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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1907-11-29 · Heft 48 (29.11.1907) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
71 (1907)
Issue
Heft 48 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
Seite 576 (sequence 12)
Language
German
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576 Er fügte sich in alles, und zwar sanft und geduldig.! Sein Ideal war entschwunden, die Romantik zerstört, was j hätte es ihm also genützt, zu murren, oder sich gar aufzu-! lehneni' Sein Leben flosi ruhig und sogar angenehm dahin, j Er hatte also gar keine Ursache, sich zu beklagen. Niemand 1 hatte ihn getäuscht, er hatte sich selbst zum Besten gehabt mit i seiner lebhaften Phantasie, es wäre ein Unrecht gewesen, und mehr als das, seine Frau dafür verantwortlich zu machen. Wenn er einen Wunsch hatte, so war es der, dem Müßiggang, zu dem ihn die Wohlhabenheit seiner Frau einlud und sogar zwang, ein Ende zu inachen. Er Hütte gern irgend j einen Beruf, ein Geschäft gehabt, er, der von Kindesbeinen auf gewöhnt war, zu arbeiten, zu sorgen, sich abzumühen. Aber so gutmütig Genendel war, sie hatte auch ihren Stolz. „Wozu ein Geschäft?" sagte sie sehr entschieden, „die Leute sollen nur sehen, daß mein Mann es nicht nötig hat, sich zu plagen." Barom antwortete mit Schillers Versen: „Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis." Aber seine Frau schüttelte nur den Kopf und lächelte verächtlich. <Fvrtsetzung folgt.) -— Y^VAenit des Winters harte Macht Alle Blumen sterben läßt, Naht mit zarter Lichterpracht Chanukah, daZ Weihefest. Cbanukab. Von Martin Salomonsky. Horch! Ihr klagender Gesang Kündet unsre ew'ge Not, Wie uns einst die Welt bezwang, Wie sie heute uns bedroht. Delikt der Makkabäerkraft, Und erkennet unser Ziel! Was das alte Volk geschafft, Kann das junge, wenn es will! Seine Kerzen zünden wir. Schauen in die stille Glut. „Flammen, kommt, erzählet mir, Was im Schoß der Zeiten ruht! Jude sein, — ein bittres Los, ' Tont es ans der Brüder Reih'n. Ach, die Ahnen waren groß, Ihre Enkel sind — zu klein. Werdet mutig, bleibet treu, Gott allein sei unser Ruhm, Machet jeden Juden frei, Auf, für Gott und Judentum! Und die Kerzen zünden wir. Wie sie glüh'n! Die Arbeit ruht; Flammen, habet Dank dafür, Eure Glut gibt Kraft, gibt Mut. ‘ - Literarische Mitteilungen. — Ein Frage- und Antwortspiel „Biblisches Spiel für Jung - Israel" hat Fräulein Dr. Frieda Samter der Oeffentlichkeit übergeben, das sicher allgemeinen Anklang finden wird. Im Lause der Jahre sind Spiele der verschiedensten Art zur Belustigung und zur Belehrung der Jugend entstanden. Jedoch ein biblisches Spiel, speziell für jüdische Kinder, ist bis auf den heutigen Tag noch nicht auf den Markt gebracht worden. Ohne Zweifel ist es in unserer Zeit notwendig, den Heranwachsenden jüdischen Kindern ein „Biblisches Spiel" in die Hand zu geben. Wir sind überzeugt, daß durch dieses Spiel die Kinder viel mehr Freude wie bisher noch am biblischen Geschichtsunterricht haben werden; ferner ist unseren Kleinen dadurch Gelegenheit gegeben, ihre Kenntnisse in der biblischen Geschichte zu befestigen und aufzusrischen. Derartige Spiele werden in evangelischen Buchhandlungen bekanntlich schon seit Jahren verkauft. Hat das biblische Spiel den verdienten Erfolg, so wird dasselbe in den verschiedensten Sprachen erscheinen. Der Erlös, auf den mit Bestimmtheit gerechnet werden darf, soll nur zu wohltätigen Zwecken Verwendung finden. Ter Preis für ein Spiel ohne Bilder ist i,50 Mark. Ter Preis für ein Spiel mit hübschen Bildern beträgt 2 und 3,50 Mark. Zehn Spiele und .mehr Ermäßigung. Jrn Interesse der Sacke ist zu wünschen, daß dieses Unternehmen einen recht großen Erfolg haben in ächte. Sprechtag!. Sehr geehrter Herr Redakteur! bekannte Zentralorgan für alleinechtes Judentum hat in seiner jüngsten Nummer eine köstliche Probe unfreiwilligen Humors geliefert, welche Sie zur Erheiterung der Leser Ihrer geschätzten Zeitung gefälligst Nachdrucken wollen. An der Spitze eines Artikels, der sich in gewohnter Liebenswürdigkeit mit dem badischen Oberrat im allgemeinen und mit Herrn Geheimen Oberregierungsrat Dr. Mäher im besonderen beschäftigt, prangt folgender Satz: „Es ist ein wahrer Jammer, daß dieser Mann, dein guter Wille und lebendiges jüdisches Interesse nicht abgesprochen werden kann, und der, als einfaches Mitglied, jeder jüdischen Reformgenwinde zur Zierde gereichen würde, vom Schicksal dazu auserkoren scheint, das System der in Verwaltung umgesetzten Religion auf die Spitze zu treiben und eben dadurch in Grund und Boden zu ruinieren." Das fromme Blatt müßte dem genannten Herrn geradezu dankbar sein, daß er dem gekennzeichneten verderblichen System den Garaus macht. Man jammert doch nicht, wenn der Gegner sich ruiniert. Ganz besonders aber mußte es der Vorsehung — die Annahme einer Auserwählung durch das „Schicksal" klingt allzu heidnisch und beruht wohl auf einem Drucksehler — dafür danken, daß sie gerade einen so tatkräftigen Mann zur Vernichtung jenes Systems berufen Hai. Ihr ergebener * Ernst Sn füg. Geehrter Herr Redakteur! ^r^ewarnt wird vor einem angeblich kranken Artisten namens vD Al Phons Blumen fel d, der in Achim und Hemelingen bei den dortigen Gemeindemitgliedern allerlei Schwindeleien verübt hat. Achtungsvoll A. B. Sriekkgstrn der Hrdsktion. M. M. hier: Die eine Haftara ist für den aschkenasischen, die andere für den sephardischen Ritus. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.

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