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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-10-06 · Heft 81 (6.10.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 81 (6.10.1837)
Date
1837-10-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Z-hrga-g. AksgeMeine No. 81. Zeitung des Zudenthums. Ei» unparthensches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergoädigster Coacession.) Leipzig, den 6. Octobcr 1837. Politik. Zeitungsnachrichten. Berlin, 21. Scpt. Herr Dr. Pinner ist von St. Petersburg in Berlin angelangt, und will nunmehr zur Herausgabe seines Werkes: »Die deutsche Uebersetzung des ganzen Zerusalemischen und Babylonischen Talmud in 28 Folianten« schreiten. Das Tagebuch des Herrn Dr. Pinner während seiner fünfjährigen Reise durch ganz Deutschland, Frankreich, England, Italim, die Türkei und Rußland, mit besonderer Rückficht auf den politischen und moralischen Zustand der Juden in allen diesen Ländern, wird nächstens in 3 Bänden erscheinen. (Pr. Staatszeit.) Frankfurt a. M. 24. Sept. (Eingesandt.) Die Allg. Zeit, des Judenthums hat bis jetzt ihre Unparcheilichkeit auf nne würdige Weise durchgeführt, und sich von keiner Seite durch etwaige Nachtheile und Anstöße hindern ' lassen, der Wahrheit das Recht zu geben. Ich fordere daher die Redaction auf, folgenden Artikel einzurücken. Die Unpatth. Universal - Kirchenzeitung vom 3. Sept. giebt folgende Nachricht: »Kaiserslautern, dm 15. August. Wie verlautet, haben mehrere Rabbiner vom alten Schlage, welche einen Anstoß daran nehmen, daß jüngere Männer, mit Kenntnissen und Fähigkeiten ausgerüstet, das Volk mit lebendigem Wort belehren und die religiöse Erkennlniß mit dem bürgerlichen Leben' in Einklang zu bringen streben, für ihr Ansehen fürchtend, und vielleicht auch um ihre materiellen Interessen besorgt, besondere Schritte gethan, um alle Reformen zu unterdrücken, und jüngere Amtsgenossen dazu die Hand geboten. Diese Schritte sind gewiß nicht geeignet, den beabsichtigten Zweck zu eneichen. Sie sollm nämlich ein angesehenes Banquierbaus in F., dessen wirksamer Einfluß auf die Ministerien benachbarter Staaten vorausgesetzt wird, ersucht haben, sich bei diesen dahin zu verwenden, daß alle Verbesserungen und Reformen, namentlich die Anstellung gebildeter und kenntnißreicher Religionslehrer, so sott aufhören und alles beim Herkömmlichen sein Bewenden habe; — und sie sollen angeblich dessen Zusicherung einer solchen Intervention erhalten habm. Wir berichten dieß, wie gesagt, als ein Gerücht. Wahres ist schwerlich daran; dm» kein Banquirrhaus dürfte wohl seinm Beruf so sehr verkmnm, daß es sich eine direkte Einmischung in kirchliche Angelegmheitm und noch dazu in die anderm Staatm erlaubm möchte; auch dürfte keines von dm erlmchtetm Ministerim des Kultus so kleine und unwürdige Begriffe. hegen, um darauf zu rechnm, daß auch hier das Geld von Gewicht sein werde. In unseren Zeitm würde jeder hochgestellte Staatsmann ein solches, von Unbefugtm und Ununrerrichtetm ausgehendes, lediglich auf Geldansehen sich stützendes Anfinnen, sicherlich mit gebührender Verachtung zurückweism. Aber wichtig ist es doch, die Sache zur Oeffmtlichkeit zu bringm, theils um diejmigm, welche aus Mangel an Weltkenntnis in der Thar von einer solchen Einmischung einm der gutm Sache und der fortschreitmdm religiösm Bildung nachtheiligm Erfolg befürchtm, zu beruhigm, theils um die jämmerlichen Mittel an dm Tag zu bringm, zu welchen die Ohnmacht der Unwissmheit mdlich ihre Zuflucht nimmt, ohne zu bedenken, daß sie gerade dadurch aller Welt zeigt, wie sehr sie das Licht der Erkmntniß und der Wahrheit scheuer. Wir hoffm, daß dieses das letzte Mal sei, daß-Bersuche solcher Att gemacht wordm, und verträum mit Sicherheit der bessern Einsicht gebildeter Geschäsismänner, daß kein Kaufmann, der Einfluß seines Hauses sei noch so mtschiedm, so sehr seine Stellung außer Acht lassm werde, um sich in kirchliche Dinge zu mengm, welche nicht auf Schleichwegen, nicht durch geheimm Geldeinfluß und erlangte Machtsprüche, sondem offm und fteimüthig durch Beruf und tüchtige Sachkenntnis verbundm mit edelm Willm und Sttebm vor der competeuren Behörde mtschiedm werdm müssen.« Hierzu macht die Redaction folgmde Bemerkung: »Dieftn etwas scharfen Artikel habm wir aufzunehmen kein Bedmkm gettagcn, weil er mit unsrer Ueberzeugung übereinstimmt. Wmn indeß mit F. auf Frankfurt hingedmtet wird, so dürfex wir, nach unsrer Persvnalkenntniß hiesigm Ortes, uns der gegründetm Hoffnung hingebm, daß hier kein Banquierhaus sich bewogm sindm werde, auf solche Verwmdung sich einzulassen. Sollte uns sonst irgmd ein Schritt dieser Att bekannt werdm, so werdm wir nicht verfehlm, darüber getteulich zu berichtm, und die Sache nach ihrem wahrm Werthe zu würdigm. Die Red. der ist. Abth.« Diese Wotte müssm jedm wahrhaftm Frmnd Israels betrübm, nicht sowohl allein die darin verhüllte Tharfache, dmn Reactionen geschehen überall, und warum will man immer dir Vettheidigung ihrer Ueberzeugung dm altern Rabbinm als Unwissmheit, Eigmnutz und Verfechtung ihrer eignen Jnteressm anrechnm, als ob Greife, die 60 und 70 Jahre in ihrer Sphäre gelebt, durchaus der Fahne neuerer Bildung zuschwören müßten, und nicht vielmehr diese Bil-

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