Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Heft 58 (15.5.1838)
- Date
- 1838-05-15
- Page
- Seite 234 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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im Auslande ist, wo dieser Israelit eine warme, theilnahmvolle Aufnahme erhalten, und die Anerkennung seines Verdienstes eine rücksichtslose ist. Ich meine den als Klaviervirtuosen berühmten I. Rosen Hain. Er gab kürzlich ein brillantes Concerr, wo nicht nur ein ausgewähltes Publikum den großen Saal überfüllte, sondern auch die Elite der hiesigen Künstler sich eingefunden hatte. Unter diesen auch Cherubini, der in dem gefüllten Saale bis zu Ende verweilte. Die Leistungen des jungen Künstlers wurden mit rauschendem Beifall ausgenommen, der sich besonders nach seiner freien Phantasie über aufgegebene Themata bis zum stürmischen Ausbruch steigerte.! Wie ich vernehme, kehrt Rosenhain nach London zurück,! um bei den bevorstehenden Krönungsfeiertichkeiten durch sein! Talent mitzuwirken. * * * | Magdeburg, 6. Mai (Privatmitth.). Aus einer an-! dem authentischen Quelle ist uns ebenfalls die Bitte zuge-! gekommen, in Bezug auf die Aktenstücke aus Frankfurt am Main in No. 44. der Allg. Zeit, des Jud. die Erklärung zu geben, daß die beiden Documente allerdings gänzlich mit den Originalen übereinstimmen, daß aber der unbekannte Einsender die Frechheit, oder milder, die Dummheit begangen, unter die Einleitung und Aktenstücke den Namen eines schon über 17 Jahre verstorbenen Rabbiners zu stellen, wahrscheinlich um die verehrt. Redaction desto eher zu vermögen, die Aktenstücke zu publrciren. Paris, 2. Mai (Privatmitth.). Das Werk Salvador' s ist so eben unter dem Titel: Jesus-Christ et sa Doctrine, histojre du la naissance de l’eglise, de son Organisation et de ses propres pendant le premier siede, 2 fiwts vol. in 8. 15 fr. ausgegeben, lieber seinen Erfolg verlautet noch nrchts. Mit Nächstem werde ich Ihnen einen Bericht über seine Resultate etnsenden. » » » Berlin, 5. Mai (Privatmitth.). In Bezug auf mehrmalige Andeutungen in dieser Zeitung, daß an einige Fortschritte in unserm Gottesdienste gedacht, und darauf hingearbeiret wird, so haben diese allerdings ihren reellen Grund, aber daß sie in die Wirklichkeit treten sollten — das ist noch sehr zu bezweifeln. Ja, wenn vom Wünschen bis zum thatigen Eingreifen nicht der Weg so weit wäre. Daß die Altgläubigen einen heftigen, hartnäckigen Widerstand dem entgegensetzen würden, glaube man nicht. Wenn nicht ihre Reihen, so sind doch ihre Ansichten bereits gelichtet, und die Oeffentlichkeit ist jetzt eine zu große Macht. Man stelle angemessene, nicht extreme Forderungen, und ich mochte wol den sehen, der sich dazu hergeben würde, sich an den Pranger einer Alles verwerfenden Opposition, >mer bösartigen Gegnerschaft zu stellen. Auch würden Fortschritte, die aus dem Schoße der Gemeinde selbst hervorgehen, von unserer erleuchteten Negierung nur gut geheißen werden. Es fehlt aber hier durchaus an einer vermittelnden Persönlichkeit, die, nicht mit alten Erinnerungen verwachsen, in sich eine verbürgte Tendenz dar- ' stelle. Dies ist der Mangel, der alle andere nach sich zieht, und auch die angedeuteten Versuche in Nichts verfluchter. M. D. Belletristik. Streckverfe Von Mehren an Mehre. * (Fortsetzung aus No. 37). An Prof. Hg. Sprichst: „Der jüdische Gott ist der Gott dcS Zorns und der Rache, Aber aus meinem Gott strömet die Liebe allein!" Darum rächst Du so gern den Gott der Lieb' an den Juden, Sprichst: „es ist Fluch des Herrn, den wir am Juden vollzieh'n!" W—> An v. Rk. Worte, zu Büchern gemacht, sind noch nicht Liberalismus, Und sophistischer Äniff lange nicht Freisinnigkcir, Worte, zu?lnten geworden, beweisen die Acchtheit des Mannes, Der nickt selbstisch beschaut, was er wich geben, was nicht?. LA—>- An die Israeliten zu Prsih. Einst, Ihr wißt es, zerbrach die Fessel von Israels Armen,: Weil aus dem Wasser man zog daS hebräische Kind, Je^o, wie freu' ich mick, daß — und selten wird mir die Freude — Kam die Freiheit zu Euch, weil Ihr in'S Wasser gestürzt.. An die •** Juden. Nicht in dem Cabinet und nicht in erleuchteten Kammern Hat man Cu'r Seufzen gehört, hat man Eu'r Sehnen gestillt: Darum sprechet Jbr frisch von der Leber und furchtlos im Zimmer, Aber drum dürft ibr dock nicht werden die Herren vom Haus.