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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-24 · Heft 62 (24.5.1838) · p. Seite 250

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 62 (24.5.1838)
Date
1838-05-24
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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230 senken. Dafür wird ihm unsere Liebe und Achtung, so wie unsere Dankbarkeit werden! Brody, 1. Mai. (Privatmitth.). Zu Gunsten der pesther Verunglückten wurde am 29. April hier eine musikalisch-deklamatorische Akademie arrangirt, wozu Juden und Christen gemeinschaftlich beisteuerten. —. Die für den Militairdienst tüchtig befundenen Israeliten müssen, einer neuen Verordnung zufolge, außer dem Fahneneide, auch in der Synagoge, in Gegenwart des Herrn Rabbinen, auf die Thora schwören. — .. Pr. Minden, 1. Mai. (Privatmitth.). Schon vor einigen Jahren wurde der hiesige achtbare Banquier Louis Levison, israel. Confession, von den Bürgern zum Stadt- Verordneten gewählt, und da in diesem Jahre einer der vier Magistrats-Personen verstarb, so ist derselbe von den Stadtverordneten im Januar zum wirklichen Mitgliede des Magistrats als Stadtrath gewählt, und vom Herrn Ober- Präsidenten und von hiesiger Regierung ehrenvoll bestätigt, und auf dem Rathhause feierlichst beeidigt worden. Mannheim, 3. Mai. (Privatmitth.). Der in No. 43. in der Rede Duttlinger's erwähnte „würdige junge Gelehrte israelit. Konfession, der bei der Universität Heidelberg wirklich angestellt tfi/' ist der durch seine arabischen Studien bekannte I)r. Gustav Weil, der vom Großherzoge von Baden nicht nur zum Bibliothekar an der Univecsi. täts-Bibliothek angestellt worden, sondern auch als Privat- Docent Vorlesungen über Kosegactens Chrestomathie, über die goldenen Halsbänder Samachscharis, über türkische Sprache und Geschichte der Araber, so wie über arabische und persische Grammatik halt. — Er ist jetzt auch Mitglied der socieie asiatique in Paris geworden, wozu ihn der verstorbene Silvester de Sacy vorgeschlagen hatte. Fordon *), 20. April. (Privatmitth.). Vor einiger Zeit starb hier vielfach betrauert ein JsMit, Herr I. Tugendreich, der, als Vorsteher der Gemeinde, die Achtung der hochlödl. Negierung sich so sehr erworben hatte, daß sie ihm die Verwaltung der hiesigen Stempeldisiribution anvertraut hatte. Bemerkenswerth ist, daß hier ein anderer Jude als Königl. Steuer-Receptor fungirt, in Folge dessen er die Königl. Steuern, sowol des hiesigen Orts, als die des ganzen Distrikts, aus 72 Ortschaften bestehend, einkassirt. Berlin, 6. Mai. (Privatmitth.). Ich bringe Ihnen heute eine Nachricht, die, so weit ich Ihre Ansichten kenne, Sie sehr erfreuen wird. Daß das jüdische Ar men wesen an vielen Orten jetzt, nach dem Zuschnitte früherer Verhältnisse, und daher veraltet besteht, ist leicht einzusehen. Ich habe zwar in dieser Zeitung bis jetzt außer Berichten über den Stand wohlthatiger Anstalten, noch nichts Derartiges besprochen gefunden, und nur eine Bemerkung siel mir in No. 46. des vor. Jahns auf, daß anstatt zu viel Almosen zu geben, man in größeren Gemeinden Arbeitshäuser errichten solle. Aber die vielen besonderen mit einander nicht correspondirenden Wohlthatigkeits-Vereine und Stiftungen, die in jeder Gemeinde bestehen, und die ihre Gaben oft sammtlich Einem zufließen lassen, dem Andern vielleicht verweigern, machen eine jede Controle sehr schwierig, fast unmöglich, wenn nicht eine gewisse Einigung zu Stande kommt. Es wird Ihnen vielleicht erinnerlich sein, daß vor einigen Jahren hier der Versuch gemacht ward, dem desfallsigen Bedürfnis entgegen zu kommen, daß er aber damals scheiterte. Seit dem Dezember des vorigen Jahres hat man zu diesem Zwecke eine eine eigene Armen-Com Mission organisirt, die stillschweigend zu wirken begann, und nun erst einen öffentlichen Bericht über ihre Organisation und Wirksamkeit abgegeben. Ich lege ihn hier bei, und empfehle ihn Ihrer Kritik *). Paris, 4. Mak. (Privatmitth.). Die Triumphe unsres Glaubensgenossen, Halevy, als Komponist, sind Ihnen bekannt. Aber schon vor diesem und seiner Berühmtheit haben die Israeliten, besonders zu Paris, vielen Geschmack für Musik gezeigt. Es gibt eine Familie Alkan, deren Glieder sammtlich Musiker, und einige ausgezeichnete sind. In jedem Jahre tragen mehre Israeliten Preise des Conseryatoire de nmsique davon. Bei der letzten Preisbewerbung trug ein israelitischer Knabe, in dem zarten Alter von 9 Jahren, einen Preis auf dem Solfrgio davon, der Sohn des bekannten Literaten Cahen. Man ist dabei befugt, zu fragen, warum sich hingegen sehr wenige in der Architektur auszeichnen? — Dagegen vergeht kein Jahr, wo nicht auch Israeliten bei dm Preisbewerbungen der Universität in den klassischen Studien sich Hervorthun. *** Frankfurt a. M., 5. Mai. Die Leipz. Allg. Zeit, gibt einen Brief aus Belleville im Staate Illinois in Nordamerika vom 1. April, worin es heißt: „Der gebildete Amerikaner wie der gebildete Deutsche spricht hier nie über Religion, besucht zwar bisweilen den Gottesdienst irgend einer Sekte,, laßt sich aber nie zum'Sklaven einer derselben machen und behandelt überhaupt Christ und Juden gleich/' Es ist dies zwar eine langst bekannte Sache, aber da man sie so gern aus dem Gedachtniß bringt, schadet es wahrlich nicht, sie öfters zu erwähnen. Israel, Hellas und Rom. Vergleichende Skizzen. I. Israel war lang, zu lang in sich abgeschlossen. Jetzt wo es, auch aus sich heraustretend, einen allgemeinen Standpunkt erreicht hat, muß es für das Bewußtsein der früheren Zeiten sorgen. Es muß sich die Bedeutung seines neben dem menschengeschlechtlichen und Völkerleben eigens °) Wir geben ihn unten auszngtich, mit einigen Beuren kungen. Redact. °) Großhzgth. Posen, Regbzk. Bromberg.

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