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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-27 · Heft 12 (27.5.1837) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 12 (27.5.1837)
Date
1837-05-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I. Jahrgang. SÜCCgettteitK Nv. 12. Zeitung des ZudcnthmnS. Ein unparOeiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 27. Mai 1837. Theologie. Prag. (Aus dem Schreiben einer Dame.)-Die Einweihung des neuen Tempels fand am 19. April (dem Vorabende des Pessachfestes), als dem Geburtstage des Kaij fers statt, und war sehr feierlich. — Der innere Bau des! Tempels ist so ausgefallen, daß nichts zu wünschen übrig > bleibt; er ist in gothifcher Bauart, in höchst einfachem und i Ä>lem Style gehalten.. — Um halb 6 Uhr Abends versammelten sich Alle, die mit Billets versehen warm, im Tempel; die Beleuchtung war brillant und man war schon feierlich gestimmt durch dm Anblick, der sich darbot. Die Commisfaire, 12 an der Zahl, Söhne der angesehmstm Hauser, — sämmtlich schwarz und höchst elegant gekleidet — begleiteten Jeden zu dem ihm angewieftnm Sitze; so füllte sich das Gotteshaus nach und nach. Der höhere Adel, worunter der Obersiburggraf, der Kommandirende, sämmtliche Professoren der hiesigm Universität, viele Geistliche warm um 6 Uhr versammelt. Da begann die Feierlichkeit, indem der Vorderer eine Hymne anstimmte; sodann trat das Chorperfonale ein, an dessm Spitze die Oberrabbinats-Mitglieder (Bethdin) *) mit den Gesetzrollen, die Tempelvorsteher mit dem Prediger, vr. Sachs, ebmfalls Gesetzrollen tragend, sich befanden. Es läßt sich der Eindruck, dm dieses machte, wirklich nicht beschreiben;. durch die herrlichen Chorgesänge, die Klange der Orgel glaubte man sich dem Himmel nahe. — Die Einweihungspredigt des Sachs hat sehr gefallm, fein Organ und seine Sprache sind vorzüglich.-- Es macht dieser Tempel, die einfache und dmnoch so würdige Art des Gvttesdimstes, ungemein viel Sensation.hier bei Christm und Juden;'drei Synagogen sind bereits anderer Gesinnung und wvllm ähnliche Einrichtungen bei sich wessen. — Nachdem die ersten Hymnen abgesungm worden warm, begann die Predigt, dann kämm Schlußgesänge, und zuletzt wurde das Abmdgebet für das Pessachfest verrichtet; letzteres ohne Orgelbegleitung, welche nur so lange spielt, bis Sabbath oder der Festtag beginnt. Beim Morgengebete an dm halbm Festtagm wird auch die Orgel gespielt *). — Die Ordnung und Stille, die hier herrscht, ist bewundernswürdig. Der gute Gott gebe nur ferner sein Gedeihen zu diesem schönm Werke; mit dessen Ausführung und der Kleinkinderbewahr-Anstalt ist ein großer Schritt zur Verbesserung und Veredelung der hiesigen Judm geschehen. — —' In der Sitzung der asiatischm Gesellschaft zu London am 15. April wurde ein kurzer Aussatz des Freiherrn von H amm er - Purgsta ll in Wim verlesm, worin dieser gelehrte Orientalist sich auf vier türkische Lebmsbeschreibungm Mo hammed's bezieht, welche innerhalb der letztm 16 Jahre in Persim und Aegypten gedruckt worden sind und eine große Menge von Thatsachm mthaltm, die den europäischen Biographm des Propheten, gänzlich unbekannt gebliebm sind. In einem dieser Werke wird gesagt, daß die erste Uebersetzung der heiligm Schrift aus dem Hebräischen in das Arabische von der Tochter der Khadidscha, der erstm Gattin des Mohammed, angefertigt wordm sei. Im Türkischen steht »das Evangelium.« Herr v. Hammer glaubt aber mit Recht, daß, wegm der Erwähnung des Hebräischm, die Bibel (das alte Testammt) damit gemeint sei, und dieser Schluß werde durch die gmauere Kemttniß bestätigt, welche Mohammed von dem alcm Testammte, in Vergleich mit dem neuen, gehabt habe. *) O der Wandlung— Sm Jahre 1819 sprach das Prager Oberräbbr'nat noch in dem bekannten Buche Dibre habith das Anathem aus über jede derartige Neuerung; so mächtig waltet der Geist der Zeit. Avm. -. Einsard. Um die Judenbekehrung recht systematisch zu machen, ist vom 0r. ph. >A. W. Schulze, Nachmiltagsprediger zu Leipzig, ein »Lehrbuch bei Judenbekehrungen« herausgegeben, das, wie der Verf. im Repert. der gesammten deutschm Literatur selbst sagt, durch die Klagm eines Freundes über dm *) Auch in Te plitz ist seit dem Passahfeste d. I. eine neue Synagogen-Ordnung— nach welcher O ra elbe gl e itung auch am^Sabbath stattfindet und fast alle Piutim abgeschafft sind —• eingefihrt. Der dasige Radbinatsvikar (aus der Prager Rabbinatsschule) fungirte selbst dabeiAm», d. Emi.

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