Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 81 (6.10.1837)
- Date
- 1837-10-06
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
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322 düng als dm Verfall dessen, wofür und worin sie gelebt,-! aus ihrem Standpunkte beklagm könnten, — als besonders die Art der Mittheilunz, da der Berichterstatter zuerst ziemlich deutlich zu erkennen-giebt, wen'er meint,'und dann aus allgemeinen Prämissen es wieder läugnet. Es muß dies den Gegnern des Judenthums sehr willkommen sein, da ihnen dies Gelegmheit zu vielen scheinbarm Schlüssen giebt. Offenheit und Freimuth ist die erste Bedingung des Heils für unsern Glauben in der Gegmwatt, und warum will man dmn so sehr verschweigen, daß es der Chef des Hauses Rothschild in Frankfurt a. M. ist, der sich,für die Beibehaltung der altm Einrichtungm, und gegen die Anstellung eines Predigers und die Verbesserung des Gottesdimstes in'einem benachbartm Staate verwendet hat? Was man nun hieraus für Consequcnzen ziehm will, ist mir gleichgilüg, nur hinweg mit aller Heimlichkeit, die unsern Gegnern immer wieder Waffen in die Hand gebm wird. Hamburg, 7. Sept. Unter dm, Einwohnern hiesiger Stadt, die zur Unterstützung bei dem Bau einer englischen bischöflichen Kirche subscribirt habm, hat sich ganz besonders H. Salomon Heine ausgezeichnet. (Mg. Zeit.) Frankfurt a. M., 16. Sept. Man beklagt sich jetzt hier sehr lebhaft über die Theilnahmlosigkeit der christlichen Bürger an den Urwahlm für die gesetzgebende Versammlung, und bemerkt ausdrücklich, daß die israelischen Bürger an der Abstimmung keinm Antheil nehmen dürfm. St. Petersburg, 2. Sept. Durch eine Ordonnanz des Ministers des öffentlichen Unterrichts wcrdm alle für die Juden bestimmte Schulen unter die Aufsicht der Lokalbehördcn gestellt, und soll fottan die Errichtung einer jüdischen Schule von der Spczialautorisation des Ministers abhangen. Belletristik. Proben Alcharizi'§ KetzräLschem Diban, genannt Tachkemoni,^ nach Rückert'scher Weise nachgebildet und überttagm, Dr. & rafft in Ansbach. (Eingesandt von I. Fürst.) Vorbemerkung. Um die verehttm Leser dieser Zeitung in dm Stand zu fetzm, über diesm Dichter und seinm Divan Näheres zu -erfahren, so theilen wir hier eine Stelle aus dem Werke »Zur Geschichte der jüdischen Poesie u. s. w. von vr. Delitzsch« mit, da wir nicht glauben, daß dieses Werk schon unfem Lescm allgemein bekannt geworden "ist. »Zuerst übersetzte Charizi, aufgefordert von spanischm Großm (um 1210), die Mekamen Hariri's, und zeigte die Bildsamkeit der heiligm Sprache, die er mit bewundernswürdiger Leichtigkeit handhabte, in dieser Ueberttagung, die ec Slaoüberot-Itiel überschrieb. Es war ihm jedoch nicht genug; er wollte in einem selbsteigcnen Werke zeigen, daß es weder seiner Muttersprache an Bildsamkeit für alle Formen und Gattungen der Poesie, noch seinem Volke an Erfindungskraft und poetischer Genialität fehle. Durchweg — analog dem arabischen Romane, doch ohne Entlehnung des ftemdm Stoffes — schrieb er daher seinm Tachkemoni in fünfzig Abschnitten (Pfortm), in welchem an die Stelle des Protcusartigen Abenteurers Abu Seid von Serug in dm Mekamen, Cheber ha- Qeni, an die Stelle des Erzählers, Haret den Hem-lm in dm Mekamen, Heman ha-Ezrachi ttitt. Zwischen die Ueberttagung des erstm und die Abfassung des andern Werks fallt seine große Reise durch das Abmd- und Morgenland, derm größter Gewinn für uns die stvmg - kritische Schilderung det damaligm Dichter in Syrim, Griechenland, Aegypten, Mesopotamien, Babylonien u. s. w. ist, welche er mit dem bitterstm Humor in der achtzehntm Pforte seines Tachkemoni giebt, zugleich mit sieben Regeln für den angehenden Dichter, ihn'vor dm Vecstößm der griechischen, neoterifchen, babylonischen, französischen und damascenischen Dichter zu verwahren. Derselbe Tachkemoni enthält im drittm Kapitel eine kurze Charakteristik von nmn und zwanzig spanischm Dichtem der althispanischm Schule des ersten Zeittaums, in der Vorrede eineSchildemng des damaligenVerhältnisses der hebräischen Literatur zur arabischen, und durchweg die interessantestm Notizm für die damaligm jüdischm Zustande im Morgen- und Abendlande.« — d. Einsender. Erste Pforte. Darin Er des Buchs Entstehung berichtet, — Und auf weß Namen Er es in zierlichen Worten gedichtet. — Hem^an, der Ezrach! de, spricht: Mir that der Verfasser dieses Buches von seinm Gedankenperlen kund, — und von den Liebem aus seinem Dichtermund; — und er sprach: Zu Kirjat-Jearim lud man mich ein — zu einem Verein — von Männern, die allesammt — .von Hebräern warm entstammt. — Es warm ihre —• Worte Sapphire, — und Lichter — ihre Angesichter, — an der Beste des Ruhms Licht spmdmd, — in der Höhe der Majestät Glan; versendend; — ihr Licht verwandelte in Nacht -— der Sterne Pracht — und beschämte das Roth, das dm Morgen mtfacht, — und zum Tage machten sie die Nacht. — Sie klimmtm auf ihres Verstandes Leiter — weiter und weiter, — bis sie dm Aether erreichtm, — und. Gott setzte sie an die Veste, die Erde zu beleuchtm. — Die Morgenrorhe vor ihrem Licht entfleucht, — der Mond erbleicht, — und die Sonne beschämt entweicht.