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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1918-12-06 · Heft 49 (6.12.1918) · p. Seite 386

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
82 (1918)
Issue
Heft 49 (6.12.1918)
Date
1918-12-06
Page
Seite 386 (sequence 12)
Language
German
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586 sind ober Eintagsfliegen — sic irgendeiner Konfession an die Rock- AKtze hängen zu wollen, wäre ungerecht und würde unserer jungen Demokratie keine Ehre machen . . . Was anrüchig ist, innerlich und äußerlich der Eharatterfestigteir entbehrt, waS sich unbefähigt vorgedrängt hat, muß und wird an und durch sich eher heute denn morgen gewni so schnell wieder vorschwindeln wie es von der Welle der Umwälzung enchorgetragen worden ist. solcher Revvluüonsemporkönnnlinge lvegen, jetzt, ivo rwcl) alles schäumt, brandet und gärt, den Konfessionshaß zu fordern, statt durch Zusammenhalt aller das Chaos zu beschwören, zeitigt nichts anderes als zerstörende Anarchie. Zwei Gefahren, Reaktion mld Anarchie, drohen, die beide nichts sehnlicher wünsclien als den KvnsessionS- und Klassenhaß. In diesem Feuer tonnten sie ihre Waffen schnieden. Die junge deutsche Demokratie :nnß dieses Unheil verhüten." Man muß in der verbitterten, ja verbissenen Gegenwart eine solch überaus wohltuende, echt humane Meimmgskundgabe warm begrüßen. Kl. Ser Hamburger Tempel während frinrs IM jährigen Leltehens. Bon L ll d lv i g G e i g e r. 3N einem selbständigen Artikel und in einer Notiz der „Woche" ist des lOOjahrigeu Jubiläums gedacht worden, das der Hamburger Tembel am 18. Oktober 1 18 feiern durfte. Trotzdem muß dieser hochwichtigen Kutturerscheinnng, auf Grund eines eben veröffentlichten Buches'), nochmals Erwähnung getan werden, obgleich die von den ungeheuersten Erregungen erfüllte Zeit, die wir durchleben, von einer ruhigen Betrachtung großer Kulturvorgänge sich zu entfernen scheint. Der Hamburger Tempel ist die älteste Reformshnagog-e in Deutschland, die einzige, die ein Jahrhundert lang ununterbrochen besteht, und ebenso die einzige, die, unabhängig von der Gemeinde, durch einen Verein geleitet und und unterhalten wird. Als die Tat des Tempelvereins wird in einem schönen Aufsätze von Paul Rieger „Die Bedeutung des Hamburger Tempels j für die Geschichte des neuzeitlichen Judentums" bezeichnet, sogleich im Anbeginn der neuen Zeit die Grundsätze festgelegt zu haben, welche die persönliche Willkür ausschalten und der neuen Auffassung vom Judentum und dadurch seiner Neugeburt die gesunde Entwicklung sicherten. Er ist keine Reform in landläufigem Sinne; als feine Grundsätze sprach er ans und befolgte nach den Worten eines seiner Gründer die nachstehenden: I Dr. Rley. Dr. Jonas. Dr. Salomon. Dr. Frankfurter. Dr. Leimdörfer. 1. „Der Tempel wollte in der Sgnagoge bleiben. Er blieb auf dem israelitisch positiven Boden stehen und suchte sich auf H Festschrift zum 190jährigen Bestehen des Jpmelitischen Temp.'ls in Hamburg 18:18 bis 1918. Hernusgegeben oon Rabbiner Dr. D. Leimdörfer. Hamburg, 18. Dttober 1918. Verlag M. Glogau jv., * Hamburg. Das Werk ist mit einer Reihe von Bildern geziert: der Tempel selbst, die Kantoren, die Prediger der älteren und jüngeren Generation. Die beiden letzteren geben wir mit Erlaubnis der Verlagshandlung an dieser Stelle wieder. Außer den in obiger Skizze berührten Abhandlungen und Mitteilungen enthält das außerordentlich vornehm ausgestattete Buch verschiedene Urkunden über die Gründung, ferner eine Liste der Vorsteher des Tempelvereins und der jetzigen Mitglieder des Vorstandes und des Repräsentantenkollegimns; sodann einen Aufsatz Honles über die Kantoren sowie einen Auszug aus Salomons Iubiläumsalbum, einen Auszug, in dem auch eine Riederschrift meines Vaters sich befindet. Eine Inhaltsangabe aller dieser Beiträge soll hier so wenig geliefert lverdeu wie eine Kritik; ausgefallen ist mir, das; ans 'S. 48 der lx'kannte Mich-ale Ereizenachals Kreuznach bezeichnet wird.

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