Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 63 (26.5.1838)
- Date
- 1838-05-26
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3224856-3224920--01047-3298732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
254 aufgenommenen Abänderungen die Zustimmung sämmtlicher Synodal-Mitglieder erhalten. Nur haben Hr. vr. Lewi zu Fürth in Rücksicht der besondern obwaltenden Umstande hinsichtlich seiner in Untersuchung befindlichen Amtsführung, und ähnlicher Motive halber Hr. Rabb. Selz zu Uhlfeld auf die vorläufige Beibehaltung der getroffenen Einrichtungen in den einzelnen Synagogen ihres Sitzes Antrag gestellt, dessen Genehmigung, einer höher» Regierungs-Entschließung Vorbehalten bleibt. Hl. Hat die allerhöchste Stelle das Kai nidre Gebet betreffend, für dessen eventuelle Abschaffung die Versammlung gestimmt, sich der Initiative enthalten und es einzig und allein dem Ermessen der Israeliten heimgestellt, ob sie dessen Beibehaltung oder Abschaffung wünschen; womit keineswegs gesagt ist, daß eine Einstimmigkeit sammtlicher Gemeindeglieder hierzu erforderlich sei. .m. I B e l l e t r i ft i k. Indische Dichtungen nach den Talmuden und Midraschen. Von Dt. Karl Krafst. in Anspach. (Fortsetzung.) Als er nun zum Zweiten kam und den Becher von ihm nahm, sprach der Erste: Was ist dies? - Doch darauf der Andre spricht: soll uns Gamliel bedienen? Nun, warum solle er eS nicht? Hat ein Größrer doch, als er, Andere bedient! — „Und wer?" — Als bei Abraham erschienen jene Drei, hat er nicht ihnen vorgesetzt? Er hielt sie aber nur für wandernde Araber; denn daß sie hohe Wesen, könnt' er nicht auS ihren Mienen oder etwas Anderm lesen. — „Nun, wie lange, spricht der Dritte, redet ihr im eitlen Streit von der Kreaturen Sitte und von Menschenherrlichkeit? Läßt der Hochgebenedeite uns nicht seine Winde wehen? sammelt er nicht uns zur Freude Wolken und läßt ihre Fluten mild als Regen niedergehen? Läßt er mit dem ewigguten Vaterherzen Thal und Höhen nicht erblühen jung und frisch? Ach und deckt er nicht der Tisch stets mit seiner Liebe Spuren uns und allen Kreaturen? und wir sollten uns noch schämen dessen Dienste anzunehmen?" Tr. kiddusch Z2 b. 2ri)oschria. „Laß mich deinen Gott doch sehen!" So zu Iehoschua spricht einst der Kaiser; doch der Rabbi sagte: „Herr! das kann ich nicht! —" „Doch ich will eS!" „Nun, so folge mir! —" Er folgt und gebt. „Blicke nun empor zur Sonne, die in seinen Diensten steht!" „In die lichte Sonne blicken? Rabbi, das vermag ich nicht; würde mir vor ihrem Glanze doch vergehn das Augenlicht! —" Wie! du kannst nicht einmal sehen sein vergänglich irdisch Bild? und Du willst ihn selber schauen, dessen Glanz die Himmel füllt?" Tr. chulia. 69. b. tlöbbi Gamliel. Rabbi Gamliel lud ein zu deS Sohnes Hochzeitfeste drei Rabbinen. Als die Gäste bei der Tafel nun erschienen, eilte, um sie zu bedienen, Gamliel und schenkte Wein. Doch der Erste sagte: Nein! Aabbr Äkrbba. Es gab der Kaiser einstens das Gebot: Wer im Gesetze liest, verdient den Tod! Doch ließ Akiba sich es nicht verwehren und setzte fort sein Predigen und Lehren. So fand ihn PapuS einst, Jehuda'S Sohn: „Und fürchtest du denn nicht des Kaisers Drohn? Kann nicht von diesen Einer dich verrathen und auf dein Haupt die Todesstrafe laden?" „Bist du der PapuS, den man weift nennt? Verlassen sollt' ich dies mein Element? den Trost, daS Glück, das Leben unsrer Seelen? Laß dir einmal ein Gleichniß doch erzählen: Der Fuchs sah von des Flusses Borde Die Fische ziehn von dem zu jenem Orte. „Wem, spricht er, wollet ihr entfliehen?" den Netzen, so die Menschen um unS ziehen. „Wollt ihr nicht auf das Trockne steuern? So leben wir zusammen, meine Theuern, wie meine Väter und die Cuern!" Bist du'S, entgegnen sie, den alle Welt fürs listigste der Thiere halt?