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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-09-30 · Heft 78 (30.9.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 78 (30.9.1837)
Date
1837-09-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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*»aww Mtgemeitte No. 78. Zeitung des Zndenthnms. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 30. September 1837. Geschichte. Ueber Salem, Jebus und Jerusalem. Dr. Krahmcr in Marburg. ' (Eingesandt.) Zn N. 46. S. 183. in der »Geschichte der Stadt Jerusalem, eine historische Skizze« Ihrer so zeitwie zweckgemaßen »Zeitung, des Judmthums« leseich folgmde Worte: »Zuerst tritt Jerusalem unter dem Namen Salem auf, deren König Malkizedek der Hohepriester war, zur Zeit, als Abram die Könige schlug, Genes. 13, 18,« ein Satz, gegen welchen ich unumwundm und öffentlich opponiren muß, gleichviel, ob dessen Herr Verfasser den Fehdehandschuh aufnehmen will oder nicht, da die Wahrheit stets die Oberhand behalt und behalten muß, und die Wahrheit wollen ja auch Sie, Herr Redacteur, was Sie bewog, Ihrer Zeitung gleich anfangs den Namen »eines unpartheiischen Organs« beizulegen. Da der Gegenstand: »Ist Salem überhaupt Jerusalem?, und wann hieß diese Stadt Salem, Jebus und Jerusalem?«' bisher immer noch so höchst schwankend und zweifelhaft unter den- Gelehrten war, so unternahm ich vor längerer Zeit das mühsame und theils einseitige Geschäft, di'eserhalb die Schriften, die man das alte und das neue Testament nennt, in i^ren Ursprachen unter Berücksichtigung der alten Versionen aufmerksam durchzulesen, und mir dabei alle Stellen zu notirm, in dmen jene drei Namen, welche Jerusalem bezeichnen sollen, vorkamen. Einige Zeit später schrieb ich eine eigene Abhandlung hierüber, die im 7. Bande »der Zeitschrift für historische Theologie, herausgegeben von dem würdigen Domherrn Jllgen in Leipzig, baldigst erscheinen wird, und da diese Zeitschrift nicht in die Hände aller Leser Ihrer Zeitung kommt, so ersuche ich Sie, folgenden Bemerkungen gegm obigen Satz ein Plätzchen in Ihrer »allgemeinen Zeitung des Judenthums« gütigst zu vergönnen. Der Name Jerusalem findet sich in der Bibel in 933 Stellen, der Name Jebus in 13, und der Name Salem nur in 5 Stellen, und diese Stellen sollten nicht entscheiden könnm, welche Stadt ein jeder dieser drei Ramm bezeichnet?-Jebus hieß die Stadt, nach ihren Bewohnern, den Jebusitcrn, bis zu den Zeiten Davids, der sie mit dem'Namen Jerusalem belegte, welchen sie auch bis auf die heutigen Tage herab behalten hat; Salem aber ist eine ganz andere Stadt, und zwar jmseits des Jordans, an den Nordostufcrn des todten Meeres, in deren Nähe auch der bekannte Königsgrund lag.— Nach Genes. 14. empörten sich die Städte der Pentapolis, wo später das todte Meer entstand, in der auch Loth wohnte, gegen ihren Oberherrscher, der mit mächtigen Verbündeten heranzog, zunächst die Völkerschaften auf der Ostseite, hernach die auf der Süd- und Südwesiseite der Pentapolis besiegte, und hierauf bei Engeddi in die Pentapolis selbst einzog. Jener ftühere Oberherrscher der Pentapolis besiegte auch diese, und führte Menschen, Thiere und andere bewegliche Sachen als Skla- ■ ven und Eigenthum seiner Heimach zu; unter den Sklaven war auch Loth, Abrahams Vetter, mir seiner Familie. Die Feinde waren aus dem nordöstlichen Hochasicn hcrangezogen, zogen natürlicher Weise jenseits des Jordans ihrer Hcimath zu - wieder hinauf, sie waren auf der Westseite bei Engeddi in die Pentapolis eingefallen, und Abraham wohnte damals im Haine Mamre's, in der Gegend des spätem Hebron, also westnördlich von Engeddi, aber viel südlicher, als das damalige Jebus lag, und Abraham weiß keine Silbe von jmem feindlichm Einfalle, nichts von der Gefangenschaft seines Vetters Loth; dmn erst ein Flüchtling aus jmer Überwindung und Gefangennehmung der Bewohner von der Penta- ^pölis zeigt ihm seines Vetters Unglück an. Die Feinde konnten also Abrahams Gebiet nicht berühtt haben, um wie viel weniger also das Gebitt der viel nördlicher gelegenen Stadt Jebus? Malchisedek, der König von Salem, oder, nach der gewöhnlichen und bisherigen Ansicht, König von Jebus (dmn Jebus ttug zu dm Zeitm Abrahams dm Namen Jerusalems noch gar nicht!), ist nach dem Sinne und Zusammmhange dieses ganzm Capitels der Gmests bei dieser Sache betheiligt gewefm, weil er sonst in einem höchst erbärmlichm Lichte erfchime, wenn er dem Abraham hätte mtgegmziehm wollm, um durch Ertheilung seines Segms dm zehntm Theil der wieder errungenen Bmte zu erlangm, was sich nach dem.

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