Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 1 (1837)
- Issue
- Heft 12 (27.5.1837)
- Date
- 1837-05-27
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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46 gänzlichen Mangel eines Leitfadens bei dem Bekehrungsunterrichte, den dieser in Leipzig zu wiederholten.Malen zu ertheilen hatte, veranlaßt worden.' Wer. nun die. Juden zu bekehren verstehen will, kann es für 1 Rthkr, haben. Die Mlssionsgesellschastm sollten die Schrift stereötppirm lassen. Predkgtentwürfe. . 3. zum N22 hz> n DT» Einleitung: Preis des Friedens. .Text: Jesaias 11, V. 6—9. (Haphtora.) Th.ema: Ueber den Frieden. 1. Frieden mit allen Menschenbrüdern. V. 11. Gegründet auf Erkennmiß; das Meer — alle Leidenschaften, die den Menschen überwältigm, durch deren Entfemung und Beruhigung der Friede bewirkt wird. 2. Friedenin Israel. V. 13. Ursachm der Streitigkeiten in Israel. 3. Frieden im Schooße der Familie. D. 5. Ueber die Gewissensfreiheitvon M. F. de la Mennais. In der neuesten Zeit hat Nichts mehr in kirchlicher Beziehung Aussehen erregt, als die Streitsache des katholischen Geistlichen Lamennais mit dem päpstlichen Stuhle. Diese sind als ein neuester Beweis, als eine neueste Darlegung der päpstlichm Unduldsamkeit auch für uns höchst wichtig und anziehend, da sie hauptsächlich gegm die Gewissensfreiheit gerichtet sind, die auch wir als nothwmdiges Bedürfniß unseres Daseins in Anspruch nehmen -müssen. Lamennais nämlich, in Allem dm -Ansichtm der kacholischm Kirche huldigmd, konnte sich dennoch nicht enthalten, die Gewissensfteiheit zu predigen. Dies war aber genug, um die Verwerfung von Seiten des Papstes zu erwirken. Wir gebm daher hier zuerst die darauf bezüglichm Stellm der Kreisschreibm des Papstes, und dann den Commentar des Lammnais dazu *). 1) Kreisschreibm (epistola encyclica) des Papstes Gregor XVI. an alle Patriarchm, Primate, Erzbischöfe und Bischöfe, gegebm zu Rom dm 13. August 1832. — »Aus 2) dieser unreinen Quelle des Jndifferentismus fließt jene sinnlose und irrige Meinung, oder vielmehr der Wahnsinn, daß man einem Jeden die Frei- 1) S. die Schrift: Affaires de Rome par M. F. de la. Mennais. Bruxelles 1837. ,2) S. 377. heit de^s Gewissens versichern und zusprechen müsse.- Diesem verderblichstm Jrrthume bereitet dm'Weg jme volle und unbeschränkte Freiheit der Meinungm, welche sich zum Unglück der religiösm und bürgerlichm Gesellschaft so weit verbreitet; indem sogar einige mit der größtm Unverschämtheit behauptm, daß daraus, einiger Voctheil für die Religion fließe. Aber was tödtet die Seele mehr, wie Augustinus sagt, als die Freiheit des Jrrthums? In der That, wmn der Zügel gmommm, wie könnm die Mmschm in dm Pfadm der Wahrheit zurückgehaltm werdm, da ihre zum Bösen gmeigte Natur schon zum Abgrunde eilt? — Von hier stammt die Verwandlung der Geister, von hier das Derderbniß der Jünglinge, von hier die Verachtung der Heiligthümer und der ehrwürdigsten Gesetze unter dem Volke, von hier, mit einem Worte, die tödtlichste Geißel der Gesellschaft, da die Erfahrung bezeugt hat, von dem höchstm Alterthume au, daß die Staatm, welche durch Macht, Reichthum und Ruhm blüheten, durch dieses Uebel allein untergingm, durch die unbeschränkte Freiheit der Meinungm, durch die Zügellosigkeit der Versammlungm und durch die Begierde nach Neuerungen.«- 2) Kreisschreibm an alle Patriarchm u.s.w., gegebm zu Rom, dm 23. Juni 1834 : — »Es ist ein Zaum 3) anzulegm der unbeschränkten Zügellosigkeit der Meinungm und Reden, mdlich der absolutm Freiheit des Gewissms, einer ganz und gar verdamwungswürdigm Freiheit für die Anhänger aller falfchm Culte und Secten.«- Fügm wir dm Commentar von Lammnais zu diesen Wortm der päpstlichen. Schreibm hinzu : — »Je öfter ich 4) das Kreisschreibm wieder las, desto wirrer wurdm meine . Ansichtm über dasselbe, einige Beispiele werden mich verständlich machml — Nachdem der Papst, nicht ohne gewichtige Gründe, dm Fortschritt der religiösm Gleichgültigkeit beklagt hat, fügte er-hinzu: »Aus dieser unreinm Quelle des Jndiffermtismus fließt jme sinnlose und irrige Meinung, oder vielmehr jener Wahnsinn, daß man einem Jedm die Freiheit des Gewissens versichem und zusprechm müsse.« — Wmn es Glaubenssatz ist, daß die Freiheit des Gewissms oder die bürgerliche Duldung der Culte durch die Kacholikm verworfen werdm müsse, so müßte sie von Gott ausdrücklich verbotm sein. Wem: Gott sie ausdrücklich verbotm hat, so erleidet dieses Verbot keine Ausnahme, weder an Personen, noch an Raum und Zeit. Aber von dem Ursprung des Christenthums bis auf unsere Tage, zeigt die Geschichte die Kirche sich überall in diesem Punkte dm bestehendm Gefetzm anschmiegend, und man sieht 3) <25/429. I 4) S. 186.