Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-22 · Heft 39 (22.7.1837) · p. Seite 154

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 39 (22.7.1837)
Date
1837-07-22
Page
Seite 154 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3224738-3224778--00335-3298576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

134 sogar Manches, was sich für die Emancipation sagen läßt, auseinandergesetzt, dennoch aber rieth die Majorität zum Beitritte der Beschlüsse der ttsten Kammer, mit einigen kleinen Abänderungen in der Fassung. Blos das Deputationsmitglied Herr 0r. v. Mayer gab ein Separatvotum ab, worin er erklärte, von den beim,vorigen Landtage ausgesprochnen Gesinnungen über die Emancipationsftage nie ab gehen zu können, da sie aus seiner innersten Ueberzeugung hervorquillen, er bettachte den Entwurf nicht als Emancipationsgesetz, würde sich chm jedoch angeschlossen haben, um den Juden wenigstens vor der Hand — bei den nun einmal herrschenden Vorurtheilen — einige Vergünstigungen zu gewahren, allein den Beschränkungen der 1. Kammer könne er zulehnen. Man werde doch die Juden nicht in eine noch schlimmere Lage als bisher versetzen wollen, dies geschehe aber durch das Gesetz, wie es sich nach den Beschlüssen der 1. Kammer gestaltet habe. Dagegen beantragte er, der Staatsregickung die Befugniß einzuräumen, einzelne Israeliten, die vorgeschlagenen Zusatz-Paragraphen, wegm Gestattung von Grundbesitz, den die 1. Kammer verworfen hatte, wieder ausgenommen haben. Inzwischen war von Seiten der Aeltesten der israelitischen Gemeinde zu Dresden noch eine (vom Redakteur des Landsohn-Vereins die von vr. B. Beer verfaßten »Betrachtungen über den Gesetzentwurf und die in der 1. Klasse deshalb stattgehabten Verhandlungen,« der Kammer mit der Bitte um Fabrikanten I. A. Meier in Berlin, (an den die Königl. Pyeuß. Cabinersordre vom 17. Oct., 1836, sehr gnädige Aeußerungen über die Juden anhaltend, ergangen war,) eine Nachdem nun der Referent Roux in der Sitzung vom 23. Juni d. I. hierüber berichtet hatte, schob sich zuerst Häntzschel aus Mittweida, sprach in der vom vorigen Landtage her an ihm gewohnten Weise gegen die Emancipatiön; doch gab er, bei allem Eifer, das Da'sein sehr achtbarer und der Gleichstellung würdiger Israeliten zu. — Ihm folgte von Thiel au (Landesältester der Oberlausitz), mit donnernder Beredtsamkeit vertheidigte er die Sache der Emancipation. — Er widersetzte sich der Decken so griff er nach und nach alle im Entwurfs enthaltene oder von der 1. Kamm« beliebte Beschränkungen an, hob die Sittlichkeit der Juden hervor und fragte: »Sind dir ' Zuchthäuser voll von Juden oder von Christen?« — Man sage, die Juden seien nicht reif zur Emancipation, ebenso habe . man gesagt, das sächs. Volk fei nicht reif zur Constitution! — Er bewies ferner aus Erfahrung und genarrer Erkundigung bei schlesischen Rittergutsbesitzern, daß die in der ersten Kammer ausgesprochenen Ansichten über ben, daß dadurch aber den Christen kein Nachtheil entstehe. Er schloß mit dem Ausdrucke, daß sein Nationalstolz als Sachse ihm verbiete, gegen die Judsr zu stimmen, nalen aller Parlamentsverhandlungen verdient) immer höhett Er wies u. A. auf viele Stellen in den erwähnten »Betrachtungen rc.« hin, die er erschöpfend nannte.; gab Behandlungsweise der Juden. Zuletzt rief er aus: »Meine Herren, Keiner von uns hat es in der Gewalt, als Jude oder Christ geboren zu sein, darum seien Sie gerecht! Gewähren Sie, so gewahren Sie gern! Bedenken Sie, daß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.