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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-13 · Heft 33 (13.7.1837) · p. Seite 130

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 33 (13.7.1837)
Date
1837-07-13
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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130 Theologie. 3 4 t t n zu einer Cncyclopädie und Methodologie jüdischen Theologie (Fortsetzung.) Die philologische Exegese abstrahirt von dem dogmatischen und moralischen Werth der Schrift, sie ist in ihrem allgemeinen Theil biblische Kritik, die ihrm Anfangspunkt in-der Ma so ra fand, unbeschadet des Inhalts der heil. Schrift, aber noch immer in Arbeit ist und besonders seit der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Gegmstand der Forschung wurde. Der Talmud selbst beschäftigt sich an vielen Stellen mit Varianten und wir sehen auch hieraus, daß die Masora keinesweges die philologische Kritik der- Schrift abgeschlossen haben will. In ihrem besondcrn Theil verfährt die philologische Exegese comparativ, grammatisch, realistisch, je nach ihrem Zwecke, wie wir werter unten bei ihrer Methodik sehen werden, und schreitet dann zur Interpretation oder Schriftauslegung. Diese Schristauslegung wird zur Kunst (Auslegungskunst, hermmeutische Kunst) insofern der Exeget bei der Erklärung die.verschiedensten ihm geläufigen scientifischen Mittel vermittelst des.Ingeniums zusammenstellt, um den Zweck der Interpretation zu erreichen. Die philologische Exegese mit ihrem Zwecke, der Interpretation, hat ihre Theorie in der Hermeneutik, der Lehre von den Grundsätzen, welche der Exeget bei der Erklärung befolgen muß. Es ist Hauptaufgabe der Hermeneutik, daß sie theils den Begriff der grammatischen, theil den Begriff der historischen Interpretation erörtert, jenes in Bezug auf die Auffindung des Wort- und Sprachsinnes, dieses in Bezug auf die Auffindung des Aeitsinnes nach den Aeitbegriffen, dem Zeitgeiste, dm dem Verfasser geläufigm Vorstellungm u. s. f. . Die Interpretation in ihrer Anwmdung auf dogmatische und moralische Lehrm wird von uns nun zum Begriff der theologischen Exegese im mgem Sinne gewiesen. Sie wird insbesondere praktische Exegese, wenn sie dm Sin» zu einem moralifchm Endzweck, z. B. zur Erbauung bmutzt, wozu oft eine sinnreiche hermmeutische Kunst gehört. Die älteste jüdische Auslegungsmanier war mehr allegorisch und moralisch. Der Talmud und die Midraschim liefem dazu unzählige Belege, ebenso Philo und selbst die Apostel. Der jüdische Gelehtte bettachtete die Schrift als dm Inbegriff aller möglichen Idem und Andeuttmgm, und trug daher Vieles in die heil. Bücher hinein, oder leitete Vieles heraus, wie er es zu seinem Zwecke benutzte. (Das Exttem dieser Interpretation fand sich in der'Kabbala.) Auch hier wollen die^Talmudisten keinesweges insinuirm, als ob ihre Interpretationen die allein gültigen wärm, auch wurde dies nirgends angenommen. Es steht dem Theologen noch jetzt ftei, von einem richtigm Geschmack geleitet und dem wissenschastlichm Standpunkt der Exegese angemessen, von jmm altm Jntnpretationm sowohl, als auch von der Jnterpretationsmanier Gebrauch zu machm, aber er hüte sich vor Exttavaganzen und beachte, da'ß der einfache, von philologischer Exegese geleitete Sinn auch Stoff und Inhalt zu praktischm Zweckm darbi'eket. B. DogmatischeTheologie. Hatte es die exegetische Theologie mit dem Worte der heil. Schrift und derm Sinn zu thun, so beschäftigt sich die dogmatische Theologie mit der Lehre der heil. Schrift als geoffmbartem Willm Gottes. Sie bringt diese Lehre in einen systematischen Zusammenhang; ordnet sie systematisch und heißt dahtt auch systematische Theologie. Sie ist dgher die eigenttiche Wissenschaft des geoffmbattm Willm Gottes; kann aber, wie jedes System, wie jede Wissenschaft zu ihrer Constituirung der Philosophie nicht mtbehrm, die sich ihr insbesondere als Hülfswissenschast beiordnet, insofern sie selbst (die Philosophie) es in einzelnm ihrer Zweige untemommm hat, die Objecte der dogmatischm Theologie aus der Dernunfterkenntniß zu beteuchtm und sich diesm Objectm gemäß eine R^ligions- und Moralphilosophie geschaffm hat. Alles nämlich,' was «ns die heil. Schriften jüd. Volkes mittheilen, läßt sich unter zwei Hauptgesichtspmckte fassen. Es ist entweder Gegmstand des Erken ne ns und Glaubens oder es bezieht sich auf Gesinnungen und Handlungen, es ist mtweder eine Lehre im mgem Sinne, insofem sich diese Lehre nur auf ein intellectuelles Object bezieht, oder es ist eine Pflicht.' Aus dieser Verschiedmheit des Gegenstandes, die in der heil. Schrift selbst unzerttennlich mit einander verbundm ist, resultirm für die Wissenschaft zwei Haupttheile: 1) die thetifch-dogmatische Theologie oder Dogmatik im mgem Sinne; 2) die praktisch-dogmatische Theologie, oder die Ethik oder Moral. Man hat dm Unsinn so weit getyebm, sowohl von Seitm der Feinde der jüdischm Religion, als ftlbst von Seiten ihrer Verfechter, um ihr einm philosophischen Völlig einzmämnm, und hat behauptet, daß die Religion Israels

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