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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-05-15 · Heft 58 (15.5.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 58 (15.5.1838)
Date
1838-05-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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II. Jahrgang. ^0. A8» Zeitung des Zu-enthums. unpartheusches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit KLniql. Sächsischer allergnädigster Eoncession.) Leipzig, den 15. Mni 1838. Zeitungsnachrichten. Magdeburg, 3. Mai (Privatmitth.). Der Herr herz. Bernburg'sche Landrabbiner Or. Herxheim er hat sich an die Spitze einer Sammlung für die jüdisch-theologische Facultat in seinen Gemeinden gestellt. — Laut Nachricht eines Freundes wird in Randegg im Badenischen für die jüdisch-theol. Facultät gesammelt. Daselbst hat sich Herr- Joel Neumann, ein wegen seiner talmudischen Kenntnisse angesehener Mann, an die Spitze gestellt, und damit ein Beispiel gegeben, das in dortiger Gegend nicht ohne Nachahmung bleiben wird. — Bei so vielem und regem Eifer der rühmlichsten Männer wird auch da, wo die Theilnahme noch schwach ist, dieselbe nicht ausbleiben. Königsberg, 24. April (Privatmitth.). Am letzten Tage des vergangenen Passah-Festes wurde die ganze hiesige Gemeinde durch den Tod eines ihrer achtbarsten Beamten in tiefe Trauer versetzt. Um 11 Uhr Bormittag verschied plötzlich der Cantor und Beglaubigte Herr I. L. Eohnardt im fünf und fünfzigsten Jahre seines Lebens und im fünf und zwanzigsten seiner musterhaften Amtsthatigkeit. Der Verstorbene besaß seltene Kenntnisse in den verschiedensten Fachern seines Berufs; er stimmte die gläubigen Seelen zur rührendsten Andacht in der Synagoge, verstand sich geläufig in der hebräischen und deutschen Sprache auszudrücken und vereinigte mit gemüthlich religiöser Frömmigkeit eine liebenswürdige äußere Persönlichkeit. Die vollste Theilnahme der Gemeinde gab sich Freitag darauf am Beerdigungstage des Hingeschiedenen kund, indem fast sammtliche Mitglieder seiner Leiche nach dem Friedhofe folgten, wo sich die allgemeine Trauer gern in Worten ausgesprochen hätte, wenn nicht überhaupt Klagereden wahrend des Monats Nisan zu halten eine Religionsvorschrift verbieten würde. Sein Andenken wird von Allen, die ihn näher kannten, ehrenvoll bewahrt werden und Er selbst erwartet für frommen Lebenswandel und lobenswerthe Berufstreue auf Erden gnadenreiche Vergeltung jenseits. Friede sei mit seiner Asche! — Ob die nun erledigten Funktionen wieder werden vereinigt werden, oder nicht, bleibt dahin gestellt. Jedenfalls wird man wol bei Besetzung der Stelle auf theoretisch-praktische Kenntniß der Musik und auf vollkommene Fertigkeit tr| der hebräischen unb deutschen Stylistik sein vorzüglichstes Augenmerk richten. Frankfurt a. O., 2. Mai (Privatmitth.). Der früher in der Allg. Zeit, des Judenthums bereits erwähnte Bau unseres mit seiner imposanten Fronte an der neuen Promenade belegenen jüdischen Hospitals - und Krankenhauses ist nun vollendet, und gewährt schon Greisen und hilflosen Wittwen ein gastliches 'und freundliches Asyl. Es hat sich bei dieser frommen Stiftung der milde Wohlthätigkeitssmn unserer Gemeinde auf das Glänzendste bewahrt, wie nicht minder der Eifer unseres zeitigen Vorstandes rühmlichst bethätigt. Nächst diesen gebührt unserm braven und wackern Herrn vr. Löwenstein, einem in seiner praktischen ärztlichen Sphäre höchst beliebten und achtbaren Manne, der in seinen Kreisen die (Überzeugung von der Nothwendigkeit dieses Instituts anzuregen und den Eifer zu dessen Errichtung zu fördern bemüht war, ehrenvolle Anerkennung. Zur Verwaltung des Instituts ist eine aus zwei Gemeindemitgliedern und gedachtem Herrn vr. Löwenstein bestehende Kommission ernannt worden. Herr Dr. L. hat noch das Verdienst, höchst zweckmäßige, auf Einsicht und Sächkenntniß beruhende Statuten, welche bereits der hochlöbt. Regierung zur Genehmigung vorgelegt sind, verfaßt zu haben. — So haben wir denn ein Werk der Menschenliebe und ächtisraelitischer Frömmigkeit vollbracht, das seine Stifter bei unfern Nachkommen in dankbarer Erinnerung erhalten wird. Die Einweihung desselben wird nächstens mit göttlicher Hilfe stattfinden. —. Unser Rabbiner Holdheim ist von der Universität zu Leipzig zum Doctor philosophiae promovirt, und demselben bereits das Diplom zugeftrtigt worden. —. Es wird sich allhier ein Verein zur Abstellung des Mizwothversteigerns^. wie auch des nicht minder die Andacht störenden Mi-scheberach, Behufs eines für die Unterhaltung des öffentlichen Gottesdienstes zu bestimmenden und durch freiwillige Beitrage zu deckenden Etats, konstitniren, dem noch so manches , größere Ordnung und Erhebung im Gottesdienste Bezweckende entfließen wird *). Paris, 1. Mai (Privatmitth.). Ein jüdischer Künstler, ein Deutscher, hat hier in diesem Winter einen bedeutenden Erfolg erlangt. Um so mehr wird es unsere Glaubensgenossen in Deutschland interessiren, da es abermals *) Auf welche einfache und durchdringende Weise das Versteigern der Mizwoth in der Gemeinde des Red. aufgehoben, ist in No. 45 in einer Anm. bereits bezeichnet. In Bezug auf die Mi-scheberach ist der H. 30. der Westpbälischen Consistorial-Verordnung, (die wir nächstens abdrucken lasten werden), giltig, daß nur für Wöchnerinnen und Kranke ein Mi-scheberach gesagt werden darf. Den Kosten-Aufwand für den Gottesdienst freiwilligen Beiträgen zu überlasten, ist penculös, da die Gesinnung sich oft darin ändert. Red.

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