daß unsre Sprache' die Sprach« der Wundermacht, — und die die Prophezeiung vom Himmel hcruntergebracht; — und ist sie jetzt auch knapp, sie weitet sich uns aus; — und ist sie jetzt auch eng, sie breitet sich uns aus. — Da sprach der Mann: Wenn deine Lippe Wahrheit spricht, — warum findet sich, wie dott in Zsmaels Sprache, so unter Israels Söhnen nicht — Einer, der als Held für die heilige Sprache ficht? — Zch sprach zu ihm: Der Mann ist nicht fern, der was, dein Wort da begehn, — dir bescheert — und dein Verlangen gewahrt. — Und wollten wir nur zu solchem Wecke, — nach seiner Größe und Stärke, —, uns bequemen, — und es unternehmen, — dieß Gebiet in Besitz zu nehmen, — so würden wir es gewiß bezähmen..— Allein für wen würd' es der Dichter vollbringen? — zu welchen Ohren würd' es dringen? — Denn Ohr und Herz ist jetzt erstarrt — und die Hände hart; — die Leiden, die uns bedrängt- — haben die Augen der Unsem verhängt; — sie sind im Hause der Lust gefangen, — und. die Männer vor der Thüre des Hauses mit Blindheit umfangen. — Da ist Keiner, welcher sicher und versteht, — Keiner, dem es zu Herzen geht; — und durchsuchtest du der Erde Gemeinden | gleich, — von Aegypten bis in Babels Reich, — du fän-

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