Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-10 · Heft 49 (10.8.1837) · p. Seite 194

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 49 (10.8.1837)
Date
1837-08-10
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3224738-3224788--00385-3298642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

194 des Judenthums würbe aber begründet, indem das Judenrhmn als die Ausbildung und Durchführung der geoffenbarten Lehre von twfc absoluten Einheit Gottes und dem unmittelbaren Berhälmiß Gottes und des Menschen, angesehen und ausgesprochen würde. Die Geschichte hätte dann die verschiedenen Formen zu behandeln, in denen das Judenthum diesen seinen Inhalt gefaßt und gettagen hat, und die verschiedenen Verhältnisse darzustellen, in denen die Bekenner des Judmthums vermittelst dieser Formen seines Inhalts zur Außenwelt gestanden. Die Begründung der Emancipütion aber geschähe alsdann, indem nachgewiesen würde, in welchem Verhältnisse der neuere Staat zu dem Judenthume, als Form jenes Inhalts überhaupt, insbesondere aber zu dem gegenwärtigen Judenthume, als einer sich reformirenden Form jenes Inhalts, stehe. Dies wäre, unsrer Anficht nach , die strmg wissenschaftliche Behandlung des Staatsbürgetthumes der Judm, mit der es unser Vers, also hier nicht zu thun hat, der vielmehr die exoterische, nur mit dem -äußerlichen Leben des Zudenrhumes beschäftigte Veranschaulichung, aber auf eine vollkommen gründliche Weise, bezweckte. (Fortsetzung folgt.) The o l o g i e. I d i e n zu einer Encyclopädie und Methodologie jüdischen Theologie »».Uri. (Fortsetzung.) .Es wird sich finden, daß sich hier mehrereHauptperioden bemerken lassen. Die erste umfaßt die Geschichte der Begründung der Religion und des äußern Tempeldienstes bis zur Zerstörung des ersten Tempels. Hier ist das Hauptmoment besonders der Gegensatz und Kampf der israelitischen Religion mit der heidnischen. Die zweite Periode umfaßt die Geschichte der Religion und des Cultus während des zweiten Tempels. Hier wird der Einfluß der griechisch-asiatischen Bildung schon bemerkbar, die ttaditiven Lehren finden ihre Aufnahme, es bildet sich das eigentlich jüdische Religionswesen und die Synagoge erlebt in sich Spaltungen. *) *) Es muß aber noch vorher von der Einwirkung der chaldäischen und persischen Mythe auf das Judenthum wahrend der brbylon. Gefangenschaft die Rede sein. d. Red. Die dritte Periode hat ihren Endpunkt mit der-schriftlichen Niederlegung aller exegetischen, historischen, ethischen, dogmatischen und kirchlichen Traditionen in den Talmuden; sie umfaßt daher die Ausbildung dieser ttaditiven Lehren, sie beleuchtet den Ursprung, das Wesen, die Kritik des Talmuds und seinm Einfluß auf Religion und Synagoge. Die vierte Periode umfaßt die ferneren Schicksale der Synagoge bis zur wissenschaftlichen Ausstellung ihrer Eigenthümlichkeiten durch den Maimoniden. In dieser Zeit hat die Synagoge ihre Selbstständigkeit gegen die aus ihr entstandenen Zweige, das Christenthum und den Jslamismus, zu behaupten. Die fünfte Periode geht bis zum Durchdringen der Philosophie in die jüdische Theologie gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts. Es ist die Periode der Schvlasticität, und durch fernere Ausspinnung der maimonidisch - rabbinischen Theologie, durch ein ängstliches und unablässiges Versuchen der Ausgleichung dieser mit der ursprünglich talmudischen von Seiten der Schule charakteristisch, unstreitig die geist- und geschmackloseste Zeit der jüdischen Theologie. Die sechste Periode reicht bis zur neuesten Zeit amd umfaßt die neuphilosophische Beleuchtung" der jüd. Theologie von ihrer dogmatischen und historischen Seite, die Verbesserung des Synagogenwesens und des äußern Cultus. Als-Neben dis cipl in der jüd. Kirchengeschichte, zur historischen Theologie gehörig, müssen wir 1) die jüd. Anriquitätenkenntniß, jüd. Alterthumskunde, 2) die Geschichte der füd.^Literatur, besonders der Poesie (namenttich der Synagogalpoesie) betrachten. Wir haben schon oben bemerkt, wie die Poesie in dem jüd. Volke Entstehung und Anklang und Wurzel in den theologischen Ansichten und Volksschicksalen fand. Wer dies näher einsehen will, lese die Meisterwerke von Zunz und Delitzsch. D. Praktische Theologie, Rabbinal - Wissenschaften. Diese umfaßt die unmittelbaren Vorbereitungswissenschaftert zum Lehramts des jüdischen Theologen, jüdische Pastoralwissenschasten, Rabbinalwissenschaften. Die Stellungen und Anforderungen in Betteff der jüdischen Volkslehrer warm z« verfchiedmm Zeiten verschiedm, sie sind es leider noch jetzt, wie wir weiter Sitten ausführlich besprechen werden. Wenn man daher einen ftstm Standpunkt für die Amtsbefug nisse der obern theologischm Beamtm findm will, so muß man sowohl auf die Vergangenheit schäum und untersuchm, welche Offizim dmselbm vom Anfänge an zustandm, wie sich ihr Stand von dem mit der Zerstörung des Tempels aüfhörmdm Priesterstande unterschied und gänzlich separitte, und im Laufe der Zeit die Haupttichtung des Leh-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.