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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-12-06 · Heft 49 (6.12.1918) · p. Seite 387

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 49 (6.12.1918)
Date
1918-12-06
Page
Seite 387 (sequence 13)
Language
German
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53demselben tu seiner Wesenheit festzuhalten. „Der Tempelverein zog es vor. Lieber ein integrierender Teil des Ganzen zu verbleiben und diesen akkomodicrend 311 berücksichtigen, als einen kleinen losgerissenen Teil vollständig 511 befriedigen." Der Tempel wollte keine Trennung, am wenigsten ein Schisma, und hoffte viel von der Entwicklung durch die Zeit. 3. Seine Wirkung besteht darin: der Hamburger Tempel hat eben nicht nur die sogenannten Neformgemeiuden, sondern alle Gemeinden der Kulturländer in edelster Weise beeinflusst, in denen fast ausnahmslos der geordnete Gottesdienst, die regelmäßige Predigt in der reinen Landessprache und die Fürsorge für die religiöse Erziehung der Jugend zur Einführung gelaugt sind." Da irr Hamburg auf die Predigt ein so hervorragender, wenn auch nicht ausschließljcher Nachdruck gelegt wurde, ist es sehr angemessen, daß Leimdörscr in seiner sehr ausführlichen Studie „Die Predigt und die Prediger" die Aufmerksamkeit auf die Hamburger Prediger lenkt. Er unterscheidet drei Arten solcher Redner: die erste, die das Gefühlsleben wesentlich berücksichtigt (Kley, Salomon), die zweite, die den ethischen Willen der jüdischen Volksseele anfeuert, die dritte, die die Religivnsphilosophie des Judentums auf der Kanzel verwertet. dem genannten Aufsatze den. Abha ndlungen, die hier nur ganz kurz skizziert werden konnten, und den in der Anmerkung genannten Beiträgen, die, so interessant sie auch sind, in dieser Uebersicht nicht berührt zu werden brauchen, sei mit etwas größerer Ausführlichkeit eines hochwichtigen, urkundlichen Beitrags gedacht. Unter dem Titel „Aktenstücke und Briefe zur Geschichte des „Tempels" werden sechs verschiedene Mitteilungen gemacht: 1. Gabriel Riester an Naphtali Frankfurter. 2. Gabriel Riester an Berth. Auerbach. 3. Berth. Auerbach an Frau Dr. N. Frankfurter.- 4. Gabriel Riester und das Tempelgebetbuch, 5. Dr. E. Kley: lieber Entstehung des Tempelvereins. 6. Diverses aus dem Tempelarchiv. Der hier erwähnte Brief Auerbachs au Frau Frankfurter ist ein Trost schreiben bei dem Tode des Gatten; das Gutachten Riesters, das mit dem falschen Datum ,,1891" versehen ist (damals war Riester schon fast dreißig Jahre tot, es must jedenfalls 1841 heißen), bezieht sich ans einen Anschlag in der Synagoge, von dem Riester wünschte, daß er ein permanenter bleibe, und enthält den wlichtigen Vorschlag, das; der Verein sich sofort Gutachten oerschiedener Rabbiner über das vamburger Gebetbuch verschaffte. Gerade die letztere Mitteilung ist oon ganz austerordentlichem Interesse: mir war wenigstens bisher nicht bekannt, daß die Anregung zu diesen, bekanntlich durch den Druck veröffentlichten Gutachten von Gabriel Riester ausgegangen sei. Die interessantesten Mitteilungen aber sind folgende unter Nr. 6 zusammengestellten Aktenstücke, und zwar: a) Vier Briefe von L. Zunz, betreffend: die Kandidatur auf die Predigerstelle, ferner die Probepredigt, daun seinen Rücktritt und endlich eine Predigtzusage. Ir) Gutachten von I. R. Mannheimer, Wien, r) Dr. Schmiedels Bewerbung um die Predigerstelle. Die vier Briefe von L. Zunz sind sehr schön; besonders hervorzuheben ist das Schreiben, in dem er zugunsten Büschenthals seine Kandidatur znrücknimint. Bon austerordentlicher Wichtigkeit ist ferner das Gutachten Mannheimers aus dem Jahre 1841. Er setzt darin auseinander: L da st die deutsche Sprache 2. An die Stelle des Lehrhauses lind Rabbiners Kanzel und Kanzelreduer. tritt : Von diesen drei Arten werden in; manche lehrreiche Proben gegeben. Auster Dr. Rieger. Dr. Sonderling. Dr. Seligmann. Dr. Saenger. 1 0 M

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