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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-09-02 · Heft 62 (2.9.1837) · p. Seite 246

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 62 (2.9.1837)
Date
1837-09-02
Page
Seite 246 (sequence 2)
Language
German
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248 Theologie. Ideen zu einer Encyclopädie und Methodologie der jüdischen Theologie Vr^Uri. (Fortsetzung.) Der Curstrs iry Seminar müßte 2—3 Jahre dauern, und bestände: a) in einem cursns hebraicus, also Grammatik der hebr. Sprache, ohne in gelehrte Sprachforschung überzugehen, statarisches Lesen der biblischen Schriften mit grammatischer Exegese, Uebung in schriftlicher Anwendung der Sprache. b) in einem cursns theologicus: gründliche und genaue Bibelkenntniß mit dogmatischer Exegese, Commmtare des Esra, Kimchi und Raschi, Targumin, Tefilah, wichtige Pijutim, einige Abschnitte der Mischnah — vollständige Einsicht in die Religionswahrheitm Tolison u. A. — Religionsgeschichte — Liturgie — Uebung im Entwerfen von geistlichen Vottragen, Predigten, Lectüre von Predigten, Memoriren und Vortragen. e) cursns philölogico-philosophicus. Bekanntschaft mit deutscher Literatur, Geschichte, Geographie, lateinischer Sprache, um das auf dm Gymnasien Erlernte nicht zu vergessen. Außerdem: Pädagogik, Methodik und Katechetik. Höchst nochwmdig auch Singunter- Solche Seminarim wären am bestm in Provinzialhauptstadtm zu instituiren. So lange sie noch fehlen, sieht ein Jeder durch dieftn Entwurf doch ein, was er zu betteibm habe, als ein ordentlicher Lehrer angesehm werdm zu könnm. Die Bildungsstätte des Rabbinm kann und muß aber nur die Universität sein, weil nur sie die universitas litterarurn darstellt, weil auf ihr ein beständiger Austausch der Idem herrscht, wodurch eine Disciplin auf die andere wirkt, ein Geist dm andem anregt, weil hier der Studirmde leichter forrschreitm kann, da der Lehrer fortfchreittt, fürs, weil hier Frei heit des Studiums,, das nothwendigste Elemmt aller geistigm Bildungwaltet. Selbst das Eigenthümliche' des akademischm Lebms har einm wohlthätigm Einfluß auf die geistige Bildung. Dazu kommt die Mannigfaltigkeit der Hülfsmittel, Musem, Bibliothekm und dgl. Eine Wissmschaft, die wie die jüdische Theologie, einm neum Standpunkt annehmm will, Studirende, die wie die jüd. I Geistlichm durchaus durch gründliche und vielseitige Ausbil- | düng hervocragcn müssm, wennsie ihrem Stande nmm Glanz und neue Ehre, nmm Einfluß und nmm Nutzm schaffen wollm, könnm der Universität nicht entbehren. Wenn aber hier vielfache Gelegmheit zum Swdium der semitischm und abmdländischm Sprachm, der Philosophie, Rhetorik, Geschichte, Naturwissenschaft dargeboten wird, so fehlt es fteilich an Anleitung zum eigentlich jüdisch - theologischen Studium. Allein es ist dies fast noch leichter zu bezwecken, als die Seminarim, dmn sehr leicht könnten sich an 1 — 2 Universitätsstädten Deutschlands Vereine wackerer jüd. Theologen zu einer jüdisch -theologischm Akademie bildm, deren Mitglieder die Vorlesungen'über einzelne Disciplinm übemehmm, zweckmäßige Lehrbücher bearbeitm, und dm jungm Studirmdm die nöthige Anweisung gebm könnten. Wie leicht wäre dies z. B. in Berlin zu bewerkstelligm, wo ein Zunz im Stande ist, eine ganze jüdisch-theologische Facultät zu vcrtretm. So' lange es an einem Institut dieser Att fehlt, muß fteilich der Studirmbe rheils solche Männer privatim auffuchen, wohl auch unter deü altm Rabbinm aufsuchm, theils durch anderweitige, literarische Hülfsmittel sich die nöthige Wissmschaft zu verschaffm suchen. Ul. Gehm wir mm zu der eigmtlichm objektiven Methodik über,'so haben wir in methodischer Beziehung folgmde Klassm von Wissenschaftm zu bettachtm: 1) die propädeutischen, 2) die eigmtlich theologischen 3) die Hülfs- 4) die Nebcnwissmschaftm. Die Propädeutik. Sie umfaßt die ganze Vorbereitung zum theologischm Stande und Studium, also erstens überhaupt diejenige Bildung, welche der künftige Theologe mit jedem wissmschaftlichm Bürger gemein haben muß, wie KcnnMiß der griechischen, römischen, deutschen Sprache, derGeschichte, Geographie, Alterthumskunde, Naturkunde, Mathematik u. s. w. dann im spcziellm Bezug auf den theologischm Stand: umfassendeKenntniß der Bibel, der hebr. Alterthümer und der hebräischen und chaldäischen Sprache. Es ist überflüssig, hier über die Methodik der allgemeinen Wissenschaftm zu sprechm; wohl aber verdimt die des hebr. Sprachstudiums einige Beachtung. Dem Judm ist, insofem er als solcher exogen wird, das Hebräische näher gebracht, alS dem christl. Jüngling. Er hat hebräisch betm gehört und gelemt, er hat schon früh sein Organ an die Aussprache gewöhnt und sich dcrmaßm oft unbewußt eine Sprachgeläufigkeit erworbm, die ihm beim spätem Smdium der Sprache sehr zu stattm kommt. Solches soll für dm künstigm Theologen nicht gehindett, sondem befördett werdm. Er soll keineswegcs auf blos theoretischem oder grammatischem Wege

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