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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-03 · Heft 45 (3.8.1837) · p. Seite 179

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 45 (3.8.1837)
Date
1837-08-03
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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179 verlangte er Beförderung, von ihm Hülfe für dm verarmtm Vater, für die im Leidm erblindete Mutter. Aber Gaon schämte sich der armen Anverwandten, mit hartm Worten wies er ihn zurück und wollte die Familie nicht kennm. Da irrte Goyzago -in der reichen Stadt umher und sah das geschäftige Leben um sich, nur er war verlassen, verhöhnt, vrrsioßm. Das Lebm war ihm eine Bürde, aller Zierden beraubt, gekränkter Ehrgeiz, zurückgewiesme Liebe wurdm die Furien, die die Geister der Verzweiflung und der Rache in ihm anregtm. Er steht auf einer Brücke und will sich in die Fluchen stürzen, da hört er ein Getümmel auf dem nahen Markte, ein Mönch predigte heftig gegm die Juden, er malte dem Volke ihr verruchtes Leben, er forderte sie zur Rache gegm die Mörder des Heilandes auf, gegen die Bedrücker der Spanier, er erwähnte Gaons, als Helfershelfers der Tyrannei. Bei diesem Namen stürzt Gonzago herbei, er ergreift das Crucifix, er schildert die harte Behandlung, die er von Gaon erlitten, er bekmnt sich zum Glaubm. der Christm und empfängt unter dem Jubel der Mmge die Taufe. Der Mönch Siebt ihm den Bmderkuß, die Mmge strömt nach dem Hause des verhaßtm Einforderers des pedido, und der verstümmelte Leichnam des Unglücklichen wird vom Fenster auf die Sttaße geworfm, wo ihn der Pöbel in Stücke zerreißt und seinm Kopf auf der Lanze herumträgt. Vergebms, daß der König die Mörder bestraft und die Häuser der Aufrührer niedeweißm läß^ man zwingt ihn zur Nachgiebigkeit und Gonzago Campanton wird vor jeder Verfolgung von dem mächtigen Arme . der Kirche geschützt. Jetzt ist Vater und Mutter vergessen, er zieht mit dm Franziskanem im Lande umher und predigt gegm die Judm, er sieht mit teuflischer Wonne ihr Blut fließen und siühtt die altm Rabbinen zum Scheiterhaufen. Aber vergebms wartet er auch jetzt auf Ehrm und Würdm, — mitten in seinm schauderhaften Reden'trifft ihn der Hohn der Neugierigen über die jüdische Mundatt. Die Begeisterung, die er für dm nmm Glaubm hmchelte, wurde kalt erwiedert, ja er wurde nicht seltm Stichblatt des Witzes für die Mönche, und nur wmn es die Bluchetze der Marannos galt, war er Anführer, und wußte, mit allm äußem Zeichen des mosaischm Glaubms bekannt, die bestm Mittel und Wege,- die Ketzer ausfindig zu machen. — So wurde er der Schreckm und die Geißel der neuen Christen, die mit Gewalt zum Christenchum - gezwungm, im Geheimm die Gebräuche ihrer altm Kirche hielten, und überfiel sie beim Begrüßm des Sabbaths, beim Opfer des Passah, in dm Kammem ihrer Gebete, bei der Unte.weisung ihrer Söhne. Er selbst aber verfiel immer, mehr und mehr in dm Schlamm gemeiner Ausfchweifungm, welche Körper- und Geisteskräfte verzehrten. Dem Wüthm dieses geistlichen Räuberhauptmannes ward mdlich, nachdem Tausende von Opfern seiner Rache gefallen waren, von der Regierung Einhalt gethan, sie verwies ihn in ein Kloster. Hier verbrachte er sein Lebm unter strenger Aussicht eines tugmdhaftm Abtes, dessen Leben er lange Jahre durch Ränke verbitterte, bis er nach Granada versetzt wurde, und ihn die Inquisition von Neuem zum Werkzeuge ihrer Gräueltharm machte. . Der Prior des. Bcnedictinerklosttts, ein träger und nur von der niedrigsten Wollust angeregter Mmsch, benutzte ihn zum Vermittler feiner Begierdm. Ec mußte für ihn die weiblichen Scheusale Granada's aussuchen und sie seiner heimlichen,'fleischlichen Lust zuführcn. Der Prior hatte die reizende Jüdin im Haufe Arama's bemerkt, er beobachtete sie täglich, und kein Opfer däuchte ihm zu gering, um die Reine in seine Gewalt zu bekommen. Gonzago konnte hier insbesondere als Spion gebraucht averden, er war ja mit dm Sitten der Hebräer bekannt, und ein neues Opfer seiner Rache war ihm willkommen. Wir wissen bereits, wie er dm Arzt zum Prior berief, der im Gespräche mit Arama cs bald einsah, daß dieser nicht der Mann sei, von ihm die Bcstiedigung seiner stechen Wünsche zu erlangm, listig gmug aber dm redseligen Arzt über seine häuslichen VerhälMisse ausforschte; wir wiffm, wie Gonzago die hingeworstnen Worte Arama's wohl verstand. Sie reichten hin, um eine Anzeige bei der Inquisition zu machen, und da sie Alonzo's Besuche bemerkt hattm, und' er selbst an jenem Abmde vom Mönche mißttauisch angesehen wurde, so suchte man, sein Verhälmiß zu Dinah errathend, auch diesm der Ketzerei verdächtig zu machen. Wan überfiel den unglücklichm Arama bei der Feier der Ostem und schleppte ihn in's Gefängniß, wo er mehrere Tage vergebens auf seine Vcmehmung harrte, man suchte in derselbm Nacht sich Alonzo's zu bemächtigen, aus dem sie durch verfängliche Fragm das Bekennmiß seiner Liebe für die Pflegetochter Arama's herauszulockm wußten. Er glaubte kein Verbrechen zu gestehm, wmn er die Art und Weise, wie. er Dinah zum erstm Male sah, erzählte,- ihren reinen Charakter und gebildeten Geist schilderte, da er für sie mehr als für sich fürchtete. Aber der Trug der Priester wußte aus allem diesem jme Anklage Arama's zusammmzureimen und dm Verrath scheinbar vom edlm Alonzo ausgehen zu lassen. Der Prior und Gonzago hattm somit dm Vater und Geliebten von Dinah entfernt, sie übcmahmm die Sorge für das Seelenheil der Verlassmen, bewachten alle ihre Schritte, und nur Jehudah, der Sohn des mächtigm Abarbanel, stand ihnm noch im Wege. Doch hattm sie bereits im Geheimm Nachricht von dm Verfügungm, die man gegm alle Judm Spanims anzettelte, und so ersah'der wollüstige Prior die Erfüllung seiner Wünsche in der nahm Verzweiflung der Jüdin. Alonzo's Gefängniß war bei weitem nicht so schauer-

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