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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-01 · Heft 14 (1.6.1837) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 14 (1.6.1837)
Date
1837-06-01
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
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54 seinen Treuen nach der Meeresküste gebracht. Das Schiff! segelte nach Aftika's Küsten. j An den Thoren erwarteten die maurischen Behörden Lie einziehenden Spanier. Den ganzen Tag über dauerte der Zug, lautes Jubelgeschrei der wankelmüthigm Menge begrüßte die Sieger, auf stattlichen Rossen ritten Ferdinand und Isabelle in die alte Stadt ein; jetzt erst konnten sie sich Könige von Spanien nennen. Lange Reihen von Wagen mit Lebensmitteln befriedigten die Besiegten. Wenige Stunden noch und der Bazar war wieder belebt, die Sttaßen voll von Menschen im ttaulichen Verkehr, die Folgen eines neunhundertjährigen Krieges schienen mit einem Tage verschwunden, das Lager wurde abgebrochen, das. Geschütz nach der Stadt gebracht, in der Alhambra nahm der Hofstaat seinen Wohnsitz. Und als am Abend eine allgemeine Erleuchtung die Stadt erhellte, als auf den öffentlichen Plätzen ein feierliches. Te Deum und die hohe Messe ertönten, glaubte man die -Ruhe zurückgekehtt in das zerrüttete Reich. Aber mit neidischen Blicken und fanatischer Wuth sahen die Priester die Moslemin nach der Moschee eilen, dem königlichen Wotte trauend, — das war keine Eroberung zu nennen, wo man Gott mit heidnischen Gebräuchen verchtte, der > Ruf der Minarets zum Gebete verwundete ihren Stolz, die Jmans in ihren langen Gewändern wurden das Stichblatt ihres Witzes, der Gegenstand ihrer Verwünschung. Und auch Ferdinand bereuete es, um solchen Preis Granada's Eroberung erhandelt zu haben. Wenige Wochen waren vergangen und man berief das Collegium der geistlichen Räthe, um über die Religionsangelegenheiten der neuen Unterthanen zn berathen. Torquemada saß an ihrer Spitze. Sein immer auf gewaltsame Handlungen gerichteter Sinn wußte die Schwankendm zu bestimmen, man sprach die merkwürdigen Wotte aus; »daß ein christlicher König den Ungläubigen sein Wort nicht zu halten brauche.« Augenblicklich wurde der Befehl zur Schließung der Moscheen gegeben, den Ulema's' bei Todesstrafe verboten, eine gottesdienstliche Versammlung zu halten und aufgegeben, ihre Bücher zu verbrennen. Bestürzung ttaf das Volk, aber auf sie folgte eine allgemeine Aufregung. Dies hatte man erwattet und auch gewünscht, man hatte schon vorbereitende Maaßregeln -ergriffen. Als die Maurm ihre Gotteshäuser erstürmen wollten, als sich die Bevölkerung mit den ihnen gelassenen Waffen zur Empörung stellte, wurde jedes Haus mit Soldaten besetzt, jede Straße mit Mörsern bepflanzt, man trieb die Mauren wie eine Heerde zusammen und ließ ihnen nur die Wahl, das Christenthum anzunehmen oder das Land zu verlassen. Viele Taufende thaten das Letztere und folgten ihrem Könige nach den afrikanischen Reichen, viele nahmen zum Scheine den neuen Glauben an, ohne deshalb den weiteren geheimen Verfolgungen zu entgegen, viele fielen.vetztveiflungsvoll unter dem Schwerte der Spanier. Die Herrschaft der Mauren in.Spanien hatte somit ein Ende, das Land verlor seine betriebsamsten Einwohner, Volk und Regierung die Ansprüche auf edleren Ruhm. (Fortsetzung folgt.) Sprachliche Bemerkungen. Nork in seinen »Brammen und Rabbinen,« die im israel. Predigt- und Schul - Magazin, Jahrgang III., eine ausgedchme Beuttheilung erhalten, gibt Veranlassung zu einer sprachlichen Bemerkung, die, da sie so eben von einem neuen» Reifenden bestättgt worden ist, und zwar ohne daß dieser im Geringsten daran dachte, hier beigemerkt werde. I» seinem unwiderstehlichen Drange, Punkte der Vergleichung zwischen Indern und Juden aufzufinden, gelangt Nock endlich auf der letzten Seite feiner Schrift, S. 344, zum Kuhmiste, der in Indien heilig ist und die Fähigkeit haben soll, die bckörpetten Geister zu reinigen (s. Menu B. V. 105). Er fuhrt die Erklärung^ Sonn erat' s an, und zwar aus dem Nutzen des Kuhmists wider die Jnftkten, welche Thiere im Oriente als von den bösen Geistern besessen geglaubt wurden. Endlich fügt et hinzu: »Unklar aber bleibt Mosis Gebot: auch dm Mist der rothm Kuh zu opfern, so wie der Befehl Gottes an.Ezechiel: Brot mit Kuhmist zn essen, welche Kost dm Indiern als Buße und Reinigung von der Sünde dimt (Menu XI, 166).« Wie geschickt No rk der Bibel und dm Juden dm ckeligm Unsinn der Tibetaner - unterschiebm will, oder wie ungeschickt, da er es ganz ohne Beachtung der Sprachkunde gethan! — Vom Opfern auch des Mistes der rothm Kuh ist gar nicht die Rede. Es soll nämlich von der rothm Kuh Alles verbrannt werdm; daß dies kein Opfern ist, sieht man, da es außerhalb des Lagers geschehm sollte, und jeder, der es berührte, unrein war. S. 4 Mos. 19,1. Da heißt es nun: 5]*riüi b* ’r.'a'i nan srvöa nao srv? *pr*»b rncrr nat jpfcn prw'ns, und dies übersetzt Mendelssohn: Blut und Mist rc., de Wette aber: nebst ihrem Miste; die Erklärer stimmm damit überein, wie Abarbanel ecklätt: nnvn -»sb rrcnsi rean msm rmy ribbia rrs-nis mrw* msn brr man man nmrno, so wie der Mendelssohn'- sche'Commentab das pp mit vs erklärt. Auch die Septuaginta übersetzt es mit cvv (mit, nebst). Nur.der Onkelos behält das b» und fagtt r&öis bs nai rni. — Betrachten wir, ehe wir weiter gehen, die Stelle des Ezechiel, Kap. 4. Mit-dieser hat sich Nock noch eine ärgere Verfälschung

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