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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-19 · Heft 60 (19.5.1838) · p. Seite 243

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 60 (19.5.1838)
Date
1838-05-19
Page
Seite 243 (sequence 3)
Language
German
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243 wieder mit Erquickung tränkte und dem Kranken Heilung schenkte. Als nun Abraham verschieden, nahm der Ew'ge das Geschmeide von des Patriarchen Kleide, weit kein Sterblicher hienieden solchen Kleinod'ö würdig war; und er reicht' cS drauf der Sonne, dieser Himmelsfürstin, dar, die damit ihr Antlitz schmückte, und seitdem, mit neuer Wonne jedes kranke Herz beglückte, und des Lebens Fülle wieder goß in schmerzerfüüte Glieder. Tr. baba bathra f. 16 b. ütoft’* Tod. Als Mose'S letzter Augenblick gekommen, ließ Gott, der Herr, vor seines Thrones Stufen den Gabriel, den Engelfürsten, rufen: „Auf! hole mir die"Seele dieses Frommen!" Der Engel warf sich vor dem Throne nieder: „Den Mann, dem du geschenkt hast alle Gnaden, der gleichgewogen sechzig Myriaden, kann ich nicht sterben sehn, o Weltgebieter!" Da sprach zu Michael der Herr der Geister: „So löse du ihm seiner Seele Bande!" „„Den, der mich Lehrer, den ich Jünger nannte, kann ich nicht sterben sehn, erhabner Meister! —"" Da rief der Herr den TodeSengel: „Gehe und hole Mose'S Seele von der Erde!" Der hüllt sich schnell in Zorn, greift nach dem Schwerde und steht schon wuthentbrannt in Mose'S Nahe. Doch als er sah des Größten der Propheten Gestalt von Himmelsstrahlen übergoffen, sprach er, in Furcht und Schrecken ganz zerflossen: „Fürwahr, den Heil'gen kann kein Engel tödtrn!" Und wie er leer zurück zum Himmel kehrte, rief eine Gottesstimm' herab zu Most: „Bereite dich zu deinem Todesloose! Gib -einen Leib zurück dem Staub der Erde!" „Herr! denke, spricht er, was ich dir gewesen! Verschone mich vor jenes Engels Grimme!" Zum zweitenmale rief die Götterstimme: „Ich will dich selbst von deinem Leib erlösen!" Da stieg der Herr vom Himmel selbst mit seinen Erzengeln nieder zu dem treuen Knechte; und diese legten sorglich ihm zurechte' das Sterbebett von glänzend weißem Leinen. Die Engel stellten sich zu beiden Seiten und Gott schloß selber ihm die Augenlieder und sprach zu seiner Seele: „Kehre wieder zu deinem Schöpfer in die Ewigkeiten!" Die Seele sprach: „Seit hundertzwanzkg Jahren weile ich in diesem Leibe, rein von Sünden; wo könnt' ich eine beffre Statte finden? Herr laß mich fürder diesen Ort bewahren!" „Du wirst zu meinem Himmelsglanz entrücket!" sprach Gott; und als der Herr in jener Stunde den Mose küffete mit seinem Munde, Hart' er im Kuß die Seele ihm gepflücket. Midi*, r. debar. S. 226 b. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Kleine Bücherschau.' 1) Der jüdische Festspiegel, oder Beschreibung deS Sabbats, der festlichen Zeiten und der Feiertage der Juden, mit Rücksicht auf ihre Begründung und Bedeutung. Zur geschichtlichen Belehrung für unterrichtete Kinder beiderlei Geschlechts, bearbeitet von M. Heinemann. Berlin, 4837. 8. Man darf nicht anstehen, dieses Büchlein Kindern in die Hände zu geben, um sie mit den theilö geschichtlichen rheilö biblischen Momenten bekannt zu machen, die den Festtagen rc. unsres Glaubens zu Grunde liegen. Es ist in fließender Sprache abgefaßt, und die äußeres Ausstattung gut. O. 2) rmr\*7 rmo oder Leitfaden bei dem Unterrichte in der israelitischen Religion, für Knaben und Mädchen, in Schulen und beim Privatunterrichte, von vr. MoseS Büdinger. Dritte, durchaus verbesserte und vermehrte Auflage. Kassel, 1837. VI». u. 157. (Z Thlr.) kl. 8. Mit Vergnügen zeigen wir die dr-itte Auflage dieses Leitfadens an, dessen Brauchbarkeit dadurch, wie durch den kurfürstt. Beschluß, eS in alle israel. Schulen einzuführen, wo! hinlänglich bekundet ist. Einige unmaßgebliche Bemerkungen wollen wir nicht unterdrücken. Da die Einleitung die Stelle einer kleinen Anthropologie vertritt, so hatten wir einen Blick auf die Somatologie und die Stellung des Menschen zur Natur und deren Erkennen gewünscht. Dadurch wird dem Kinde der Mensch selbst heiliger, und die Religion tritt ihm mehr mit dem Gefolge der andern Wissenschaften auf. Ich kenne einen Lehrer, der z. B. nie unterläßt, seinen erwachsenen Knaben in der Einleitung ein präparirteS Auge irgend eines Thieres vorzuzeigen. In - dem Kapitel von der Würde und Bestimmung deS Menschen müßte wot sein Verhältniß zu Gott mehr hervorgehoben, und die Erkenntniß desselben als unmittelbare Lebensaufgabe gefaßt werden. t Meist wird der Mensch mehr in feinet Bevorzugung vor den übrigen Wesen betrachtet, alö in seiner höchsten Würde, in seiner Stellung zu Gott.— In dem zweiten Kapitel fiel uns der §. 5 auf, der (mit gesperrten Lettern) das Wesen der israelitischen Religion fernerhin in dem Bunde mit Gott rc. bestehen läßt. Hier hätte durchaus dieser „Bund" näher erklärt werden müssen, insofern er in der Erkennrntß des einigen Gottes vermittelst der Offenbarung, und in der Trägerschaft und der Zeugnißablegung dieser' Erkenntniß und Offenbarung besteht. — t In der Darlegung der göttlichen Eigenschaften hätten wir gewünscht,"daß die Erklärung der Einigkeit zuerst, und nicht nach der Ewigkeit gegeben worden, theilS weil die Einigkeit die Grundlehre der israel. Religion ist, theilS weil alle andere Eigenschaften sich auS der Einigkeit herleiten lassen. (Ewigkeit ----- Einigkeit in Bezug auf die Zeit; Allgegenwart --- Einigkeit in Bezug auf den Raum; Allmacht---- Ein. in Bezug auf das Vermögen, Allweisheit auf den Zweck rc.) — 'O'H (4« 23.) kann nicht bloS als die ReligionSgefetze, sondern auch die Grund lehren enthaltend, erklärt werden. Bei der Angabe der Bücher der h. Schrift, namentlich der Kethubim, konnte eine kurze charakterisirende Inhaltsangabe beigefügt werden. Im 7. Kap. mußte das von der mosaischen Religion so erhaben und prägnant durchgeführre Verhältniß zwischen der göttlichen Ge-

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