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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-05-20 · Heft 9 (20.5.1837) · p. Seite 35

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 9 (20.5.1837)
Date
1837-05-20
Page
Seite 35 (sequence 3)
Language
German
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33 leicht: Vertheidigrmg ist schwer, weil sie nicht so lacht aus dem Blauen herausgegriffen werden kann, und weil sie stets ins Blaue hineingesprochen ist — und wer will lossprechen, wenn er einmal verdammt hat? Dem Verdienste seine Kronen! Wie süßestes dem Menschenfreunde, wenn er aus vollem Herzen einem hochgestellten Manne seinen Dank zurufen, seine Bewunderung, seine Anerkennung darlegen kann! — Wenn in dunkler Nacht.dem Wanderer ein Stern wenigstens leuchtet, au den sich dann hier und da wieder ein zweiter und dritter anreihet: dann erst wird es ihm klar, daß das Licht ewig ist, jegliche Finsteruiß aber früh oder spat wieder zertheilt wird, und hinabfallt, von wannen sie gekommen, in den Schooß der Nacht! — Lasset uns, wahre Menschenfreunde, Christen oder Israeliten, einen solchen Dank, eine solche Verehrung und Bewunderung dem Prinzen Johann von Sachsen Königl. Hoh. darbringen. Mit wahrer Königlicher Hoheit überschaut Er die Verhältnisse auch des geringstenUnterthanen, und dem Unterdrückten die drückenden Bande zu lüften, ist die Sorge Seines großen Herzens. Dank ihm! Wir danken ihm — ich fühle mich als das Organ aller meiner Glaubensgenossen — auch aus entfernten Ländern, wohin Sein Wort als Tröstung und Ermunterung mitten unter den niederschlageudst.en Erfahrungen gedrungen! — Nächst diesern Sterne erster Große kommt mit freundlicher Begrüßung der verehrte Dr. v. Ammon uns entgegen. Ist doch die Liebe;u üben noch mehr als sie zu predigen, und nur die That ist der würdige Eommentar des Wortes. — Schlagend und t/effend sind die Worte desvHerrn v. Posern, *sie entwirren das Gewebe der Intoleranz, und ziehen dem Eigennütze die Maske ab, hinter der er sich vergebens zu verbergen sucht. Kurze geschichtliche Darstellung der religiösen und bürgerlichen Verhältnisse der israelitischen Gemeinde Dresden. (Fortsetzung.) (Schluß der Rede des Dr. von Ammon.) Der Tal- :nud sagt, es hatten sich in Jerusalem zu den Zeiten der Römer 480 solcher Synagogen beftmde», welches nicht ganz unwahrscheinlich ist, wenn man bedenkt, daß die Zahl der am Passahstste zusammenkommenden Juden zu einer außerordentlichen Größe Heranstieg. Aus dem Neuen Testamente ist bckannt, daß sich diese Synagogen in de» Jüdischen, Alexandrinifchen, Cyrenärfchen und Libertinischm Cultus (heilten. Der letzte war von dem'alten Typus am weitesten entfernt, weil an ihm nur die Freigelassenen Theil nahmen, die als kriegsgefaugene Israeliten lange unter den Heiden gelebt hatten und deswegen von dem Mosaischen Gesetz abgekommen t waren. In diesen Synagogen nun findet sich ein doppelt» Typus, nämlich d» rabbanitisch-talmudische in d» Hebräischen Sprache, und dann wird» der rationale in d» Griechischen oder ein» ausländischen Volkssprache. So entstand d» alte Zwiespalt in d» Liturgie; um nichts in d« Welt wäre d» hebräische Jude in die griechische Synagoge gegangen, und wiederum umgekehrt d» griechische nicht in die des alchebräisch betenden Juden. Ein Hauptschriftstell» üb» diesen Gegenstand sagt von den Privat-Synagogen d» Alten, daß ihr Unterschied von der öffentlichen nur in d» Meinung zu liegen scheine. Jndeß stellt sich nach.neueren Untersuchungen Folgendes h»a«s. Eine Synagoge ist ein vollständig orgauisirt» Gottesdienst in d» jüdischen Gemeinde, nicht nur in Rücksicht auf Liturgie, sondern auch auf das Personale, so daß beide den gesetzlichen Verordnungen genau entsprechen. In kleinen Gemnnden ab», wo den Juden ein vollständig» Gottesdienst nicht gestattet war, mußten sie. entwed» ihre Andacht bei sich zu Hause, od» unt» fteiem Himmel abhalten. Hierzu kamen noch die Proseuchen auf B«gen und an Flüssen, und diese sind sammtlich verschieden von den eigentlichen Synagogen. D»gleichen Proseuchen kommen in dem Neuen Testamente in der Apostelgeschichte vor. Höchst wahrscheinlich war die Versammlung d» Apostel im Hause d» Maria eine Pcoseuche, denn es heißt: sie kamen zum Gebet. Eine solche Proseuche befand sich in Korimh, wo Redner in verschiedenen Sprachen austraten, dann in Rom; auch wissen wir aus dem Philo, daß die Lintia« sich daselbst in Proseuchen versammelten. Wie man nun auch üb» diese Privawersammlungen denken mag, so ist-doch so viel gewiß, daß ihre Mannigfaltigkeit weit in das Alterthum zurückceicht, und daß man sich dah» nicht wundern darf, sie in der neuern Zeit wird» zu finden. Ein groß» Rabbi des zwölften Jahrhunderts hat sich zwar bemüht, diesen Spalmngen durch eine genaueMormirung der jüdischen Fundamentalarrikel zuvorzukommen. Es ist ihm ab» fo wenig gelungen, als dem kühnen Spinoza, dem gelehtten Weffeli und dem fteisinnigen Meudelsohn, den man unt» dm neuerm Reformawrm des Judmthums nicht ohne Hochachtung nennen darf. Sv ging die nme

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