Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 78 (30.9.1837)
- Date
- 1837-09-30
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
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310 was wir von Malchisedek wissen, durchaus nicht denken läßt.! Oder zog er etwa deßhalb dem Abraham entgegen, um diesen Monotheisten für seine Heldmthat zu segnen, eben weil Malchisedek ein Priester des höchsten Gottes war? Hierzu bedurfte er der bei ihm erscheinenden zahlreichen Umgebung, der Begleitung des Königs von Sodom, der betheiligt war, durchaus nicht, gegen diese oberflächliche Ansicht spricht Sinn und Zusammenhang der ftaglichm Stelle. Und wie sollte Malchisedek auch dazu gekommen sein, von Zebus aus, dessen König er doch gewesen sein soll und muß, über dm Jordan dem am jenseitigm Ufer herabkommmden Abraham eutgegenzuziehm? Oder hat Abraham etwa einen Umweg gemacht, und ist über den Jordan gegangm, um dem Malchisedek in Jebus mit seinem Kriegsheere und dm befteitm Gefangenen, beladm mit Bmte, eine Visite abzustattm? Dmn das Eine oder das Anderemuß nach der bisherigm Annahme Statt gesunden habm, obgleich im Texte nichts weder für dieses noch für jmes spricht. Abraham, unterrichtet durch einen Flüchtling vom Zustande der Dinge, verfolgt die Feinde, durch die Pmtapolis ziehend, am jmseitigm Jordanufer hinauf bis nach Dan und CHobah; dmn hier trifft er die Feinde, schlägt sie und befteit die aus der Pmtapolis weggeführtm Gefangenen. Die Stadt Dan, oder, wie sie damals hieß, Laifch (dmn dm Namm Dan erhielt sie erst durch die Besitznahme von dem hebräischen Dolksstamme gleiches Namms) lag am Ostufer des Jordans, oberhalb des Sees Merom, und der Verfasser der Gmesis wählte in unserer Stelle ihrm spätem Namm der größem Dmtlichkeit und Versinnlichung wegm, vgl. Joh. 19, 47. Jud. 18, 29., währmd die Stadt CH ob ah südwestlich von Damaskus lag. Halte mau also fest, daß Abraham die Feinde am Nordostufer des Jordans schlug, und aus Gmes. 14, 21 ff. gcht zu dmtlich hervor, daß der zu,edel dmkmde Abraham sogleich nach jmem errungmm - Siege dm Vorsatz faßte, die wieder erobette Beute an Menfchm, Vieh und andem Sachm dm ftüherm und rechtmäßigen Besitzem wieder zuzustellm, obgleich er dieselbe nach dem damaligm Kriegsrechte als sein Eigmchum bettachtm und für sich behaltm konnte. Sein eiliger Marsch in Hinsicht der Verfolgung jmer Feinde, derm Besiegung, sowie der stattgehabte Kampf, die Last der wiederermngmm Bmte und die edle Absicht Abrahams, diese Bmte dm rechtmäßigm und frühem Eigenchümem wieder zuzustellm, sind Gründe genug, welche Abraham bestimmtm, dm kürzestm und nächstm Weg nach der Pmtapolis und im weitem Sinne nach seiner damaligm Heimach einzufchlagm, und dieser war am Ostufer des Jordans herab, wogegm mir Niemand etwas einwenden wird und kann. Hierzu kommt mdlich noch, daß wir dm Abraham, im Verlaufe unserer Erzählung, kurze Zeit nach jmem errungmm Siege über die Feinde im Thale Schaweh, oder im Königsthale erblicken, einem Thale, das man bisher irriger Weise gmug in Jemsalems Nähe gesucht hat, und wie mir scheint, nur deßhalb, weil Sä lern Jerusalem fein mußte! Daß aber dieses Thal Schaweh (ein Nom. propr.) jenseits des Jordans zu suchen ist, in welchem nach Gen. 14, 5. die Stadt Kirjathajim lag, geht aus 2Sam. 18, 18. dmtlich hervor, nach welcher Stelle es auf der nordöstlichm Seite des tobten Meeres lag; denn nach 2 Sam. 17, 24. ist Absalom über dm Jordan gezogm, in der Ostufergegmd des Jordans fallt das Treffm mit den Tmppm seines Vaters vor, hier findet er seinm Tod, und mit dieser Erzählung steht 2 Sam. 18, 18. in der mgstm Verbindung, wo es heißt: »Absalom aber nahm und errichtete sich bei seinem Lebm ein Dmkmal, welches im Königsthale steht; dmn er sprach: ich habe keinm Sohn, um das Gedächmiß meines Namms zu erhaltm, und er nannte das Dmkmal nach seinem Namen, und es ward genannt: Denkmal Absaloms, bis auf diesen Tag« (bis auf die Zeit des Verfassers des zweitm Buchs Samuels, wo dieses Dmkmal Absaloms also noch stand). Nach dem Sinne . und Zusammenhangs dieser historischm Stelle fand die Errichtung dieses Dmkmals kurze Zeit vor jmem Treffm bei Mahanajim Statt, und wie es scheint, hauptsächlich zum Gedächmiß an die vorhabmde Catastrophe Absaloms gegm seinm Vater, meinmd, daß ihm bei der Überlegenheit seiner Truppm der Sieg über die Truppm feines Vaters nicht fehlm könne. In diesem am Ostufer des Jordans gelegmm Thale Schaweh sahm wir vorhin dm Abraham auf seinem Rückzüge von Laifch nach der Pmtapolis und Mamre's Haine; hierher kam der König von Sodom mit Malchisedekdem Könige von Salem, dm Abraham für seine Heldmthat beglückwünschmd, segnmd und ihm dankmd. Der Sinn und Zusammenhang der ganzm Stelle berechtigt uns zu sehr zu dem Schlüsse, daß auch Malchffedek bei der Schlacht betheiligt war, d. h. durch jme Feinde, als sie bei ihrem Heranziehm gegm die Pmtapolis die Bewohner des Ostufers des spätem todtm Meeres oder der damaligm Pmtapolis besieg« tm, ebmfalls und zwar als König von Salem gelittm hatte; denn nur aus Verpflichtung gegm Abraham konnte er diesem dankmd -und segnmd mtgegmziehm, und nach Jebus oder Jemsalem warm jme Feinde, wie wir obm gesehm, gar nicht gckommen, so daß Malchisedek, wäre er König von Jebus gewesm, gar keinm Grund hatte, weshalb er von Jebus aus über dm Jordan dem Abraham hätte entgegenzichm sollen. Außer vielm andem Gründm, die ich hier