Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 71 (1907)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1907)
- Date
- 1907-08-16
- Page
- Seite 389 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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389 rung i' en, aber .licht int eilte in ')cn. C >er Ein taläftim rt benot; c Türkt! Freuden 'efop o« rg, nn> evttioflc uchtbai 1 Jude i „Was soll nun mit den jüdischen Massen geschehen, die alljährlich . us Rumänien und Rußland auswandern?" „Es ist zum Verzweifeln. Trotzdem könnte ich zu einer Massent Uswandernng nach Palästina nicht raten, zumal sie nicht zugelassen , ürd. Oa heißt es vorläufig Geduld haben und günstige Momente « bwarten. Ich selbst bin bereit, solange mein Einfluß beim Sultan naßgebend sein wird, gegebenenfalls für die zionistische Bewegung c uzutreten. Und natürlich auch sonst für die territorialistische!" Hinzugefügt sei, daß Professor Vamböry abermals Gelegenheit nahm, seine begeisterte Anhänglichkeit für das i n gestammte Judentum zu bekennen, was darum besonders i ervorgehoben sei, weil behauptet wurde, daß der vielt ngefeindete Mann zum Islam und dann zum Christentum i bergetreten sei. * Halter rnd gil [ jeit bi t Gros enügeu nstämn llntwor. ideu fit - ürkische i iliftevtc i :en <2ei'e Untiere!, n Ve ien od r Kolon ' rpäischi l )enn d r ient m.-? was fi r lrde, n •> ndern ien nie: t daß i c ropäistt c ni. T c Deutß ' betrete: > ht wah . ißmäch ' iten, eine ch. Aien itfr zeeigw ' ^alästii a Die 5 •- ch nii >t icht ai ite all 5 oird dl - onistisi c ^ebliebtl Steuc - oer wi^ Der heilige Krieg ist in Marokko tatsächlich Proklamiert, chrecklich sind die Details, die aus der von den Franzosen rstörten Stadt Casablanca berichtet werden. Am schwersten i rben die Juden dort gelitten. Die Marokkaner, die das; udenviertel Plünderten und darin viele Juden töteten, gingen 1 it der größten Grausamkeit vor. Die Häuser der Juden in tun diesen angewiesenen abgesperrten Viertel, der sogenannten ' tellah, wurden nach der Plünderung angezündet. Das udenviertel steht in Hellen Flammen. Die Straßen von l asablanca sind mit Leichen bedeckt. Der von Casablanca i ngelangte spanische Dampfer „James Hahnes" bringt furchtl tre Einzelheiten über dieTötung vonJuden unddiePlünderung durch die Eingeborenen. Vor den Augen einer Frau wurden 1 re acht Kinder niedergemacht. Einem Mann wurden Arme und eine langsam abgeschnitten, bevor er starb. Die Toten! urden um die Stadt geschleift. Auch in Mazagan griffen die Mauren das jüdische viertel an und töteten viele. Und nun wird berichtet, daß 1 r Scherif Mau-el-Ain mit 800 Fanatikern auf die Stadt ) 0 gad or marschiere. Damit würde sich der heilige Krieg bis zum nördlichsten d r größeren Hafenplätze an der atlantischen Küste hinab- 0 zogen haben. Von den 15 000 Einwohnern Mogadors sind mehr als die V Ufte Juden, die in der „Mellah" zusammengepfercht sind. an darf sich daher, wenn die zum Kriege gegen Fremde und , lden ziehenden Eingeborenenscharen tatsächlich Mogador e reichen, auf eine Wiederholung der im Judenviertel von l rsablauca begangenen Greuel gefaßt machen. Unter diesen! -nständen klingt es geradezu tragikomisch, wenn die offiziellen! .mzösischen Berichte aus Casablanca melden: „Die Juden - uvten wieder zurückkehren." Gespenster. Von S. Wiener. I^in weißes Tuch flattert im Nachtwinde hin und her; darüber das Silberhaupt des Vollmondes. Der Furcht- > me nimmt es für ein Gespenst und flieht ängstlich davon. Leichtfertige Burschen, die Schwäche ihres furchtsamen