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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-10-14 · Heft 84 (14.10.1837) · p. Seite 334

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 84 (14.10.1837)
Date
1837-10-14
Page
Seite 334 (sequence 2)
Language
German
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334 gescheitert sind, und es bleibt nichts übrig, als den Menschen ' an sein eignes Bewußtsein zu verweisen. Endlich gehört zu den schwierigen Stellen der.Moral die Collision der Pflichten. Daß nun das Studium der Ethik, an sich betrachtet, schon von großem Werth sei, leuchtet ein aus dem Interesse, welches jeder Mensch daran nehmen muß, weil die Moral die Wegweiserin des Lebens sein soll. Für den jüdischen Theologen ist ein gründliches Studium um so nothwendiger, da er die Moral seiner Religion vor tausend Angriffen zu vertheid igen und als Religionslehrer die reinen Lehren derselben bei einem Volke geltend zu machen hat, welches durch traurige politische Verhältnisse in seiner Moral zum Theil irre geführt, verleitet, verkannt wurde. Quellen des Studiums sind die Heilige Schrift fllbst, die talmudischen Werke (besonders Aboth), Maimon's More Nebuchim, Hilchoth Deoth, die oben angeführten Religionsschristen und andere. Methodologisch ist es nicht nur rathsam, Moral und Dogmatik zu verbinden, zweckmäßiger scheint es!n. abstracto, wenn man die Dogmatik voranschickt. Ferner ist es besser, sich erst klare und durchdringende Erkennmiß der einzelnen Materien zu verschaffen, ehe man sich ein Moralsystem bildet. Bedeutendere Schwierigkeiten hat für den Theologen das Smdium der Ascetik, wenn nicht die neuere Zeit hier in ihren Anforderungen laxer und bei dem großen Umfang derfSkigen Disciplinen, deren Kenntniß man jetzt vom jüd. Theologen verlangt, billiger denkend wäre. Dennoch ist es durchaus vonnöthen, den Inhalt des Joreh Deah, Schulchan Aruch u. s. f. zu kennen, und das Studium dieser Schriften nicht zu vernachlässigen; unumgänglich nothwendig aber, eine klare Kenntniß von dem ganzen jüd. Cultuswcsen zu haben. Von der Methode gilt hier dasselbe, was wir oben über Talmudstudium überhaupt bemerkt haben. Leider machte Ascetik in frühem Jahrhunderten das alleinige Studium der Rabbinm aus, und auf diese Weise ist für die höhere jüd. Theologie die Zeit von Maimonides und A lbo bis auf Mendelssohn sehr unfruchtbar gewesen.*) 4) Jüdische Religions- und Kirchengeschichte. Wir bemerkten schon obm, wie mg die Geschichte der Synagoge mit der des jüd. Volkes verbunden ist, und versuchten einzelne Perioden derselben festzustellen. Von je größerem Umfange nun die Relkgionsgeschichte ist, desto mehr muß man sich beim Anfang des Studiums eine feste Grundlage zu erwerben suchen, und das Ganze mehr summarisch und *) Was vielleicht nicht unvermerkt selbst dem jüdischen Volksgeiste war, als er in der Zeit Mendelssohns das Sprüchwort geltend machten NW22 &P rrv 7N2A NV ND272 (d.i. Von Mose [bm Propheten) bis Mose s Mendelssohn) stand nur Mose-sder Maimonide) auf). compendiarisch sich bekannt machen, gerade so wie dem allgcmeknm Geschichtsstudium eine sichere Kenntniß der Universalgeschichte zum Grunde liegen muß. Erst dann gehe man in das Einzelne und wähle sich das eine oder andere speziellere Fach zum genauern Studium. Vorzüglich ist das Srlbstentwerftn von Tabellm mnemonisch und übersichtlich zu empfehlen. Unter allen Disciplinen ist kaum eine, welche ein so bleibendes Interesse für das ganze Leben behalten könnte, als" gerade die Kirchmgeschichte. Sie ist pragmatisch siudirt und erkannt nammtlich auch für dm praktischm Religionslehrer im höchsten Grade fruchtbar, besonders auch in ihrem speciellstm Theil, z. B. der Geschichte des Lebms und Wirkens kirchlich-historischer merkwürdiger Personen. Quellen sind hier wiederum außer Bibel, Apokryphen, Talmud, die Werke desJosephus, Philo, die Werke Juchasin, Aemach David, Buddel histor. «ccles. vet. T. Halle 1718., die Geschichtswerke von Hollberg, Heß, Jost, Beugnot, Depp in g, Spazier u. v. 2t. Zur Literaturgeschichte die Werke Wolf's,' de Rofsi u. A. Praktische Theologie, Rabbinalwissenschaften. Was zuvörderst das Predigen betrifft, so ist außer dem cheoretischm Studium der Homiletik nach den Werkm von Baumgartm, Mosheim u. A., die auch den jüd. Theologm nicht gmug zu empfehlm sind, das Lesm und Studiren guter Predigtm das Hauptbildungsmittel. Es fehlt der Synagoge jetzt nicht an gutm Mustem, obgleich auch sehr vieles Seichte und Schlechte zu Tage kam und noch immer kommt.. Als Muster jüdischer Kanzelberedtsamkeit dienm die Predigtm von Wolf, Wolfsohn, Salomon, Kley, Zunz, Mannheimer, Philippson u. A. Die vorhandenem Predigtentwürfe von Salomon und Kley, so wie auch die, welche in dieser Zeitung mitgetheilt werden, können dem Anfänger als Grundlage seiner Hebungen dienen. Er studire aber auch den Vortrag und die Action nach Pfannenberg u. A. Eben so ist ihm das Studium christlicher Kanzelredner, eines Reinhard, Jerusalem, Dräseke u. A. sehr zu empfehlm. Man übe sich, nun im Entwerfm und . Vvrtragm von Predigtm, sei ftüh darauf bedacht, das Gedächmiß durch Memorirm zu stärken, und versuche mdlich auch nach und nach, zu der Fertigkeit im fteim Vortrage ex tempore zu gelangen. In Bezug auf Katechetik und Confirnrati onsunterricht studire man-die Theorie nach Niemeyer, über die Methode des Confirmationsunterrichtes verwerfen wir auf den 2. Band des Predigt- und Schulmagazins. Für dm cousultatkvm Unterricht des jüd. Geistlichen ist in Betreff der Ritualien das Studium der hierüber vevfaßtm alten Werke und der Pos keim nothwendig, was

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