Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 36 (20.7.1837)
- Date
- 1837-07-20
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
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finden schon in fern Talmudistm apologetische und polemische Dertheidiger; späterhin mußte selbst das Christenthum gegen fie die Vertheidigung der Offenbarung und der Schrift überhaupt unternehmen, da es die heiligen Bücher der Juden anerkennen und die dem jüdischen Volke gewordene Offenbarung als Grundlage seiner eigenen Dogmatik gelten lassen mußte. Auch gegen das Christenthum finden sich im Talmud schon polemische Stellen, die späterhin getilgt werden mußten, auch apologetisch von keiner Erheblichkeit sind. Später, besonders zu den Zeiten der Verfolgungen, erstanden unter den Räbbinm nicht wenige Apologeten des Judenthums und so ist es bis zu den neuern und neuesten Zeiten gegangen, in welchen die gegen das Judenthum gerichtetm Schriften Eisenmengers, Rühs, Fries, Härtmanns u. A. tapfere und würdige Apologetm unter den jüdischen Theologen gefunden haben. Ein unseliges Berhängniß ruht über diesen Verhälmissen, denn von den frühesten Zeiten an bekam der theologische Streit durch Nationalhaß eine trübe Färbung. Bald gab man vor, gegen die jüdische Re lig.ion nichts zu haben, wohl aber gegen die Nation, bald umgekehrt wollte man den Juden wohl achten und brüderlich lieben, aber seine Religion bekämpfen. Es ist hier nicht der Ort, in's nähere Detail überzugehen und die Quellen und Richtungen der jüdischen Apologetik von Seiten der Gegner und Vercheidiger genauer därzustellen-, gmug, daß wir hier encyklopädisch auch diesen Theil der Theologie der Berücksichtigung empfahlen, dessen weitschichtige Literatur wir zu bedauern hatten, wenn nicht der Kampf in allen Zweigen menschlicher Erkennmiß der Wissenschaft dm Weg zu bahnen hätte. Der zweite Theil der dogmatischen Theologie ist, wie. schon angeführt, die praktisch-dogmatische Theologie, Ethik, Pflichtenlehre, Moral. (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. Das Folgmde ist von Seitm der Herrm Aeltesten und Vorsteher der Gemeinde zu Berlin eingesandt, und mit dem Wunsche begleitet wordm, daß die Redaction ausdrücklich bemerke, wie diese Mittheilung von Seitm des Berliner Gemeinde-Bobstandes selbst veranlaßt worden. Die Redaction. In No. 19. dieser Zeitung'.vom 13. Juni ist ein Gegmstand zur Oeffmtlichkeit gebracht worden, der sich um so weniger dazu geeignet hat, als es dem Berichterstatter ganz unmöglich war, Jrrchümer zu vermeidm. Die Sitzungm des Berliner Gemeinde-Vorstandes sind nicht öffentlich; seine Mitglieder haltm sich, wie die jedes andern Collegiums, verpflichtet, außerhalb desselben die einander schuldige Diskretion stets zu beobachten:, es kann also nur ein Urumterrichteter gewesm sein, der über die Att der vor Kurzem hier stattgeftmdmm Wahl eines Beglaubtm in dieftn. Blauem gesprochm hat. Soll jedoch einmal in Dingm, dir nicht vor das Forum der literarischen Welt gehörm — und zu diesen Dingm ist die Besetzung eines untergeordnetm Amtes der innem Gemeinde- Verwalmng wohl mit Recht zu zahlen *), — soll darin Oeffmtlichkeit verstattet fein, so ist Wahrheit die erste Bedingung derselbm, wmn sie nicht ihre ganze Bedmmng verlierm soll. Die Wahrheit aber wird verletzt, wmn man, wie «s die Absicht des angeregtm Attikels ist, das auswärtige Publikum glaubm machm will, daß die Berliner Gemeinde und der von ihr erwählte Vorstand verdimstvolle Männer weder zu würdigm' weiß, noch würdigm mag. Allerdings hat die Majorität des Gemeinde-Vorstandes bei der Wahl des Beglaubtm wmiger auf den ebm so gelehttm als achtbarm vr. Zunz, als auf ein anderes nicht minder achtbares und wegm seiner hebräisch-talmudischen Studim geschätztes Gemeindemitglied Rücksicht nehmm zu müssm geglaubt, aber nur nachdem auch von ihrer Seite, sowohl bei der Debatte - als später in schriftlicher Darlegung eines Mitgliedes, die Ueberzeugung ausgesprochen wordm, daß gerade das gedachte Amt einem Manne wie vr. Zun; keine angemessene Stellung verleihm würde, wahrend der andere Kandidat dm größtm Theil der Stimmen, nicht blos des Vorstandes, sondern aller Gemeinde-Mitglieder für sich vereinige. Der Vorstand braucht sich hierbei um so weniger den von dem Berichterstatter herausgehvbmm Vorwurf zu machm, daß er verdimstvolle Männer nicht achte, als er bereits ftüher Gelegmheit gehabt hat, dem Herm Dr. Zunz seine persönliche Theilnahme zu beweism, und die Majorität desselbm nicht minder als die Minorität von dem Wunsche beseelt ist, der Thätigkeit dieses Gelehttm ein würdiges Feld anweisen zu können. *) Es ist die Ansicht der Redaction, daß der Dorfrand durch . diese Berichtigung vollständig gerecht-fertigt ist, um so mehr, da er nur die -edelsten Absichten zu erkennen giebt, deren Realisirung ihm an's Herz gelegt sei. Dennoch können wir ihm nicht beistimmen, wenn er meint, daß Gegenstände der Art nicht vor daS Forum der Oeffentlichkeit gehören, (allerdings nicht, vor das Forum der literarischen Wett, — beides ist aber nicht zu verwechseln). Die Redaction wird nie Beschwerdeführungen, sobald sie von ihr bekannter Quelle ausgehen, zurückweisen, ja zurückweisea können. Kann sich doch ein Zeder rechtsettigen, und erscheint dann in desto schönerem Lichte. Sie glaubt vielmehr, der praktisch erfahrne Vorstand wird mit ihr die Ansicht hegm, lieber einmal der Gefahr einer Berläumdung ausgesetzp zu sein, als ein kräftiges Gegenmittel gegen die früher und an manchen Orten so häufige Besetzung der Gemeindestellen, . die mehr im Zntereffe von Privaten, als der Gemeinde geschieht, zurückzuweisen. d. Red.