Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-05 · Heft 46 (5.8.1837) · p. Seite 183

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 46 (5.8.1837)
Date
1837-08-05
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3224738-3224785--00371-3298625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

183 Zuerst tritt Jerusalem unter dem Namen Salem auf, deren König Malkizedek der Hohepriester war, zur Zeit, als Abram die Könige schlug.1) Bald aber war es im Besitze der Jebufiter, eines der Kanaanitischen Stämme, und trug Jahrhunderte lang ihren Namen. 2) Als Josua die Israeliten über den Jordan-in. das Land der Verheißung führte, da war Adonizedek, der König von Jerusalem, der erste, der sich ihnen entgegmstellte, und die andern kanaanitischen Häuptlinge zum Kriege auftegte,3) aber er wurde geschlagen und getödtet. Wenn aber auch die Jebusiter unter den besiegten Volksstämmen aufgezahlt wurden, und ihr Land in das Loos des Stammes Juda fiel, so vermochte dieser doch nicht, die jebusitischen Einwohner von Jerusalem zu zwingen, und diese blieben in Jerusalem wohnen noch lange Zeit. 4) Auch als zur Zeit der Richter jener Levit die Reise mit seinem Weibe machte, welche die Ursache zu dem mörderischen Kampfe der Stämme mit Benjamin, ward, vermied der Levit ttotz dep sinkenden Macht, die Stadt der Jebusiter, Jerusalem, und wollte daselbst nicht übernachten, weil sie dm Israeliten nicht gehörte. 5) Als aber David, nach Jsbvseths Tode, alleiniger König war über ganz Israel, von allm Stammen anerkannt, da zog er, zu einer erstm Königsthat, seine Mannen zusammen, und brach gm Jerusalem auf, wo die Jebusiter die Burg Zion inne hatten. In allzugrvßer Sicherheit spotteten die Jebusiter, die Israel so lange gettotzt, seiner, und glaubtm sich schon von Blinden und Lahmen gmugsam vertheidigt. David aber fordette die Tapferstm auf, und Joab erstürmte die Burg zuerst. So war nun Jerusalem des Volkes Israel, und David schlug in der Burg srinm Wohnsitz auf, daß man sie Davids Stadt nannte. David erweitette sie, indem er die bmachbatte Burg Millo hineinzog und ringsum anbaute, und Joab baute dm übrigen Theil der Stadt aus.6) Und alsbald errichtete der König Hiram von Tyrus dem David einm Palast aus Cedemholz, 7) so daß Jerusalem die würdige Residmz des Königs von Israel wurde. Bald aber erkannte David, daß, um Jerusalem zum wahrm Mittelpunkt Israels zu machm, es nicht blos dm König beherbergen, sondern zugleich auch die geistige Kraft und Macht des Volkes umschließm mußte. Er schlug ein prächtiges Zelt 1) Gen. 14, 18. 2) Josua 15, 6. Richter 19, 10. 3) Josua io, 3. 4) Josua 15, 63. 5) Richter 19, 10. 11. 6) 2 Sam. 5, 6 f. 1 Chron. 11, 4 f. Freilich wird Millo als später erbaut angegeben l Kon. 9, 15. 24., eS kann aber auch da von einer neum Befestigung gelten, vgl. 2 Chron. 32, 5. "" 7) LSam. 5, 11.! auf, ließ die Bund es lade Hineinträgen, 8) und versetzte fo~ den ganzen Gottesdienst.nach Jerusalem, das fortan weniger als Königsstadt, denn als besonderer Sitz des einigm Gottes, als auserwählte Stätte seiner Heiligkeit gefeiert wurde. — Jerusalem selbst wurde von Familien verschiedener Stamme in Besitz gmommm, Juda, Benjamin, Ephraim und Manasse 9) wohnten darin, der übrigen Stämme wohl auch nicht wenige, jedoch vermischt — vor der babylonischen Wegfuhrung. Nicht dem capfern und ftommen Könige, sondern dem reichm und weisen war es Vorbehalten, Jerusalem einen großen, erhabmm Tempel auf dem Bttge Morijah zu geben. Sieben Jahre und sechs Monate wurde an dem Tempel mit Hundcrrtausmden gebaut. 10) Nachmals aber bauete Salomo dreizehn Jahre an einem Palaste für sich, und an einem andern jür Pharao's Tochter, die er zum Weibe harre. JI) Jetzt bestätigte und erweiterte Salomo auch die Einrichtung seines Vaters, nach der die Leviten in vier Haufen gerhcilc, wovon einer zu 24,000 die priesterlichen Dienstleistungen verrichtete, einer zu 4000 als Thorwärter, einer zu 4000 als Sänger, und 6000 als Vorsteher und Richter in den Städten diente. Die drei ersten warm wieder in 24 Abtheilungeu getheilt von resp. 1000 und 160 Mann; in jeder Woche hatte eine Abtheilung ihrm Dimst in Jerusalem.'*2) Nur bei außerordentlichm Gelegenheiten vereinigten sie sich allesamt»« in Jerusalem, wie schon zur Einweihung des Tempels. t3) Im 488sten Jahre, im siebenten Monde nach dem Auszuge aus Egyptm, geschah diese Einweihung, unter dem Zusammenflüsse des ganzm Volkes. *4) Dann wurden noch viele Bauwerke in Jerusalem' aufgeführt, und die Stadt herrlich verschönert, daß das Cedernholz daselbst so gemein war, wie Sykomorholz (wilde Feige). 15) So wie aber Israel nur eine kurze Blürhezeir bestimm: war, theilte auch Jerusalem dieses Loos. Die zehn Stämme fielen ab. Juda und Benjamin nur blieben dem Haus- David ttm. Dadmch wurde das Schicksal beider Reiche enrfchiedm. Das Reich Juda hatte das Davidische Haus und Jerusalem; es war stabil und dem Gottesdienste neu, so oft man ihn auch entheiligte, — Israel war ein Wahlreich und dem Götzmdimste sogleich anheimgefallm, deun es lag in 8) 2Sam. Cap. 6. 1 Chron. 16, l f. 9) 1 Chron. 9, 3. 10) 1 Kon. Cap. 6. 11) iKon. Cap. 7. 12) 1 Chron. Cap. 23 f. 13) 2 Chron. 5, 11. 12. 14) 1 Kön. Cap. 8. 15) 1 Kön. 10, 27.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.