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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-09-28 · Heft 77 (28.9.1837) · p. Seite 307

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 77 (28.9.1837)
Date
1837-09-28
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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307 druck r »O sie weinet, meine Edla, junger Mann, laßt sie j nicht weinen, ich will Euch lieben, wie Allah Edla liebt.« I In diesem Augenblicke hörte man vor dem Zelte ein Geräusch. Gonzago Campanton trat ein; Dinah schrie laut' auf. Der Mönch, von Pöbel und Söldnern begleitet, schim sich selbst über das Zusammentreffen zu wundern. Aber ehe er noch den Mund geöffnet, durchbohrte des Morisko's blanker Stahl des Mönches Brust, und den blutigen Dolch betrachtend, rief der Alte wonnetrunken: »Schwarzes Mönchsblut, der Morisko weiß zu treffen!« Ein Schrei des Entsetzens erfüllte das Zelt und die ganze Umgegend. Der Mönch /ah wild umher; da traf sein Blick die blinde Jüdin, die aus dem Winkel des Zeltes hervorkroch, und er stürzte auf sie hin und rief: »Mutter, Mutter, Euer Gonzago stirbt neben Euch, verflucht sei der Tag meiner Gebutt, verflucht der Tag meines Todes!« Die Blinde taumelte. Es schien, als wenn Geister sie faßten ^und in die Höhe heben wollten, dann stützte sie heulend auf den Mönch, der Sttom seines Blutes ttaf -das blinde Auge der Mutter, ihr Ohr vernahm sein Todesröcheln. Er aber lag und 'sein Blick schweifte wild umher, und mit der Faust klopfte er zu wiederholten Malen auf die durchstoßene Brust, und stöhnte Bußcsworte in der Sprache und im Glauben Israels. Kein anderes Wort entführ seinem Munde. Die Soldaten hatten indeß den alten Mauren ergriffen, der noch immer jubelnd den Dolch schwang. Sie führten ihn ab und sein fteudiger Allahruf ward noch von fernher vernommen. Der Mönch hatte ausgekampft, die Mutter lag entseelt »eben ihm, der Schlag hatte sie getroffen. So sprach der Herr Zebaoth durch Jeremia's Mund: O sehet es ein und rufet Klageftaum, daß sie kommen, daß sie herbeieilen und über uns Klagelieder anstimmen, daß aus unfern Augen Thränen stürzen und unsere Augenlieder Wasser strömen. Denn des Jammers Heulen wird von Zion aus gehört! — --_ -Der Schiffs Herr drängt, die Anker werden gelichtet. Alonzo ergreifet Dinahs Hand und führet sie ans Ufer. Lange, lange stehen sie da in letzter Umarmung. Des Weltmeeres Wogen brausen mehr nicht, als ihr Herz. »Leb' wohl, meine Dinah! Wirschen uns wieder! Bei dem Vater droben! Leb' wohl!« »Leb' wohl, Alonzo!« Der Nachen stößt vom Ufer ab. Der Schiffsherr drängt, die Anker werden gelichtet. »Leb' wohl, Alonzo! Grüne, blühe, Mytthe am Grabe meines Vaters!«- Alonzo verläßt Spanien, und geht nach Gallien. Vergebens hatte ex Erkundigung nach dem Freunde angestellt; das hatte er erfahren, daß man die Kinder Arama's im Kloster getauft, und sie zu Christen etzog. (Fortsetzung folgt.) Miszelle. (Magdeburg.) Gegenwärtig befindet sich hier Herr A. Oestecreicher, Rechenmeister aus Böhmisch-Leipa, (israelitischer Religion) um Pränumeration auf ein mit tiefer Sachkenntniß und ausgezeichneter Beharrlichkeit zu Stande gebrachtes Werk anzunehmen, welches bereits der östreichische Beobachter, die Theaterzeitung, der Wanderer, die Bohemia, das Leipziger Tageblatt höchst rühmend angezeigt haben. Es ist dies ein: »Sechsfacher Zeitangeber, oder immerwährender Römischer, Julianischer oder Russischer und Griechischer, Gregorianischer, Israelitischer, Türkischer und vierzehnjähriger Französischer Naturkalender.« Außer diesem wird das Werk die Namenstage der Heiligen, der Landespattone, der Normaltage, ein tabellarisches Verzeichniß der gangbarsten Münzen, Maße und Gewichte in und außer Europa u. s. w. enthalten. Herr Desterreicher legte sein Manuscript dem k. k. Regierungsrathe und dem Professor der Physik Herrn Cassian Hallaschka, dann dem Herm Director der k. k. Sternwatte Littrow, endlich dem k. k. Herrn Professor der prakt. Geomettie Bittner, dann dem Herrn Oberjuristcn und israel. Religionsvorsteher S. Landau zur Durchsicht und Prüfung vor. Ihr Gutachten fiel nicht nur einstimmig zu Gunsten des Verf. aus, sondem die Herren H a l l a sch k a und Littrow beehtten ihn, von der Gemeinnützigkeit, Uebersichtlichkeit und Genauigkeit seines Werkes überzeugt, mir den schätzbarsten Beiträgen. Correspondenzen, Auszüge, Repliken. (Orientalische Justiz. Aus Kahira. sÄus der Mgcm. Zeitung vom 31. Augusts) Herr v. W .. .. auf seiner Rückreise von Mokka begriffen und der Rabbiner B. Hillel, von Indien kom- . mend, trafen sich dieses Frühjahr in Dschedda und setzten von dort aus ihre Reise nach Kahira gemeinschaftlich sott, unter der Obhut eines Janitscharen des englischen Consulats von Kahira: Nach zehn Tagen liefen sie, um Wasser und sonstige Bedürfnisse einzunchmen, im Hafen von Dambo ein; kaum waren sie ans Land gestiegen, so hotten sie, daß ein deutscher Jude , ebenfalls aus Indien, der vor einigen Tagen die mohammedanische Religion angenommen, sehr krank darniederliege.' Der Rabbiner, welcher in dem Reneatea einen alten Bekannten vermuthete, begab sich sogleich, von em Hrn. v. W. und dem englischen Janitscharen begleitet, zu ihm, wo sie denselben in einem wirklich bedauernswetthen Zustande antrafen. Die Ruhr, mit welcher er behaftet war, hatte solche Fortschritte gemacht, daß er kaum das Zimmer verlassen konnte; überdieß schien sein Verstand in hohem Grade gelitten zu haben. Er bat den Rabbiner inständig, ihn einzuschiffen und nach Kahira zu bringen, in welches Verlangen derselbe auch einwilligte, indem er ihn den folgenden Tag, mit besonderer Erlaubnis des Gouverneurs, rinschiffte. Des schlechten Windes wegen blieb das Schiff fortwährend im Hafen liegen, während sich der Gesundheitszustand des Renegaten bedeutend verschlimmette; am vierten Tage entstand ein heftiger Wortwechsel zwischen dem Rabbiner und dem englischen Janitscharen, welcher damit endigte, daß der Janitschar

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