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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-20 · Heft 36 (20.7.1837) · p. Seite 142

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 36 (20.7.1837)
Date
1837-07-20
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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142 Vorzug einer Theologie ist; femer daß diese Dogmen mit der Vernunft in keinen Widerspruch grratheu und vor dem Richterstuhl philosophisch-menschlicher Erkenntniß wohl Stand haltm können, daß also die jüdische Dogmatik in ihrer Aufgabe nicht das peinliche Geschäft hat, sich mit der Philosophie und selbst der populären menschlichen Erkenntniß in.einen Kampf einzulaffen und diefm Kampf — [mit bald -mehr oder weniger Aufopferung von Seiten der Philosophie oder Theologie; d. Redact.j — auszugleichen. Von einer andern Seite har sie auch mit keküea symbollschen Büchern zu chun oder solchen Schriften, wo eine besondere jüdische Religionsgmoffenschast diejenigen Vorstellungen über chre Glaubmslehre, welche sie für die wichtigsten anerkmnm, widerlegte, dmn die wenigen Sektm, welche die jüdische Synagoge hat, haben sich nirgends von dm allgemein dogmatischm Lchrm abweichmd erklärt, sondern ihre Verschiedenheit besteht nur in Aeußerlichkeitm des Cultus. Das oberste Dogma der jüdischm Religion, ihr Kem, ihr Eigenchum, ihr Wesen, ist und bleibt natürlich die Einigkeit Gottes (nvrn*») im weitestm Sinne. Es ist das Hauptresultat der dem israel. Volke gewordenen göttlichm Offmbarung, zu welcher das Volk von Gott auserwählt wurde, um dm Begriff des ewigm Gottes durch alle Zeiten zu wagen und zu bewahrm. Von diesem Begriffe eines einigm Gottes und der daraus resultirmdm Mommte hat sich das jüdische Volk nie losgesagt, und es ist das Lebmselemmt seiner Theologie; nie hat es Modificationm dieses Begriffs, selbst nicht die leisesten, geduldet und natürlich jede dieser Modificationm als Abfall von seinem Glaubm betrachtet. Um diesm Begriff in seiner Nmheit zu erhaltm, hat der Religionsstifter, selbst auf Kosten anderer nationalm Bildungsrichtungm,' mannigfache, der Zeit und dem Volke angemessene Vorkehrungm und Institute getroffm und aufgestellt; um diesm Begriff in seiner Nmheit zu erhaltm, habm, bei ver- -andertm Aeitumständen und veränderter politischm Lage, die spätem Lehrer wieder andere Vorkehrungm, andere Institutionen aufgestellt. Ein im Volke Israel geborner und in den israelitischm Bund aufgmommener Mensch sagt sich nur in dem Falle von ihm los, wenn er diesem Begriffe von der Einigkeit untrm wird und durch ein öffmtliches Bekennmiß einen andem Begriff vom Wesm der Gottheit anerkennt. So lange er hingegm die mrrp anerkennt, bleibt er, er mag dieheiligstm Cultusvorschristen verkmnm und vemachlassigm, zwar kein religiöser Jude, aber doch — Jude, und wird von dem jüdischm Nationalverbande und von der Synagoge als solcher anerkannt; nie ist selbst der Sadducäer, der doch dm Glaubensartikel der Unsterblichkeit mvdifititte, vom Judmthum separirt worden und. der Begriff der Ketzerei ist der Synagoge so ftemd, als der der Symbolik. Aus dieser strmgm Anhänglichkeit an dm Begriff und die Glaubmslchrm eines einigm und einzigm Gottes kam es, auch, beiläufig gesagt, daß der Stifter der christlichm Rellgion zwar unter dm Juden die erstm Anhänger fand und in Bezug auf seine Menschenwürde noch jetzt Anerkennung findet, je weiter ab nach seinem Tode aber die Stiftung der christlichm Kirche fortschritt und sich eigms constituirte, diese gerade unter dm Juden am wmigstm Aufnahme und Verbreitung findm mußte. Welche Dogmm nun mit diesem Hauptdogma zusammmhängm, wie die Dogmm von der Heiligkeit Gottes und seinm Eigenschaften, die Dogmm von der Würde und .Freiheit der mmschlichm Natur, das Dogma von seiner Fähigkeit zur Seligkeit, die sich, wie schon früher bemerkt, die jüdische Kirche nicht als alleiniges Eigmchum vindicirt, sondem die Frommm aller Nationen Theil daran nehmm läßt, — ferner die Dogmm von der Heiligkeit der Offenbarung und der Heiligkeit der Mittel, welche sie zur Beseligung angibt (hierher gehört auch die Heiligkeit gewisser Cultusinstiturionm, namentlich des Sabbathes und des Verso hnungstages, als der für dieses Lebm in feiner zeitlichen Beziehung und für die israelitische Nation in ihrm allgemein nationellm Beziehungm offenbarlich aufgeftelltm Institute) u. s. w. — alles dieses ist Gegmstand der jüdischm Dogmatik oder thetischm Theologie und kann natürlich hier in dieser mcyklopädischm Uebersicht nicht weiter erörtert werden.. Auch ihre Apologetik und Polemik mußte die jüdische Dogmatik haben und hat sie gehabt, d. i. UMersuchung, inwiefern sich die Glaubenslehren derselbm begründm und vertheidigm lassen. Die Gegner der jüdischm Religion warm und sind Legion. Diese Gegner fand sie schon rmter dm Heiden, aber ihre Unwissenheit von der jüdischm Religion, war so groß und das Ganze des Heidenchums dem Judenthum so stracks entgegm, daß die Jnvectivm des Heidenchums nur noch ein historisches Moment bilden und um so unberücksichtigter bleibm, als die Apologetik in diesem Betteff von dm Judm nie mit Eifer bettiebm wurde, wenn wir des Josephus Buch eontrs. Äpionem abrechnen. Erst dann mußte die jüdische Apologetik sich erhebm, als sich unter den Judm selbst Zweifler der Offmbarung oder völlige Atheistm erhobm, und in der christlichm Kirche sich von ihr ein Zweig ablösete, der auf andem Bodm gebracht, eine andere Richtung und Ausbreitung annahm. Mit diefm beidm Gegnem unter dem eignm Volke und unter christlichm Theologm hat es die jüdische Apologetik noch hmte zu chwr. Die Läugner der Offmbarung und die Gegner der Schrift (antisoriptuarii)

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