Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 23 (22.6.1837)
- Date
- 1837-06-22
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
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91 12. 13. Ezech. 18, 21—23. 32, 11. Psalm 31, 1. 5. Jesaias 55, 6. 7.). Das A. T. setzt dem Menschen das alleinige Streben zu Gott, alle andere Bestrebungen müssen dem untergeordnet sein, in dieses aufgehen, es läßt dm Mmschm wandeln auf Erdm, aber mit dem Antlitz zum Himmel. Diese Beziehungen des Mmschm zu Gott sind auch rückwirkmd von Gott zum Mmschm; und da das Heil des Mmschm in dem Sttebm zu Gott liegt, so trifft ihn auch dieser Segm Gottes alsbald, so er fortschreitet und fest bleibt, und der Zorn Gottes, so er abtrünnig wird Gott, seiner ErkmnMiß, seiner Lehre, seinem Sttebm, sich selbst. Darin liegt die Erklärung des so oft mißverstandmm anthropomorphistischm »Zornes, Grimmes, Verderbens Gottes« u. s. w. Der Gott des A. T. ist kein Gott des Zornes, des Eifers, des Grimmes — sondern überall, wo der Gott des A. T. allein austritt, ohne Bezug auf dm sündigen Mmschm, ist es der milde Hauch der Liebe, der selige Glanz des Friedens, auf dem er schwebt, der ihn umgiebt <!Kön. 19, 9'—12. wo die Erscheinung die Antwott giebt auf Elia's Meldung); — überall aber, wo Gott in Bezug aus die abtrünnigen Mmschm dargestellt wird. Litt er als Symbol der unmittelbarm Confequmz der Sünde auf, welche, die ganze Stufmfolge der Läuterung durchmachm und durchkämpfm muß, um zur Reinheit zurückzukehrm. Dies aber steht ihr frei. Sie kann es. Sie wird es. Der Gott des A.T. ist die Dorsehung. Der Inhalt dieser Vorsehung, als Lmkerin des Schicksals der gesammtm Menschheit und einzelnstm Mmschm, ist wiederum allein der große Läuterungsprozeß der Menschheit. Sowie die Erkmntuiß Gottes, anhebmd mit Abraham, anschwellmd im Volke Israel, über alle Völker sich ausbreitm, die gesammte Menschheit umfassen wird (s. alle Prophetm bis Daniel incL)., sowie also dies das Ziel der Vorsehung für das ganze Mmschengefchlecht ist: so auch im Lebm jckes Mmschm. Jegliches Leidm eines Volkes und eines Mmschm ist nur bestimmt, ihn zu läutern und zur reinm Erkermtniß zu bringm, es find Züchtigungm eines Vaters, der nicht seinen Sohn leidm laffm, fondem ihn von der Sünde abführm will. Treffm wir hier auf für uns dunkle Wege, so werdm wir hingewiesm auf die Natur, in der Alles in höchster Vollkommenheit zu seinm Zweckm geschaffm ist (Hiob und einige Psalmm). Die heiligm Leidm des Lebms sind Momente, an dmm unsere Eigmschastm sich vergöttlichen sollm, indem sie sich entwickeln unb erheben: denn das Opfer zieht nicht hinab, fondem hinauf, und erweitert, anstatt zu vermgm. (Fortsetzung-folgt.) Belletristik. 1. T all. * Frühling ist in Judäa! Wle die Blum' auf Meeresgründe Sich zur Frühlingssonne kehrt. Also grüßt in dieser Stunde, Land, gerühmt aus Gottes Munde, Dich dein Enkel, grambeschwerr. Ach, wie mögen deine Hügel . Heue bekränzt mit Blüthen sein; Ach, wie mag des Lenzes Flügel Bäsans Trift, des Segens Spiegel Schmücken, und Engeddi's Hain! Orlbaum, Palm' und Feig' und Mirrhe Iiehn sich um des Landmanns Haus, Und es ruht der müde Hitte, Den in Schlaf die Taube girrre. Unter Terebinten aus. Muntrer Bienen bunte Reigen Schwelgen in dem süßen Kraut, Daß nun bald von allen Zweigen, Die von Edensstucht sich beugen. Süßer Honig niederthaut. Thau des Himmels, komm Hemieder, Tränke dieses Wunderland! Reicher Sommer, kehre wieder. Unterm Schall der Jubellieder Fülle dieses Volkes Hand! Aber nein, des Landes Schöne - Ist schon längst, schon' längst verdorrt, Seit dem Tag, wo seine Söhne, Daß der Bosheit Sieg sich kröne, Ro« vertrieb nach West und Nord. Ach, seit jenem Trauertage Grünen Jordans Ufer nicht! Roch betäubt vom Mörderschlage Wohnet Leid und Todrenklage Auf Judäa's Angesicht. Wo der Kinder Blut geflossen, Fließt Nicht Milch und Honig mchr; Wo, von Räubem ausgeschlossen, Flieh'n die ächtm Stammgmossco, Bleibt das Erbe steudenleer. In die Fremde hiagewieseo, Fem von unsrer Väter Grab, Fem von unsem Paradiesen, Stirbt die Lust an Feld und Wiesen Bald dem Sohn der Knechtschaft ab,