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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-26 · Heft 63 (26.5.1838) · p. Seite 255

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 63 (26.5.1838)
Date
1838-05-26
Page
Seite 255 (sequence 3)
Language
German
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255 Traun, du verdienst, daß man dich albern nennte, denn fürchten wir in unserm Elemente, wie erst, wo unsrer Keiner leben könnte? Tr. berakat. 61 b. Der Fuchs. Einen Weinberg, der mit Hecken war umzäunt an allen Ecken, sieht ein Fuchs; doch ihm gelingen will eS nicht, hinein zu dringen. Endlich aber sieht er doch in der Heck' ein kleines Loch. Er versuchte, er will hinein, doch umsonst ist Müh' und Pein. Denkt der Fuchs: Ich will kasteien, dann versuch-' ichs so nach dreien Tagen wieder, wenn ich dünn und ein wenig schlanker bin. Nach drei Tagen kömmt er wieder, abgemagert seine Glieder, schlüpft hinein und — welch ein Glück! — frißt sich drinnen fett und dick. ALS er aber wieder fort schleichen will an seinen Ort, ist daS Loch, das ihn herein, führte, wiederum zu klein, und' er muß, sich zu entlasten, abermal drei Tage fasten, bis er wieder durch daS Loch dringen kann, durch das er kroch. So kannst du, was du erjagt, und wofür du dich mit Gramen und mit Sorgen hast geplagt, doch nicht mit von hinnen nehmen. Jalput II. S. 185 b. Col. 2. Drx Löwe und dtp Schlange. „Ich verzehre doch in Ruh, was ich fange und erlange;" spricht der Löwe zu der Schlange, „doch warum zerfleischest du?" Spricht die Schlange: „Geh und sage dem Verläumder diese Frage." Tr. cruk. 15 a. Kopf und Schweif der Schlange. Zu dem Kopf der Schlange fängt der Schweif einss an: „Sage mir : wie lange gehst du noch voran? Folge mir nun nach, wo Ich gehen mag!" Sagt der Kopf: „Je nun! heute will ich'ö thun!" Jener an der Spitze kömmt an eine Pfütze, und im tiefen Koch droht ihm schon der Tod. Endlich frei von dort geht er weiter fort, gerade zugewandt einem Feuerbrand, und ihn sengt und brennt jetzt das Element. Nur mit harter Noch meidet er den Tod. Endlich kömmt er weiter, aber leider! leider! in den Dornenhecken bleibt der Arme stecken! — Merke! dies geschah, weil der, welcher sah, auf des Schweifs Verlangen diesem nachgegangen. Lliär. r. Deut. p. 1. — Correspondenzen, Auszüge, Repliken. Florenz, 15. Marz. Aleinkinderbewahranstalt zu Livorno. (Schluß.) Die Mädchen unsrer Anstalt haben in ungefähr zwei Jahren Folgendes gelernt, wobei man bemerke, daß der größere Theit vier bis sechs Jahre alt ist. Zuerst die ihrem Alter .angemessenen Gebete, von der Vorsteherin erklärt; Anfangsgründe des Hebräisch- LesenS; Jtalienifch-Lefen; zählen; stricken; nähen. Damit har man die Benennung einzelner Gegenstände, die einiges Jntereffe darbieten, wie die Theile des menschlichen Körpers, der notwendigen Geräthschaften, die Reihe der Farben, die Namen verschiedener Thiere, den Werth der vaterländischen Münzen u. dgl. verbunden. Die Gebete werden von den Mädchen wirklich mit gleißmäßiger Andacht 'aufgesagr, und man hat ihnen daS Bewußtsein zu erwecken Aryußt, daß sie eine Pflicht der Verehrung und und Dankbarkeit hiermit erfüllen. Im Uebrigen ist eS wol überflüssig zu bemerken, daß sie nicht Alle gleich weit vorgerückt sind, -sondern verhjltnißmäßig nach der Fähigkeit und dem Alter eines jeden Kindes. Einige lesen italienisch geläufig, andere syllabiren daS Hebräische, einige stricken vortrefflich, andere nähen desto besser. DaS Zählen und die Anfänge deS Rechnens werden allgemein mit gutem Erfolge gelehrt. — ES hat sich in dieser Anstalt ein Handwerk eingeführt, daS den Mädchen angenehme Beschäftigung verschafft, und vielleicht eine Quelle keS GewinnsteS für die Anstalt fein wird. ES besteht in der Verfertigung von Winterschuhen auS Sohlbandern gewebt, ein Gegenstand, der im Winter starken Absatz findet, da fie, weil fie wenig kosten, von den weniger bemittelten Claffen allgemein gebraucht werden. — Wir empfehlen allen denen, die solche Anstalten mit Liebe betrachten und pflegen, unter den Handwerken geringerer Tchwiengkeiten die herauszubringen, welche dem Kindesalrer rrm passendsten find, fie anzugeben und ihre Einführung

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