Altersgenossen kennend, machen sich oft den grausamen Spaß, : Laken sich zu hüllen, mit Ketten zu rasseln und so ihm odesangst einznjagen. Auch sonst ganz vernünftige Personen können sich vom ' -espensterglauben nicht losmachen und sehen mitunter Gespenster am hellichten Tage. Ein boshafter spekulierender Kopf sucht unbequeme Mitwerber von einem Hause, das er habgierig allein besitzen möchte, dadurch fernzuhalten, daß er das Gerücht verbreitet, es spuke daselbst. Vierfache Ursachen sind es also, die einer vernünftigen Erkenntnis zum Zwecke einer endlichen Abkehr vom törichten Gespenstcrglauben im Wege stehen: Augentäuschung, Leichtfertigkeit, Furchtsamkeit, Bosheit. Genau also wie in der „Agada" sind es auch hier vier streitende Personen, nur ist der „Chacham" nicht darunter. Wenden wir das Gesagte auf das leidige Gespenst unserer Zeit an. Der vom Sturm des Lebens hin- und hergejagte und zerzauste Ahasver, das ist das Weltgespenst, das die Großen und die Kleinen, die gelehrten und die ungelehrten, die gescheiten und die dummen Leute heute erbleicheu läßt und das der Leichtfertigkeit und Bosheit zum Sport dient. Wer hat denn dieses Gespenst geschaffen, wenn nicht die Unduldsamkeit dahingegangener finsterer Jahrhunderte und die Rückständigkeit barbarischer Staaten, wie Rußland und Rumänien? Es ist ja aber kein Gespenst, sondern Fleisch und Blut, nur in Lumpen gehüllt und durch jahrhundertlange Leiden entstellt. Nicht zum Vergnügen wandelt es unstet umher, denn gewaltsam ist es von der heimatlicheil Scholle lvsgerissen und in die grausame Fremde hinausgestoßen worden. Sein Anblick ist euch lästig. Da wäre es doch weit vernünftiger, die zur Verantwortung zu ziehen, die diesen unerwünschten Exodus hervorgerufen haben. Dagegen beweisen die Leichtfertigen und Boshaften, daß diese wandelnden Gespenster den! Ruin ihrer Heimatsländer, die soziale Misere, die Niederlagen in Japan und die innerte soziale Revolution verschuldet hätten. Wie abgeschmackt und verbraucht! Denn das ist gerade so wahr, wie daß die Juden im Mittelalter die Brunnen vergiftet und die Pest erzeugt haben. Wie ehedem, findet auch heute das Dümmste «och Glauben. Wie? Die noch nicht einmal vier Prozent zählenden Juden — es sind ihrer nicht zehn Millionen, wie die Bosheit ausrechnet, sondern fünf Millionen unter 130 Millionen Russen — sollten eine solche gewaltige Kraft besitzen? Wollte Gott, es wäre so! Dann gäbe es keine lebende Gespenster, keine Ahasver mehr. Aber es ist ja nicht wahr, vielmehr eine leichtfertige und boshafte Erfindung, um unwissende Leute zu schrecken und Interessenten den Acker pflügen zu helfen. Die Mißwirtschaft ist ein Urübel slavischer Länder, besonders des rückständige!: und riesengroßen russischen Reiches. Sie herrscht da am schlimmsten, wo es gar keine Juden gibt, im Innern. Mit dem russischen „Kulak" verglichen, ist der jüdische Wucherer ein Engel. Nächst ihm ist es der feile Tschinownik, was doch ein Jude nicht werden kann, der das Land aussaugt. Und hier ist noch alles beim Alten, trotz des neuen Kurses. Bleibt nun die Beschuldigung anarchistischer, revolutionärer Wühlereien. Ja, wie ist denn dieser Geist zu den Juden gekommen? Doch durch die Brutstätten desselben, die russischen Gymnasien, Universitäten und die durch und durch nihilistisch durchseuchte russische Gesellschaft. Was sind dem in der Ghettobeschränkung lebenden, in Talmudstudium und Erwerb ausgehenden, widerstandslosen und passiven Juden alle die weltbewegenden und weltumstürzenden Ideen? Hekuba! Und ein Greuel. Den brau-