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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-07-08 · Heft 30 (8.7.1837) · p. Seite 118

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 30 (8.7.1837)
Date
1837-07-08
Page
Seite 118 (sequence 2)
Language
German
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118 Interesse sei, am Sabbath zu arbeiten, so würde er bieS gewiß unterlassen; aber nur das Beispiel der Reichen könne dies bewirken. (Schluß folgt.) Theo logt«. Z d e e n zu einer EncycLopädie und Methodologie jüdischen Theologie , Br. Vri. (Fortsetzung) - Die kritische Philosophie ging aber in die versöhnende und anerkennende Schelling's und Hegel's über, und unbemerkt — denn das Reich der Idem ist ein unsichtbares, und die Kette des Geistigm wird von dem nicht gesehm, der nur dm einzelnm Ring betrachtet — hatten diese Einfluß auch auf die jüdische Theologie, um so mehr, da die conservative Politik der neuem Zeit, sich selbst ungettm, gerade gegm das Judmthum sich richtete und dasselbe zu erschüttem strebte, dies daher desto austnerksamer aus sich wurde und nun strebte, seine Religion und Nationalität zu erkennm, zu. bestimmen und — zu erhalten. Wahrlich, wäre die ftanzösische geistig und politisch auf Vereinigung denkmde Macht weiter fottgeschritten, so hatte jene deistische Richtung vielleicht die jüdische Theologie weiter zerstött, sowie die Nation nach und nach aufgelöst. So aber hat die Vorsehung für das, was sie erhaltm will, schon Mittel in Bereitschaft, und diese Mittel sind gerade — Widerstand und Kampf. So wird die Nation zwar viel später zu einer allgemeinm politischm Gleichstellung unter den übrigm Nationm gelangen, aber sie wird auch dann, wie wir hoffm, desto reifer dazu sein, d. h. nicht reifer, was man gewöhnlich Reife nennt, die sich blos auf allgemeine Bildung bezieht, reifer am Kem ihres innerstm Wesms, ihrer Religion, einer gereinigtm, feststehenden, wahrhaft totalm Religion. Denn, irrm wir nicht sehr, so möchtm wir es ebm als einm Vorzug' der iftaelitischm Religion ansehm, daß sie eine Entwickelung in sich nicht hemmt, sondem vielmchr von ihrer erstm Begründung an diese fteie Entwickelung beanlagt worden ist, und es ihr zur Lebensaufgabe gemacht wurde, als fteier, von Geist und Gemüth gettagmer Glaube in einer nothwmdigm, consecvirmdm Nationalität fett und sott zu existiren. Auf diese Weise ist auch die jüdische Theologie als Wissenschaft noch gar nicht abgeschlossen; es ist aber nochwmdig. um ihre femere Ausl^ung vorzubereiten, darüber einig zu werdm, was zu ihrer» Gebiete gehöre und auf welche Weise sie von Sttrdirmden betriebm werde, d. h. ihr eine Encyklopädie und Methodologie (Hodegetik) zu geben: Encyklopädie hier nicht in dem Sinne als Aggregat gewisser Kmntnisse (dmn als solches ist die Encyklopädie nur das Resultat der Wissmschaft), sondern nur als philosophische, sich selbst bewußte Uebersicht derselben, indem sie dm Begriff der Wissmschaft scharf bestimmt, die einzelnm Theile derselbm und das Eigmthümliche eines jedm einzelnm Theils bekannt macht, und auch die Quellen angibt, sowie das Verhälmiß der gegebmm Wissenschaft zu den übrigm. Der methodologische Theil muß angeben, wie das Studium vorzubereitm und einzurichten ist und auf das hindeutm, was noch zu leistm ist. Dies wird Veranlassung gebm, auch über die vochandmm und noch fehlmden Bildungsanstalten zu sprechen. — - Die israelitische Religion ist geeignet zu einer Wissmschaft sich zu bildm, weil sie 1) Monotheismus ist. Die Idee des einigen und einzigen Gottes ist ihr Grundthema, ist hier Eigmthum der Nationalität, ist' durch alle Zeiten anerkannt, von ihr geht Alles aus und somit unterscheidet sie sich vom Polycheismus, der nie zu einer wissmschaftlichm Theologie gelangen konnte. 2) Die Idee der Gottheit und ihre Verehrung in Geist steht auch in der iftaelitischm Religion höher als der bloße Cultus. Nirgmds ist dieser als Hauptsache anerkannt. Wenn wir auch dm Cultus wissmschastlich ausgenommen und bearbeitet habm, so ist zu berücksichtigm, a) daß er überhaupt der Haltpunkt der Religion in ihrer äußerlichen Manifestation sein muß und bei allm Religionspattheim als solcher von Wichtigkeit, ja mehr als bei den Jüdm der Gegmstand von Stteitigkeitm wurde, d) Der israelitische Cultus ist aber zugleich National - Cultus, d. h. äußere Feier des historischm Lebms der Nation, ihrer ftühesten Schicksale.. Da aber die Nationalität *) Israels die innerste'HSedingung seiner Religion ist, so leuchtet ein, daß Alles, was auf die Nationalität Bezug hat,, auch die Religion angeht, daher der nationelle Cultus zwar? nicht mit der Religion ein und dasselbe, -aber die ebmfalls einer wissenschaftlichen Bettachtung fähige Schale ist, welche sie durch alle Zeiten bewahtt und trägt. Don noch minderer Wichtigkeit als der Cultus ist der Ritus, er gehött zum Sittenkreis der Nation, ist daher veränderlich, gehött zum Theil gar nicht in's cheologifche Gebiet, sondem ist nur wichtig für das civile, häusliche Leben. Also ist die israelitische Religion nicht blos Cultus, *) Nicht die politische Rationalität, dmn diese hat es überlebt. '

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