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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-06-01 · Heft 14 (1.6.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 14 (1.6.1837)
Date
1837-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. No. 14. Zeitung des Zu-enthmus. Ern unparthensches Organ für alles jüdische Interesse. i n B e t r eff vo h Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkuude und Belletristik. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigfier Cimcession.) Redacteur: . ' Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. KU Leipzig. Leipzig, den 1. Juni 1837. Drese Zeitung erscheint wöchentlich s Mal Dienstags, Donverfiags und Sonnabends und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. unisanen- In Gemäßheit des Zwecks derselben die Allgemeinste Verbreitung zu gebe», ist der Preis äußerst niedrig: mit 2 Thlr. 12 Gr. für den Jahrgang — i>Thlr. 6 Gr. für sechs Monate — 15 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Für dieses Jahr wird keine ganzjährige Subscription angenommen. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Besteltüngen an; der «auprspedttron für beide letztere hat stch die König!. Sachs, wohllvbl. Zeitungs-Expedition alchier unterzogen. Belletriftrk. Die Marannen. Novelle aus dem letzten Zahrzehend des funftehnten Jahrhunderts.* (Fortsetzung.) .8. ' \ ‘ Schweigend stch König Boabdelin die Gesandten ctri, als sie ihm die Bedingungen vorgetragen hatten; »Ihr habt euch klug bedacht, Mauren!« redete er sie an, »ihr werdet mch wundern, wie der spanische König Wott hält, von mir verlanget die Unterzeichnung nicht. Ist das die Treue, die ihr mir gelobet? glaubt ihr an ein maurisches Reich ohne maurischen König?« Sie hielten ihm noch einmal das Schreckliche der Lage vor, sie belheuetten, daß wenn noch ein Funke der Hoffnung, ihre Selbstständigkeit durch Gewalt zu retten, vorhanden wäre, sie sich unter den Trümmern Granada's begraben würden. Boabdelin maß mit großen Schritten das Gemach, er blieb während ihrer Rede stehen, reichte ihnen endlich die Hand, und sprach mit edler Resignation: »Wohlan, es sei! öffnet mit der Frühe des Morgens die Thore, aber ich mag von der christlichen Gnade nicht leben, ich verlasse vor dem Einzüge der Spanier die Stadt, Fez ist mein Ziel, beim Könige jenseits des Meeres werde ich eine Zuflucht suchen. Lebt wohl, ich danke für eure Dienste.« -Die Großen verließen trauernd den Palast, die Friedensfahne ward auf. den Mauern von allen Seiten aufgepflanzt, die Feindseligkeiten ruhten, im spanischen Lager wurden Freudengelage gehalten. Wer vermag die Gefühle zu schildern, die des entthronten Boabdelin's Herz bestürmten! Die Nacht hatte sich-über den Horizont gclagett, er verließ sein Lager, nur wenige tteue Diener waren ihm verblieben, Stille und Oede herrschten in der noch gestern so lebhaften Alhambra. Noch einmal schweifte sein Blick in die Ferne. »Du hast Blut und Thränen gekostet, du hast mir die Blüthe meiner Jugend geraubt, aber du hast meine Kraft nicht gebrochen, wunderbares Land!« Aber als er die fernen Freudmfeuer der Spanier erblickte, als er den Jubelruf der Menge vernahm, der auf den morgenden Tag Brod und Freiheit verkündet wurde, als er sich -umsah in den ' weiten Räumen der Burg und keine befteundete Seele fand, als er gedachte, daß am morgenden Tage der. verhaßte Fcr- -dinand an eben der Stelle ttiumphircn würde, während er den Eroberungen seiner Väter den Rücken wenden mußte, als er in seine Jugend zurückging und der ttaurigen Tage sich erinnerte, wo er mit seiner Mutter in Fesseln schmachtete, beide durch die Jnttiguen der zweiten christlichen Gemahlin .seines Vaters verdrängt, als sein Blick auf die Moscheen fiel, in denen morgen christliche Mönche weilen würden — da wurde seine Seele.von den Schatten der Verzweiflung umlagert, er bedeckte das Gesicht mit beiden Händen, er griff nach einer sorgfältig vcrwahtten Phiole, leerte ihren Inhalt und erwattete ihre Wirkung auf dem Divan ausgestreckt. Aber seine kräftige Natur widerstand den Wirkungen des veralteten Giftes, denn so furchtbar auch ihr Kampf mit demselben war, es gelang.dem durch die bestürzte Dienerschaft herbeigerufenen. alten Leibärzte, der Wirkung' des Giftes Herr zu werden, ein tiefer Schlaf endete die schrecklichen Erscheinungen, und als er ermattet erwachte, leuchtete der Morgen, die Trommeln der spanischen Heere erschollen, sie standen vor! den Thoren und der letzte der maurischen Köllige wurde von

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