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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-05 · Heft 46 (5.8.1837) · p. Seite 182

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 46 (5.8.1837)
Date
1837-08-05
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 solche Juden, welche sich der Emancipation würdig machen, bürgerlich anzunehmen, und bei der Staatsbehörde auf ihre völlige Gleichstellung mit den Christen in allen politischen und gemeindebürg erlichen Rechtenanpttragen« (Unterstützt!). Zentner erklärte sich für U'eberweisung der Petition an das Staatsminrsterium mit Beifügung der Bitte: »Ueber den Rechtszustand der Juden einen auf vollkommene Gleichstellung derselben mit den Christen und ihre Unterwerfung unter die allgemeinen Landesgesetze gebautm Gesetz - Entwurf dem nächsten Landtage vorzulegen, inzwischen aber kein Mittel zu versäumen, welches den Zustand der Judm zu verbessern und dir Gleichstellung vorzubereiten geeignet sei.« In Beziehung auf diesen Antrag vereinigte sich der Abgeordnete Zentner am Schlüsse der Discussion mit dem Vorschläge der Minorität. Letzterer kam zuerst zur Abstimmung, und ward mit 36 gegen 20 Stimmen verworfen. Auch dm Antrag des- Abg.'Kuenzer verwarf die Kammer; dagegen ertheilte sie dem Anträge der Majorität ihre Zustimmung. (Carlsruher Zeit.) Geschichte. Geschichte der StaVt Jerusalem.' Eine historische Skizze. Wenn du glücklich das hohe Meer verlassen, dem gefahrvollm Strande von Jaffa dich näherst, welch trauriger Anblick bietet sich dir dar! Nackte Felsm starren dir entgegen, und keine mit blühmdem Gebüsch bedeckte, von Mündungm der Flüsse und sich schmiegmdm Buftn unterbrochme Küste entschädigt dich für die lange Fahrt. Derlässest du Jaffa, das sich amphitheatralisch hinauftieht, und ziehest du dm Weg, der nach Ram la fuhrt, so wayderst du Anfangs durch die Ebene Saron, von der der Sänger singt: Wie man aus Sarons Blumenkränzen Sich eine Rose auserwählt. An ihrem. Ende liegt Ramla. Jetzt hast du die Berge von Judäa vor dir. Unebene und unbebauete Flächm durchschneidest du. Die Berge, anfangs ziemlich niedrig, erhebm sich nach und nach, einen traurig ernstm Anblick bieten sie dir. Es sind amphitheatralisch über einander liegende Felsm, auf derm Seite man nur einige Oelbäume und Eichm erblickt, welche ausschm, als seim fievom Blitze getwffm worden. Bon einem Wege ist keine Spur vorhandm; durchaus nur Steine, welche unter den Füßen hin und her rollm. In der Mitte deines Wegeskommst du zu dem Dorfe Jeremia, und. zahlst hier willig eine Abgabe an das Oberhaupt des arabischm Stammes. Jetzt werdm die Berge immer unfruchtbarer, die Wege immer beschwerlicher. Zwsschm weißlichm Felsm drangst du dich hindurch, welche nur hier und da mit einem blassm Grün, um das sich einige Ziegm I streitm, und mit Gesträuch ohne Blätter bedeckt sind, dessen | Wurzeln zu Tage liegen. Man hört auf zu steigm, und ' wandert über eine steinige Ebme. Die Quellen sind verschwunden unter ven Ruinm, das Erdreich von dm Bergm hinabgerollt, daß sie nackt stehm, früher bearbeitete Plätze bietm nur einigen zerstreuten Ginster, einige Buchsstaudm dar, welche aus dm Felsenritzen hervorwachsm. Hast du so einige Stunden zurückgelegt, dann erblickst du — Jerusalem! dann erblickst du jene Stadt, die, eine Dmksäule auf Trümmerhaufm, hingepflanzt ist zum ewigm Gedächtniß der Menschheit, zur ewigen Anbettmg und Erinnerung, ein geistig« Mittelpunkt des Menschengeschlechts, ein Mittelpunkt der Erde und des Himmels. Jerusalem, versunken in den Schooß der Erde, und dmnoch mit Kettm an dm Himmel geschlossen. Hier vereinigt sich Jude, Christ und Moslem zur Verehrung und zur Demuth; hier' steht eine blutende Vergangmheit vor einer Gegmwatt in Trümmern, und keine weiß, welche größere Wehklage hat; die Zukunft aber scheint hier verhüllter als irgmdwo, da sie, glänzmd verheißen, keinen Anfangspunkt bietet. Hierher wandert Jude, Christ und Moslem , um die Stätte des Heils mit zögemdem Fuß zu bettetm, mit bebender Lippe zu küssm. Hierhin schauet jedes bewegte Mmschmauge, dmn was gekommen ist, die geistige Welt des Menschen in Bewegung zu fetzm, ist von hier gekommm, und was noch kommm wird, erhofft man von hier. Hier wehet eine Lust, die, wenn sie nach Grabesluft duftet, weil sie über eine Gräberstätte streicht, zugleich an die Verklärung erinnett, und das Auge hinauflmkt in die unbewegliche Bläue des Himmels, wo keine Gräber und keine Trümmer stehen. Hier wehet eine Luft, die selbst dm Ungläubigstm ergreift und betäubt und zum Glaubm zwingt. ^Dma von Zion geht die Lehre aus, und das Wort des Ewigm von Jerusalem.« Wohlan, erhabme Trümmerstadt, schüttele dm Staub von deinm gefesseltm Gliedern, erstehe aus deiner Gesunkmheit, und antwotte auf unsere Frage: wie wurdest du dies.? wie wurdest du die heilige, verherrlichte Stätte, und wie die zettretme, versunkme Stadt? wie wurde dein Glanz? wie wurde er mit ehemm Waffm vemichtet, und wie blieb er dir, der innere, geistige Glanz — du Leichnam mit dem Heiligmschein um die zerbrochme Stim? Schattm steigm aus deinm Trümmern hervor, viele Schattm derer, die der fromme Glaube an deinm Mauem zerschmettert, aber auch viele. Schattm, die ihre Rechte gm Himmel strecken, und sprechen: da ist das nme Zion, ohne Trümmer, — immer warst du und wirst du fein, Jerusalem, der Scheiterhaufen, aus dem der Phönix der Mmschheit sich emporhebt und in die Wolken fliegt.

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