Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 23 (22.6.1837)
- Date
- 1837-06-22
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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92 Jährlich nur, wenn uns. die Zeiten Künden, daß Judäa blüht, Schau'» wir in die stummen Weiten Strahlender Vergangenheiten Mit umdüstertem Gemüth. Ach, wann seh'n dich unsre, Blicke, Land der Väter, schwer beweint? Führt kein Weg zu dir zurücke. Ist kein Pfad, ist keine Brücke, Kommt kein Tag, der uns vereint? H 2. G e s ch e m. * Herbst ist in I u d a a. Rach Gesetz und alter Sitte Haben in begrünter Hütte Mit einander wir geweilt. Still und heimlich, traut und enge Sind im fröhlichen Gedränge Sieben Tage hingeeilt. Ueber uns ein Dach von Blättern, Rings ein loser Bau von Brettern, Laub und Blumen an der Wand. Vor uns Palme, Mirth' und Weide, Hadarsfrucht zum Fest der Freude: Zeugen aus-der Heimath Land'. O die Täuschung wie erfreulich Das Gedänkenbild wie treulich! Welch ein Strahl aus goldner Zeit! Siebe» Tage! — unterdessen Konnten willig wir vergessen Unfern Jammer> unser Leid; Konnten uns in Freiheit dünken, Sah'y Erlösnngssterne blinken. Reu belaubt den dürren Baum;. Konnten, Inbegriff des Schöner^ Salems Stadt, in dir nns wähnen — O es war ein süßer Traum!' 'Doch die Feierstunden fliehen, Und aus unfern Phantasieen Ruft die Welt uns rauh hervor. In den alten Furchen wieder, - Feflt die Fessel unsre Glieder ' Und die Geißel schallt ins Ohr. Doch das Bild von unser« Lande Ist mit hellstem Farbenbrande Unfern Herzen eiageglüht: -Mag dies Herz vor Kummer brechen. Nichts, vermag den Trieb zu schwächen, Der es nach der Heimath zieht.. Dort ist unser, unser Boden, Dort erstehen unsre Tobten, Dort allein ist Fried' und Glück. Gott, der ew'ge Weltgebieter, Unsres Erbes starker Hüter -Giebt es uns dereinst zurück. O erhalt's in seiner Schöne, Gott der Väter und der Söhne, Gieb ihm Regen und Gedeihn! Frost und Hagelschlag verwehre, Gieb ihm Del und Frucht, und mehre Gras dem Wehe, Kraft dem Wein! Bis es, wann wir wiederkehren. Uns empfängt im Schmuck der Ehren Gleich erwartungsvoller Braut. Dann ist unser Joch zersplittert. Und du lohnst, daß unerschüttert Deinem Worte wir getraut. *) H. Sitetaiuf« Durch einen kaiserlichen Ukas sind alle in Städten und Marktflecken Rußlands befindlichen hebräischen Buchdruckereien aufgehoben worden, und' es dürfen künftig nur zwei solcher Buchdruckereren', die eine in Kiew, die andere in Wilna bestehen, wo besondere Cerssoren angestellt sind. Künftig erscheint von John D'Israeli ein vielversprechendes Werk zu London, unter dem Titel: A historj of Englüfc literature critical, philosophical and biographical. Es ist dies dir von B u l w e r in seinem »England und die Engländer« im Voraus so überaus gefeierte Schrift, welche nach Bulwers ZMnung Epoche in der englischen Literatur machen wird. Ja dem zweiten Bande von M-undt's DioSkuren befinden " sich auch »Legenden nach dem Talmud, von M. Veit.« Wir werden auf sie zurückkommen.' Berthold Auerbach in Stuttgart arbeitet au einem historischen Roman, dessen Held Spinoza ist. Wir haben über diesen Philosophen schon eine Novelle von Louis Lax; auch eine romantische Skizze im Israel. Predigt- und Schul-Magazin Band Hl. -_ Heber das 17. Kap-, von Ezechiel hat.der Dr. Theol. Jan van Gilse in Leyden eine werthvolle Abhandlung geschrieben. <Amsterdam bei I. Müller und Comp. 30 S. hebr. Text und 105 S. Commenrar.) Bon Prof. vr. A. Knobel erscheint in Kurzem ein Werk in z w e i Bänden, über »den Prophetismus der Hebräer.« *) Man vergesse 6ei Lesung dreier zwei Gedichte nicht, daß ihr Zn-att v oerifch er Erguß ist. d. Red. Redaeteur: vr. L. Phrlippsorr» — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haack.