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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-20 · Heft 22 (20.6.1837) · p. Seite 87

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 22 (20.6.1837)
Date
1837-06-20
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 schast dieselbe zugelassen 3), und er selbst zwei solche gemischte Ehen aus jener Zeit kenne, in denm beide Theile sich fortwährend sehr glücklich gefühlt. Man antwortete ihm, der Grund tage in der Furcht vor der Apostasie des christlichen Theils und der Kinder, ferner, daß zwar bis in das sechste Jahrhundert die Ehe zwischen Christen und Judm erlaubt und in der Geschichte nahmhaste Beispiele vorlägen, wie selbst fürstliche Häupter mit einer Jüdin vermahlt geweftn, daß aber späterhin das Verbot solcher Ehen von der katholischen Kirche - als ein wirkliches Impediment sanctionirt worden sei, von dem niemals dispmsirt worden. Endlich gelangte man zu dem Artikel über die Erwerbung von Grundeigenthum, dem SOsten. Die Debatte war sehr lebhaft, die Angriffe waren sehr hart, die Vertheidigung sehr unbedeutend. Man brachte für die Zulassung der Judm zum Grundeigenthum nur dm Vortheil zur Sprache, daß die Grundstücke durch die Concurrmz der jüdischm Capitalim an Werth sehr gewinnm würden, nur oberflächlich wurde der dadurch bewirktm Hinneigung der 'Judm zum Ackerbau gedacht, ein Mitglied führte die landtäglichm Bescheide der prmßischm Provinzen darüber an, aus dmm resultirte, daß nur im Paderbornschen der Erwerb von Gmndeigmthum durch Juden einige Gefahr bewirkt habe, die aber mehr durch die dortige Verarmung der Bauem bewirkt wordm. Man glaubte vielmehr, daß durch Erwerb von Gmndeigmthum die Judm zu großen Einfluß im Lande erhieltm, daß sie die Höfe kaufen und an christliche Pachter verpachten würden. Genug, man änderte dm Art. 50. dahin um: »Die Judm sollm nur Häuser und Gärten in dm Städten mit Landdrostcilicher Genehmigung erwerbm können«: wonach der-Art. 51. von selbst wegfallen mußte. 4) Wir wollen nur noch hervorhebm, daß ein Mitglied die Bemerkung machte, er müsse zur Berücksichtigung vorstellm, daß viele reiche Judm dm besten Gebrauch von «ihrem Gelde machtm und häufig sehr wohlthätig wärm, wie ihm denn ein Beispiel vorschwebe,> wo ein Mann jüdischen Glaubensder, nachdem er gmöthigt worden, seinm Gmndbesitz aufzugeben und damit seinm Wohnort zu ändern, von Allm sehr zurückgewünscht worden fei. ■ s Nachdem nun noch verschiedene unwichtige Aenderungen in Betreff der den Nothhandel behandelnden Artikel angenommen, auch der refervirte Art. 8. nunmehr mit 22 gegm 20 Stimmen genehmigt worden war, wurde das ganze 3) Wie noch jetzt in Frankreich, Holland rc., auch im Großherzogthum Weimar. d. R. 4) Man wird es müde, Anmerkungen zu dergleichen zu machen! d. R. Gesetz mit eminenter Majorität unter Dissens von 5 Stimmen genehmigt. (Fortsetzung folgt.) Miszellen. Nach dem vor Kurzem in Londy-n erschimmen Werke über Egypten von E. W. La ne *) ist höchstens die Bevölkerung -von Egyptm gegmwärtig 2 Millionm Seelm (das Viertel von dem, was das Land tragm könnte), worunter 5000 Juden. (1,750,000 ägyptische Araber, 150,000 Koptm, 10,000 Türkm, 5000 Syrer, 5000 Griechm, 2000 Armenier, und gemischter Rest 70,000.) Im Orimr hält man für den Ort, wo Ca in den Brudermord verübt, das schöne Thal Esdraelon (auf dem Wege von St. Jean d'Acre nach Jerusalem), und die Stelle, wo die That geschah, ist durch drei Olivenbäume bezeichnet. _ In dem im vorigen Jahre bei Gelegenheit der Cholera abgedruckten Schriftchen des ehemaligen Kardinals Pallavicini über die Pest von 1656 wird erzählt, daß zu dm Vorkehrungsmitteln auch.die Absperrung des Gletto (des Judenviertels) in Rom gehörte, weil man große Verheerung unter der dicht zusammcngedrängten Menschmmasse befürchtete, aber die Krankheit zeigte sich da gerade höchst milde, und nur sehr wenige Judm starben an der Pest. Korrespondenzen, Auszüge, Repliken. (Bruchstücke einer Reise durch Palästina im I. 1834. von dem Marschall, H-erzog von Ragusa.)**) Am 10. September erreichten wir den Jordan, und ich beschloß den Tag daselbst zuzubringen, und an'seinen Ufern Nachtlager zu halten. Wir gingen über die Jacobsbrücke und schlugm unsre Zelte am rechten Ufer auf. Das Thal dieses Flusses ward häufig mit Menschenblur getränkt, und diente seit der Zeit der Patriarchen häufig zum Schlachtfelde. Oberhalb des Sees Hule, zwischen 'dem Bache Dan, auch der kleine Jordan genannt,' und zwischen dem großen Jordan, überfiel Abraham die vier Könige und brachte ihnen eine Niederlage bei. Oberhalb des Sees Hule, unfern von unserer . *) An Account of the manncrs and customs of the modern Egyptians, written in Egypt, during the years 1833, 1834 and 1835,*'partly from notes made during a ionner visit to that country in 1825 — 28. (2 vol.) **) Nach dem Echo aus der iii wenigen Woche» erscheinenden „Reise deS Marschalls, Herzog von Ragusa rc. Stuttg. 4 Bände," aaSzrigiich.

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