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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-31 · Heft 65 (31.5.1838) · p. Seite 263

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 65 (31.5.1838)
Date
1838-05-31
Page
Seite 263 (sequence 3)
Language
German
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263 Strümpfe, 96 P. Hosen, 132 Ueberzüge, 5 Schürzen mit geringem Vortheil verkauft. 7) Es ist ein Local zum Verkauf derjenigen Gegenstände, welche die Commission von den Bedürftigen hat anfertigen lassen, eingerichtet worden. 8) EineWasch-Anstalt, in welcher jüdische Männer, Frauen und Mädchen sich ihren Unterhalt durch Arbeit werden verschaffen können, ist eingerichtet worden." Es werden auch von der Abtheklung für die Beschäftigung der Armen stets Individuen nachgewiesen, die zu folgenden Arbeiten befähigt sind: Zu Holz- und Wasser-Tragen, Waschen, Nahen, Stricken, Stopfen, Spulen, Federn-Reißen, Kleider- und Stiefel-Reinigen, Boten- und Beaufsichtigungs-Diensten, Ab- und Rein-Schreiben, Schneider-, Schuhmacher-, Glaser-, Buchbinder- und Mauer-Arbeiten. Für alle Sachen, welche den Arbeitern durch die Beschäftigungs-Commission überliefert werden, wird dieselbe auch wie ein Bevollmächtigter haften." Daß der Vorstand für diese Einrichtung, theits für Berlin, theils zur Nachahmung anregend, die lebhafteste Anerkennung verdient, wird Jedermann gestehen, um fo mehr da derselbe hierbei so geräuschlos und einfach verfahren ist. Je mehr nun die delegirte Commission mit schönem Eifer ihre Bemühungen fortsetzen wird, die allerdings mit nicht geringen Beschwerden verbunden sind: desto mehr bedarf es von Seiten der Gemeinde lebhaften Entgegenkommens, besonders durch Anwendung der von der Commission zu stellenden Arbeiter, und Ankauf der verfertigten Arbeiten. Nur Eines möchten wir der verehrt. Commission Vorschlägen, und sind der Erfüllung im Voraus gewiß. Nehmlich: gewisse Belohnungen für diejenigen Personen auszusetzen, die vermöge der ihnen überwiesenen Arbeiten sich ohne Unterstützung, deren sie vorher bedurften, ihren Unterhalt erwerben. Diese Belohnungen müßten in bestimmten Sümmchen jährlich ertheilt werden. Literatur. Geist des Zudenthums. Aus dem Englischen des d'Jsraeti, Vater. Stuttgart, Liesching. 1836, 8. IV und 238 S. (Fortsetzung.) Freudiger folgen wir ihm zur Begriffsentwickelung der mosaischen Institutionen (lll.), obgleich wir auch hier auf Einseitigkeit und Befangenheit vielfach stoßen: „Das erste Wunder des Judenthums war die göttliche Stif- „tung der Religion. Die erste Regierungsform der Israeliten war „Theokratie, die Offenbarung des erhabenen Dogma von der Ein- „heit Jehovah'S, des Schöpfers, der alle Kreaturen inne hat „(S. 14.)." „In dieser mächtigen, einem ganzen Volke gesche- „henen Offenbarung, wurzelt der jüdische Glaube an das mosai- „sche Gesetz (S. 16)." „Die Gesetze anderer Legislatoren find „vergangen, denn ihre Absichten waren endlich, wie der Glanz des „Volkes, auf das sie berechnet waren, kein heiliges Prinzip beseelte sie mit nachhaltiger Kraft und verlieh ihnen eine Dauer „über die Epoche ihrer gestaltenden Wirkung hinaus. Aber daS „mosaische Gesetz, unverändert wie zur Zeit seiner Stiftung, Zeuge „der Eingebung, auf der sein. Urspkung ruht, den Geist der Reli- „gion und Politik verschmelzend, beseelt es nach Jahrtausenden „noch sein unwandelbares Volk, ein Alterthum und ein forrleben- „der Zeitgenosse! " „Durch dieses wunderbare Dazwischentreten „sind die Gesetze dieses Volkes seine Religion gewor- „den (S. 18). Der göttliche Ursprung dieser Gesetze, ihre Un- „wandelbarkeit, ihre Dauer und ihr übernatürlicher Einfluß gaben „dem Geiste dieses priesterlichen Volkes sein Gepräge. Allerorten „und zu jeder Stunde hatte es sein Gesetz oder ein Symbol desselben, gleich den Worten der Gottheit vor Augen u. s. w. c Die „ganze Natur ging in der Religion auf, die Erstlinge der Früchte, „ein Theil der Ernte und gewisse Tbiere waren ihrem Dienste gewidmet. Das Judenthum lag in den Feldern, in dem ungemisch- „ten Samen, in der ungesteckten Frucht, in der Abwaschung mit „dem Wasser des Stroms, in der Trennung des Reinen und Un- „reinen rc. (S. 19)." „Erziehung einer Nation durch ihre Gesetze „war eine dem jüdischen Volke eigenthümliche politische Institution „(S. 22)." Wir sehen, der Verf. unterscheidet nicht scharf genug '.die Stiftung der Religion und des isr. Staates, die Offenbarung der Theokratie und die Einsetzung der theokratischen S',taatSverfassung. Jene, Religion und Gottesherrschaft sind die unwandelbaren, unvergänglichen Momente im Leben Israels, diese, Staatsverfastung und Staat, sind vergänglich, wie alle- Menschliche. Seines Staates Untergang sah Moses voraus, aber seine Lehre hielt er für ewig, das Dogma dev einig - einzigen GotteS und die Geschichte Israels sollte den Staats überleben, und was sich an diese Einheit, an diese Geschichte knüpft, ewiges Gesetz bleiben. So war nicht das Gesetz zur Religion zu machen, des erhabenen Religionsstifters einziges Ziel, sondern mehr noch die Religion zum Gesetze zu machen, denn er lehrt nicht bloS Gehorsam gegen Gott alsHerrscher, sondern auch die Liebe von ganzem Herzen und von ganzer Seele, nicht blos Befolgung bürgerlicher Gesetze, sondern Heiligkeit der Sitten und Nachahmung Gottes, nicht blos Achtung der Persönlichkeit des Mitbürgers, sondern auch aufopfernde Liebe des Nächsten und des Fremden. Theokratie ist Herrschaft Gottes, aber so wie diese sich nicht auf Palästina beschränkt, sondern ihm die ganze Erde gehört, so blieb sie auch, als es keine theokratische Staatsverfastung mehr gab und dieAufabe Israels blieb, Zeuge und Verbreiter des Ursprungs dieser ehre vom Herrschen eines einig-einzigen Gottes zu sein und den Begriff des Monotheismus rein und unbefleckt in sich zu verwahren, bis alle Völker erkennen, daß der Herr einzig und sein Name einzig. So sieht der Israelit in seiner Religion mehr als eine

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