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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-10-14 · Heft 84 (14.10.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 84 (14.10.1837)
Date
1837-10-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. No. 84. Zeitung -es Zndenthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigstrr Concesiiou.) Leipzig,-den 14. Oktober 1837. T h «»log i e. Ideen Encyclopädie unv Methodologie Ver jüdischen Theologie 9r. Jtvü (Fortsetzun g.) 2) Dogmatik. Bon einer wisffenschafl ichen Behandlung der Dogmatik, an'der es, wie oben angegebm, der jüdischen Theologie noch mangelt, -wird gefordert: 1) Daß sie auf dem Grunde der heiligen Schrift und der traditiven Schriften alle einzelne Lehren auf das Bestimmteste enthalte und mittheil«. Die Exegese erklärt einzelne Stellen, die Dogmatik verbindet die Stellm ähnlichen oder gleichen Inhalts und bildet daraus den biblischen Lehrbegriff. 2) Daß aber der Dogmatiker diesen Lehrbegriff richtig aufgefaßt habe, muß er beweisen. Diese Beweise muß er führen durch dicta probantia s. classica. Ein dictum probans oder Beweisstelle muß ») die Probe der Critik' äushalten, b) es muß erwiesen sein, daß es die Absicht der Stelle ist, eine gewiffe Lehre als eine religiöse Lehre aufzustellen, d-enn nicht alle Aussprüche der B-ibel sind Religionslehren, c) Es muß auch ein dictum probans mit andern eben so wichtigen Stellen vereinbar sein, und wenn eine solche Vereinbarung nicht sofort-einleuchten will, so muß sich der Erklärer bemühen, sie entweder he^ustellen oder er muß auf eine andere Erklärung bedacht sein. 6) Es muß daher beim dictum proban» untersucht werden, ob die Ausdrücke eigentliche oder bildliche sind. -Man muß feste exegetische Prinzipien annehmm. — 3) Der Dogmatiker muß femer die Verbindung der Lehren unter einander, ihrm Zusammenhang entwickeln, ihr gegenseitiges Verhältniß zu einander. 4) Da die Geschichte lehtt, wie sehr verschiedenartig von jeher auch gewisse Hauptlehren verstanden worden sind, so muß eine gelehrte Dogmatik auf diese Verschiedenheit der Meinungen und Vorstellungsart-und -auf die Gründe derselben Rücksicht nehmen. Eine vollständige Dogmatik hat daher a) einen theoretischen Theil; b) einen kritischen Theil; c) einen historisch - literarischen Theil. Nach diesen Erfordernissen hätte sowohl der, welcher das schwierige Werk einer wissenschaftlichen Beleuchtung der jüdischen Dogmen unternehme» will, als auch der, welcher, beim bisherigen Mangel einer solchen, sich selbst aus den Quellen eine gehörige wissenschaftliche Erkenntniß der jüd. Theologie verschaffen will, zu arbeiten. Die Quellen sind außer der heil. Schrift, Mischnah und Gemara, besonders die Arbeiten des Maimoniden, Bechai's (Chobat Halbabot) und Albo's.*) Außerdem sind aber auch die apologetischen und polemischen Schriften von großer Wichtigkeit, namentlich die der neuern Zeit von Wolf und Salamon (Charakter des Judeuthums, des Letzter» Gegenschriften gegen Hartmann u. A.), so wie auch die Religionsbücher von Zohlson, Beer u. A. als sehr nützliche Hilfsmittel gelten müssen. 3) Ethik. Es ist zwar richtig, daß die Moral und ihr Studium weit weniger Schwierigkeitm hat, als die Dogmatik, daraus folgt aber nicht, daß sich hier gar keine Schwierigkeiten fänden. Daß die Moral weniger schwierig ist, beruht darauf, daß sie weniger mit Gegenständen des bloßen Glaubens zu thun hat, und daß ihr Inhalt unmittelbar in das praktische Leben eingreift. Zn der Moral giebt es keine Glaubensgeheimnisse, die bibl. Erklärungen über die Pflichten sind deutlicher, als die dogmatischen Stellen. Aber dennoch hat auch die Moral ihre dunkeln Aufgaben. So ist schon ein langer Streit entstanden über das eigentliche höchste Prinzip in der Sittenlehre, und die Philosophen haben sich darüber noch nicht einigen können. Eine andere schwierige Aufgabe betrifft psychologische Geheimnisse, an deren Auflösung man verzweifeln muß,- denn alles sittliche Handeln setzt voraus, daß der Mensch ftei Handel» könne, aber die Freiheit zu erklären, das.ist die Aufgabe, woran viele Philosophen *) Wir verweisen zugleich auf den Aufsatz: »Don der fortschreitenden Entwickelung des Begriffs der Gottheit in der heiligen Schrift« im Predigt-und Schulmagazin H. und Hl. Bd.

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